Ehemals Frankfurt, Barfüsserkloster

 
Standort
Frankfurt
Anzahl Fenster
1
Anzahl Scheiben
1
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Katalogdaten

Beschreibung

Die Ende des 13. Jh. errichtete und 1350 erweiterte Kirche wurde mittels der reichen Stiftungen der Frankfurter Patrizier zwischen 1451 und 1510 nochmals umgebaut und erweitert: Auf die Erbauung und Verglasung der Steffanschen Kapelle und der Einrichtung der Grablege für Heinrich Rohrbach und seine Frau im Chor der Kirche folgten ab 1478 größere, nicht genauer bestimmte Umbau-Arbeiten an Lettner und Gewölben, die offenbar 1489 abgeschlossen waren. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden die auf Grund ihres Preises auf höchstens 18 qm zu veranschlagenden Butzenscheiben verwendet. Im Anschluss daran wurde der neue Chor in Angriff genommen, dessen neues Gewölbe jedoch 1510 einstürzte und damit den Abschluß verzögerte. 1669 und 1736/40 sind umfangreiche Reparaturen des seit 1548 als protestantische Hauptkirche dienenden Baues überliefert, der 1787 wegen Baufälligkeit schließlich niedergelegt und durch die Paulskirche ersetzt wurde.
Noch vor den 1478 einsetzenden Umbauten hatten die Treuhänder des 1473 verstorbenen, in der Kirche begrabenen Jakobs von Schwanau 1475 dem meyster von Mentze fur 3 gebranten stucke in den nuwen fynstern im gange zun Barfussin fünf Gulden gegeben. Ob diese drei bei der Nygebur-Kapelle eingebrochenen Fenster tatsächlich das Jüngste Gericht zeigten, wie Kriegk, Lotz und Wolff/Jung behaupteten, ist unwahrscheinlich, da das Jüngste Gericht in der Quelle als gemelts bezeichnet wird; es dürfte sich folglich um ein Wandgemälde gehandelt haben. 1479 folgen geringere Zahlungen für ein Glasgemälde in der Konventstube an den Glaser Henchin, der mit dem Frankfurter Glasmaler Hans Thomas identifiziert wird. Dieser erhielt zunächst zwei Gulden ohne nähere Angaben, dann vier Gulden uff die vorgenanten 2 gulden fur 1 stucke zun Barfussen in conventstobin. Mit diesen Quellen, den von Lersner und Hüsgen beobachteten Glasmalereiresten in den Kirchenfenstern sowie den von Philipp Ludwig Authäus in dessen Epitaphienbuch um 1675 überlieferten Wappen in verschiedenen, nicht näher bezeichneten Fenstern14 erschöpft sich die Überlieferung.

Bibliographie

Lersner, 1706, Teil 2, S. 60 (überliefert den Bau der sog. Steffischen Kapelle um 1451 durch Hans Steffan von Cronstett und seine Frau Agnes von Eck, deren beider Wappen in den Fenstern noch zu sehen sei); Lersner, 1734, 2, S. 64f. (erwähnt die Stiftung von 86 Gulden 6 Schillingen durch Jakob von Schwanau für drei Fenster und ein Gemälde mit dem Jüngsten Gericht im Jahre 1473 sowie im Rahmen der im Wortlaut zitierten Umbau-Rechnung von 1485 die Bezahlung von 26 Gulden für Butzenscheiben); Hüsgen, 1780, S. 222 (überliefert einige schön gebrannte farbige Scheiben in den oberen Teilen der Langhausfenster); Fiorillo, I, 1815, S. 426 (behauptet mit Berufung auf Hüsgen, daß die Glasgemälde im oberen Teil der Fenster fast alle zerstört seien); Georg Ludwig Kriegk, Geschichte von Frankfurt am Main in ausgewählten Darstellungen, Frankfurt/Main 1871, S. 171 (erwähnt als Stiftung Schwanaus »ein das Jüngste Gericht darstellendes Fenstergemälde«); Lotz, 1880, S. 122 (erblickt im Jüngsten Gericht ebenfalls ein Glasgemälde); Wolff/Jung, 1896, S. 276 (erwähnen die Glasgemälde-Stiftung Jakobs von Schwanau, die insgesamt 86 Gulden gekostet haben soll); Jung, 1908, S. 95 (Quellen zu den Glasgemäldestiftungen Jacobs von Schwanau 1475).

Nachweise

Fußnoten

  1. Frankfurt StA, Epitaphienbücher Nr. 9, fol. 68v., 69r.

Drucknachweis

Die mittelalterlichen Glasmalereien in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet / Daniel Hess (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. III, 2), Berlin 1999

Nachnutzung

Rechtehinweise

Katalogdaten: Corpus Vitrearum Deutschland / Freiburg i. Br.

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Ehemals Frankfurt, Barfüsserkloster“, in: Mittelalterliche Glasmalereien in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/mittelalterliche-glasmalereien-in-hessen/alle-objekte/207-8_ehemals-frankfurt-barfuesserkloster> (aufgerufen am 17.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/cvmahessen/207-8