Ehemals Kronberg, Pfarrkirche

 
Standort
Kronberg
Anzahl Fenster
1
Anzahl Scheiben
1
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Katalogdaten

Beschreibung

1437 hatte ein Brand die 1355 erstmals bezeugte Johanneskapelle beschädigt und einen Neubau erforderlich gemacht. Die Renovierung des Chores und die anschließende Errichtung des Langhauses (1441-51) lag vor allem in den Händen Franks VIII. von Kronberg und seiner Frau Katharina von Ysenburg, deren Wappen im Chorgewölbe und am Turm 1443 zu sehen sind45. Die Kirche wurde 1800 ausgeweißt und 1896/97 unter Kaiserin Victoria renoviert.
Mittelalterliche Glasmalereien sind einzig durch die Beschreibung und den Stich Samuel Wilhelm Oetters von 1764 (Fig. 238) überliefert: Demnach befanden sich in der ersten Zeile des nördlichen Chorfensters zwei Glasgemälde mit knienden, nach links ausgerichteten Stiftern in einem Architekturgehäuse vor Fiederrankengrund. Auf Grund der Ausrichtung der beiden Stifter zum Altar hin, befanden sich die heute verlorenen Scheiben zur Zeit Oetters noch an ihrem ursprünglichen Standort in Fenster nord II oder nord III. Die Dargestellten werden mit Johann VI. von Kronberg und seiner ersten, vor 1467 verstorbenen Frau Margarethe v. Erlebach identifiziert. Nach Ompteda war Johann von 1441 bis 1447 mit Margarethe verheiratet; die Stiftung der neuen Verglasung für den ab 1441 renovierten Chor erfolgte demnach noch vor 1447.
Daß Oetter keine weiteren Glasmalereien in der Johanniskirche überliefert, hängt einzig damit zusammen, daß für seine historisch-genealogische Sammlung nur Kronberger-Wappen von Interesse waren46 Deshalb finden jene Glasgemälde unbestimmten Inhalts keine Erwähnung, welche der nassauische Archivar und Sekretär des Nassauischen Vereins für Altertumskunde, Friedrich Gustav Habel, 1832 aus der Stadtkirche zu erwerben suchte47. Der Verbleib dieser Glasmalereien ist unbekannt; es ist jedoch nicht auszuschließen, daß es sich bei den kläglichen Resten des wohl gegen 1900 in die frisch renovierte Kronberger Burgkapelle eingesetzten Glasgemäldes mit der Anbetung der Könige (Abb. 239) um eines der gesuchten Stücke handelt. Falls dieses Glasgemälde tatsächlich aus der Kronberger Pfarrkirche stammt, ist es um 1832 ausgebaut worden.

Bibliographie

Samuel Wilhelm Oetter, Wappenbelustigungen, 6. Stück, Augsburg 1764, S. 29, 38, Taf. II (überliefert »rechts des hohen Altars ein schön gemaltes Fenster mit zwo knienden Figuren«, das er in einem Stich festhält); Ludwig Freiherr von Ompteda, Die von Kronberg und ihr Herrensitz, Frankfurt/Main 1899, S. 179f., mit Abb., S. 254 (Glasmalereien zerstört oder entwendet; identifiziert die Stifter auf den durch Oetter überlieferten Scheiben mit Johann VI. von Kronberg und seiner ersten Frau, einer von Erlebach-Wilbach); Sofie Bauer, Kunstdenkmäler der Herren von Kronberg, in: Helmut Bode (Hrsg.), Kronberg im Taunus. Beiträge zur Geschichte, Kultur und Kunst, Frankfurt/Main 1980, S. 228, Anm. 65, Abb. 25 (wie Ompteda); Wolfgang Ronner, Die von Kronberg und ihre Frauen (Bibliothek familiengeschichtlicher Arbeiten 50), Neustadt/Aisch 1992, S. 173 (untermauert die Identifizierung Omptedas).

Nachweise

Fußnoten

  1. Quellen zum Bau bei Ompteda (s. Bibl.), 1899, S. 257f.: Den Baubeginn markiert die Bestellung zweier Steinmetze im Jahr 1440; 1468 werden die letzten Steine für den Kirchenbau beschafft. Vgl. im übrigen Bauer (s. Bibl.), 1980, S. 223.
  2. So verweist er etwa auf einzelne Kronbergische Wappenscheiben des späten 16. und frühen 17. Jh. in einem Haus neben der Kirche; vgl. Oetter (s. Bibl.), 1764, S. 38f..
  3. Vgl. Sofie Bauer, Anmerkungen zum Tondoerffer-Epitaph in der St. Lorenzkirche zu Nürnberg und zur mittelrheinischen Tonplastik, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1988, S. 156. Die dort erwähnten Archivalien konnten in Wiesbaden nicht gefunden werden.

Drucknachweis

Die mittelalterlichen Glasmalereien in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet / Daniel Hess (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. III, 2), Berlin 1999

Nachnutzung

Rechtehinweise

Katalogdaten: Corpus Vitrearum Deutschland / Freiburg i. Br.
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Ehemals Kronberg, Pfarrkirche“, in: Mittelalterliche Glasmalereien in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/mittelalterliche-glasmalereien-in-hessen/alle-objekte/213-3_ehemals-kronberg-pfarrkirche> (aufgerufen am 12.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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