Talburg Ockstadt

Talburg Ockstadt
Basisdaten
Haupt- und Vorburg der weiträumigen Burganlage Ockstadt bilden in etwa ein Rechteck. Die Talburg geht auf den Burgbau zurück, den Gottfried von Cleen ab 1490 anstelle einer älteren Wasserburg errichten ließ. Die erhaltenen Mauern und Ecktürme der Hauptburg stammen aus dieser Zeit. Die übrigen Burggebäude wurden größtenteils im 18. Jahrhundert errichtet. Die Burg ist in Privatbesitz.
Weitere Namen
Burg Frankenstein
Ortstyp
Burg
Bezeichnung der Siedlung
- Veste Ockstad samt Vorgeburg (1386) [Rady, Chronik Ockstadt, S. 33]
- Oberst Schloß zu Oxstat (1495) [Böhmer, Regesta Imperii XIV, 1/2, Nr. 2022]
Lagebezug
knapp 3 km westlich von Friedberg
Lage
Die Burg Ockstadt liegt südlich des historischen Ortskerns am Seebach.
Friedberg-Ockstadt, Bachgasse 28 und 36
Geschichte
Ersterwähnung
1386
Laufzeit
12. oder 13. Jahrhundert (Alte Burg); 15. Jahrhundert (Neue Burg)–
Besitzgeschichte
Die ältere Wasserburg war vermutlich zunächst im Besitz der Herren von Kleeberg. Konrad von Cleen wurde 1386 von Pfalzgraf Ruprecht I. mit der Veste Ockstad samt Vorgeburg belehnt. Gottfried von Cleen ließ ab 1480/90 eine neue Burg errichten, die er 1495 dem Kaiser zu Lehen auftrug, um gleichzeitig wieder mit ihr belehnt zu werden. Im Mannesstamm starben die von Cleen 1522 aus, und das Schloss fiel an Hans IV. von Frankenstein, der mit Irmela von Cleen verheiratet war; 1566 ließ ihr Sohn Gottfried das Reichslehen bestätigen. Die Burg ist heute im Besitz verschiedener Privateigentümer.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Um 1480/90 ließ Gottfried von Cleen die alte Wasserburg durch eine neue Burganlage ersetzen. Anfang des 18. Jahrhunderts (1715-1725) wurde die Burg unter Gottfried von Frankenstein verändert, das südwestliche Wohngebäude stammt aus dieser Zeit. Die Wirtschaftsgebäude der Vorburg, ebenfalls in dieser Bauphase errichtet, sind mittlerweile zu Wohnzwecken umgebaut worden. 1741 wurde als neuer Zugang zur Hauptburg das Torhaus in der Nordmauer errichtet.
Baubeschreibung
Die weiträumige, rechteckige Burganlage (etwa 140 x 80 m) teilt sich in eine Hauptburg im Westen mit annähernd quadratischer Kernburg und eine Vorburg im Osten. Die Hauptburg ist von Graben und Mauer umgeben und war ursprünglich nur durch die Vorburg zugänglich. An den Ecken erheben sich vier runde Geschütztürme, in der Mitte sind ein Bergfried der Kernburg sowie die Grundmauern eines zweiten Turms erhalten. Im Westen steht auf einer hohen Aufschüttung das langgestreckte Schlossgebäude, ein schlichter Bau mit Walmdach. An der Nordmauer steht das Brauhaus, ein einfacher kubischer Bau mit Mansarddach. Die Vorburg wird im Süden und Osten von zwei Wirtschaftsgebäuden begrenzt, an deren nordöstlicher Ecke ein spätmittelalterlicher Rundturm erhalten ist.
Erhaltungszustand
Spuren der alten Wasserburg haben sich nicht erhalten. Die heute existierenden Befestigungsanlagen - Mauern und vier runde Ecktürme sowie ein Turm in der Mitte der Hauptburg - gehen auf die Cleen’sche Burg zurück.
Denkmaltopographie
Burgtyp
Bautyp
Niederungsburg; Wasserburg
Nachweise
Literatur
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 334
- Brohl, Festungen in Hessen, S. 141-146
- Gutbier, Hofbaumeister Ettlingen, Bd. 1, S. 166-168, Bd. 2, Pl. 85-89, Abb. 107-110
- Rady, Chronik Ockstadt
- Denkmaltopographie Wetteraukreis, Bd. II,2, S. 684f.
- Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen II, S. 646
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Talburg Ockstadt“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/14696_talburg-ockstadt> (aufgerufen am 09.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/14696
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