Pfalz Gelnhausen

Entstehungjahr unbekannt  
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Gemarkung
Gelnhausen
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Basisdaten

Die ehemalige Kaiserpfalz liegt auf einer Insel des Flusses Kinzig, außerhalb des Mauerrings der Stadt Gelnhausen. Sie wurde von Kaiser Friedrich Barbarossa um 1170 gegründet und ist bis heute die besterhaltene Stauferpfalz in Deutschland. 18000 bis 20000 Pfähle wurden in den Boden gerammt, um auf ihnen eine Wasserburg zu errichten. Die Anlage zählt zu den wichtigsten Beispielen romanischer Baukunst und wird nach ihrem Erbauer auch Barbarossapfalz genannt. große und bedeutende Reichstage fanden hier statt. Heute ist die Anlage im Besitz des Bundeslandes und wird durch die Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten Hessens betreut.

Weitere Namen

Reichsburg Gelnhausen
Barbarossaburg

Historische Namensformen

Ortstyp

Pfalz

Lagebezug

40 km nordöstlich von Frankfurt

Lage

Im Ostsüdosten von Gelnhausen am Ostende einer langgestreckten Kinziginsel gelegen.

Geschichte

Burggeschichte

Auf einer Insel in der Kinzig ließ Kaiser Friedrich I. eine große Wasserburg anlegen, die als große Kaiserpfalz der Staufer diente. Sie sollte den Reichsbesitz in der Wetterau absichern und weiter ausbauen, wie auch die bedeutende Handelsstraße, Via Regia, zwischen Frankfurt am Main und Leipzig für die Staufer kontrollieren. Sie war daher ein Zentrum der staufischen Kaiser, die von Pfalzen aus ihr riesiges Reich verwalteten. Bedeutende Reichs- und Fürstentage fanden in Gelnhausen statt, so 1180 als Friedrich I. seinen Widersacher Heinrich den Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern) entmachtete. 1170 verlieh Kaiser Friedrich I. dem Ort Gelnhausen die Stadtrechte. Zum Bau der Pfalz in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts nutzte man eine bestehende, vermutlich jedoch schon verfallene Burg, die der Kaiser vom Mainzer Erzbischof in dieser Zeit übernahm. Die staufischen Kaiser nutzten häufig diese Pfalz für ihre Aufenthalte, so auch Friedrich II. 1250 wurde eine Belagerung des Gegenkönigs Wilhelm von Holland erfolgreich abgewehrt. Die Reichsburg war mit Burgmannen besetzt; seit 1324 ist der Titel des Burggrafen in Quellen nachweisbar. Im 13. Jahrhundert saßen auch die Grafen von Hanau als Burgmannen in Gelnhausen. 1330 verpfändete Kaiser Ludwig IV. der Bayer Burg und Stadt an Ulrich von Hanau.
Mit dem Ende der Staufer verlor auch die Pfalz ihre Bedeutung. König Karl IV. (reg. 1346-1378, Kaiser ab 1355) verpfändete Burg und Stadt Gelnhausen an Graf Günther von Schwarzburg, der zu Beginn des selben Jahres zum Gegenkönig proklamiert worden war, seine Ansprüche auf die Krone jedoch rasch aufgeben musste und mit dem Pfand entschädigt wurde. Damit endete für Stadt und Burg die Reichsfreiheit. Die Pfalz verlor ihre Bedeutung als Herrschaftszentrum, die sie in der Zeit der Staufer hatte. Zunehmend wurde die Anlage als Steinbruch besonders durch die Burgmannen genutzt, die hier Baumaterial für ihre eigenen Häuser entnahmen. Im Jahr 1431 erwarben der Graf von Hanau und der Pfalzgraf Ludwig III. Pfalz und Stadt von Graf Heinrich von Schwarzburg. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Stadt und Pfalz 1635 durch kaiserliche und schwedische Truppen stark zerstört.
Nach dem Aussterben des Hauses Hanau im Jahre 1736 fiel Gelnhausen an die Landgrafen von Hessen-Kassel, 1746 erwarb Hessen-Kassel den pfälzischen Anteil. Im 19. Jahrhundert ließ Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel die Ruinen der Pfalz sichern.

Bau und Baugeschichte

Baugeschichte

Nach heutigem Forschungsstand stand auf der Gelnhäuser Kinziginsel spätestens seit dem frühen 12. Jahrhundert eine Burg. Für 1133 werden Herren von Gelnhausen, vermutlich Verwandte der Grafen von Selbold genannt. 1170 wird in der Urkunde zur Verleihung der Stadtrechte darauf verwiesen, dass diese "apud castrum" Gelnhausen läge. Über den Bau der Pfalz liegen keine Quellen vor, erst im 13. Jahrhundert wird sie urkundlich genannt. Die Datierung der Bauzeit war daher bis ins ausgehende 20. Jahrhundert unter Wissenschaftlern umstritten. Mit Hilfe dendrochronologischer Untersuchungen von Pfählen, auf denen die Pfalz steht, konnte nach 1990 das Jahr 1169 festgelegt werden. Damit liegen der Bau der Pfalz und die Verleihung der Stadtrechte zeitgleich. Mit dem Ende der Staufer verlor auch die Pfalz an Bedeutung und es erfolgten keine größeren Umbauten der Anlage. So blieb die romanische Bausubstanz erhalten.

Baubeschreibung

Heute sind nur noch Teile der Anlage erhalten, darunter die vollständige Ringmauer und ein Rest des Palas. Die achtfach geknickte bis 2 m dicke Ringmauer der Kernburg umschließt ein trapezförmiges Gelände, auf der Westseite der Torturm, Torhalle und darüber die Kapelle. Im westlichen Teil der Nordmauer der Palas mit anschließendem Wohnbau. In der östlichen Mauerbiegung der frei im Hof stehende runde Bergfried. Im Süden an die Ringmauer angelehnte Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Aufgrund der wenig tragfähigen Bodenbeschaffenheit (wurden tausende von (Eichen-)Pfählen in den Boden gerammt.
Der am Ostende der langgestreckten Kinziginsel gelegenen Kernburg war eine Vorburg vorgelagert, deren drei Tore mit anschließenden Brücken die Verbindung zum Festland herstellten. Das im Nordosten gelegene Tor ("Obenhausener Tor"), das im Nordwesten zur Stadt führende "Tränketor" sowie das im Süden nach Altenhaßlau führende "Haintor". Die Vorburg war durch einen Wassergraben von der Kernburg getrennt, so dass das Tor der Kernburg nur über eine Brücke zugänglich war.

Denkmaltopographie

DenkXweb Kaiserpfalz

Burgtyp

Bautyp

Wasserburg

Rechtstyp

Landesburg

Funktionstyp

Pfalz

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Pfalz Gelnhausen“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/12822_pfalz-gelnhausen> (aufgerufen am 30.10.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/12822

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