Burg Buchen

Die Lage von Buchen, Burg im Orthofoto
Basisdaten
Die beiden auffallenden Hügel in der Landschaft südöstlich von Maintal-Wachenbuchen sollen die ehemalige Burg der Herren von Buchen getragen haben, wovon heute nur noch die Flurbezeichnung "An der Burg" in einem kleinen Naturschutzgebiet nahe des Ortes Auskunft gibt. Umstritten bleiben in der Literatur der genaue Ort, das Aussehen und die Erbauer der Burg. Sie soll schon im frühen Mittelalter entstanden und im 14. Jahrhundert zerstört worden sein. Heimatsagen berichten von den Schätzen der ehemaligen Burgherren.
Das Schicksal der Burgen Buchen, Niederdorfelden und Windecken stand in engem Zusammenhang mit der Entstehung der Burg Hanau und des mächtigen Hanauer Grafengeschlechts.
Weitere Namen
Burg Wachenbuchen
Wachenbuchen, Burg
Historische Namensformen
- Bůchvn, Arnold de (1145) [HHStAW Best. 22 Nr. U 7, UB Mainz 2,1, S. 152-154, Nr. 77]
- Buche, Gerlachus de (1152) [UB Mainz 2,1, S. 337-339, Nr. 181HHStAW Best. 22 Nr. 435]
- Bůcho, Gerlacus (1168) [UB Mainz 2,1, S. 529-531, Nr. 308, HHStAW Best. 22 Nr. 436]
Ortstyp
Burg
Lagebezug
4,5 km nordwestlich von Hanau
Lage
Etwa 1 km südöstlich des Wachenbuchener Ortskerns lag vermutlich eine Burg, worauf die Flurbezeichnung "An der Burg" hinweist.
Geschichte
Burggeschichte
In den geringen Resten einer untergegangenen Burg vermutet man den Stammsitz der Ritter von Buchen, die als Ministerialen dem König dienten. Der Turmhügel und die nach Norden vorgelagerte Vorburg wurden vermutlich im 11. Jh. errichtet, während die nach Westen gerichtete Vorburg einer späteren Bauphase zuzuordnen ist. Die Motte lag im Bereich einer ehemaligen Römerstraße. Seit dem 12. Jahrhundert finden sich als Zeugen die Herren von Buchen, die vermutlich Lehnsleute der Erzbischöfe von Mainz waren. Ende des 12. Jahrhunderts gehörte die Burg wohl den Herren von Dorfelden-Hanau. Über die Geschichte der Burg ist wenig bekannt. Möglicherweise wurde sie im Städtekrieg 1388/89 zwischen Frankfurt und Hanau zerstört.
Das sogenannte "Büchertal" am Rande der Wetterau am Unterlauf von Kinzig und Nidda mit den drei Buchen-Orten, Wachenbuchen, Mittelbuchen und Lützelbuchen, wird als Stammgebiet der Herren von Hanau angesehen. 1122 wurden urkundlich Grafen von Buchen benannt, die nach allgemein akzeptierter Lehrmeinung auf Burg Wachenbuchen saßen. Sie wurden ab 1143 auch als "von Hagenau" (=Hanau) genannt und waren vermutlich die Gründer der Burg Hanau. Diese wurde nach heutiger Lehrmeinung später von den Herren von Dorfelden übernommen, die damit die Familie der Herren und Grafen von Hanau begründeten.
Bau und Baugeschichte
Baubeschreibung
Im Süden der Burganlage lag ein rechteckiger Turmhügel mit gerundeten Ecken von etwa 40 x 50 m. Die Bergkuppe bot bei einer Höhe von etwa 5 m eine Fläche von ca. 20 x 28 m. Der Turmhügel war von einem ca. 10 m breiten Wassergraben umzogen. Dem Turmhügel war im Norden eine Vorburg vorgelagert, die nicht in der Achse, sondern nach Osten versetzt, von dem Turmhügel durch den Wassergraben getrennt war. Auch die Vorburg war aufgeschüttet, jedoch deutlich weniger erhöht als der Turmhügel und von einem Wassergraben umzogen. Die Basis der Vorburg war etwa 40 x 60 m, während die Kuppe etwa 25 x 40 m umfasste. Um die gesamte Burganlage lief ein weiterer ovaler Wassergraben.
In einer jüngeren Bauphase wurde die Burganlage um eine weitere Vorburg westlich des Turmhügels ergänzt, wobei Turmburg und westliche Vorburg durch den Wassergraben getrennt waren. Die Gesamtumfassung der Burganlage durch den oval geformten Wassergraben wurde mit Bau der zweiten Vorburg vermutlich aufgegeben. Heute sind keine Baureste mehr vorhanden, lediglich die durch Gräben und Aufschüttungen veränderte Bodenbeschaffung blieb erhalten.
Grabungen und Funde
Die wenigen Funde von kleinen Keramikkomplexen wurden von Schülern geborgen und auf der Anhöhe der nördlichen Vorburg entdeckt. Neben neuzeitlichen Fundobjekten wurden auch einige Objekte in das 14. Jh. datiert. Die Keramikfunde werden im Hanauer Museum aufbewahrt.
Burgtyp
Bautyp
Burg
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
- Ottersbach, Die Burgen der Herren und Grafen von Hanau, S. 403-406
- Dehio Hessen II S. 790
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 390-391
- Hanna, Burgen und Schlösser im Kinzigtal, S. 49-50
- Worbs, Buchen -Dorfelden-WindeckenHanauer Geschichtsblätter, Bd. 30, 1988, S. 347-404
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 72
EBIDAT
Siehe auch
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Orte
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Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg Buchen“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/12868_burg-buchen> (aufgerufen am 30.10.2026)
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