Burg Eschborn

Die Lage von Eschborn, Burg im Orthofoto
Basisdaten
Die alte Turmburg war Stammburg der Herren von Eschborn, die sich später nach ihrem neuen Wohnsitz Herren von Kronberg nannten. Sie lag auf einem Hügel und war von einem Graben und einer Ringmauer umgeben. Im 13. Jahrhundert verließ die adlige Familie ihre kleine Turmburg und siedelte in die neue große Anlage nach Kronberg um.
Historische Namensformen
- predium in Aschebrunnen (1008) [MGH Diplomata Könige 3, Heinrich II. : Bresslau, S. 214-215, Nr. 180 Digitalisat]
- Escheburn, Hartmud von (1218) [Böhmer-Will, RggEbMz 32 Nr. 302, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe]
- Der Fleck uf der obirstin burg, der do unvirbuwet liget (1367) [Nassauisches Urkundenbuch, Bd. 1,1, S. 367-368, Nr. 3213 Digitalisat]
- Mann- und Burglehen zu (...) Eschborn (1470) [Zitat nach Archivregest HStAD Best. A 1, Nr. 145/3]
Ortstyp
Burg
Lagebezug
11 km nordöstlich von Hofheim am Taunus
Lage
Am nördlichen Ortsrand von Eschborn in der Westerbachniederung.
Geschichte
Burggeschichte
Vermutlich entstand in salischer Zeit auf dem Gelände eines Hofes, den König Heinrich II. mit dem Stift St.Stephan zu Mainz 1008 tauschte, um 1100 eine Turmburg. Erstmals wurden die Herren von Eschborn (Ascenburne) Ende des 12. Jahrhunderts erwähnt. Sie dienten als Reichsministeriale und als Ministeriale den Herren von Eppstein und den Kurfürsten von Mainz. Mit dem Bau der größeren Burg Kronberg um 1230 spaltet sich das Adelsgeschlecht in zwei Linien auf. Der "Kronenstamm" bezog die neue Burganlage in Kronberg unmittelbar nach der Fertigstellung, während der "Flügelstamm" wohl erst um 1250 nachfolgte. Ab diesem Zeitpunkt benannten sich beide Linien nach ihrem neuen Adelssitz als Herren von Kronberg. 1367 wurde noch ein Burgberg zu Eschborn genannt, die Anlage als Ganerbenburg, später durch einen Verwalter genutzt. 1622 wurde im Dreißigjährigen Krieg neben dem Ort Eschborn auch die Burg von den Truppen Christians von Braunschweig-Wolfenbüttel geplündert und niedergebrannt. Für den Wiederaufbau nach Kriegende nutzten die Dorfbewohner die Burg als Steinbruch.
Bau und Baugeschichte
Baubeschreibung
Die ehemalige kleine Turmburg stand auf einem künstlichen Hügel, der zur Ausgrabungszeit Ende des 19. Jahrhunderts noch 2 m über dem Terrainniveau lag. Der quadratische Turm von 10,4 m Durchmesser mit 2,75 m starken Mauern (Innenraum von 4,9 x 4,9 m) war von einer 1,2 m starken quadratischen Ringmauer mit abgerundeten Ecken umfasst. Der Turm lag nicht im Zentrum sondern im Westen an der Ringmauer. Umgeben wurde der Hügel von einem 10-15 m breiten und 4 m tiefen Graben.
Burgtyp
Bautyp
Turmburg
Rechtstyp
Stammsitz; Ganerbenburg
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
- Schäfer, Herren von Eppstein
- Raiss, Die Eschborner Burg, in: Zwischen Main und Taunus. MTK-Jahrbuch (2008), S. 29-41
- Bethke, Main-Taunus-Land, S. 54-56
- Grathoff, Mainzer Erzbischofsburgen
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 476
- Dehio Hessen II S. 232
- Michael Nitz u. a., Main-Taunus-Kreis; Kulturdenkmäler in Hessen, S. 217
- Steinmetz, Frühe Niederungsburgen in Südhessen und angrenzenden Gebieten, S. 18-19
- Handbuch der Historischen Stätten Hessen, S. 113
EBIDAT
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Topografische Karten
- Urkataster+
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg Eschborn“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/14756_burg-eschborn> (aufgerufen am 29.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/14756
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