Ehemals Worms, Augustiner Chorherrenstift Kirschgarten

 
Standort
Worms
Anzahl Fenster
1
Anzahl Scheiben
1
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Katalogdaten

Beschreibung

Ein in den 1220er-Jahren(?) gegründetes, 1236 erstmals erwähntes, südwestlich der Stadt am Eisbach gelegenes Zisterzienserinnenkloster wurde infolge einer schweren finanziellen und auch personellen Krise in den 1420/30er-Jahren aufgegeben. Die Klostergebäude wurden 1443 von Windesheimer Chorherren neu besiedelt und in der zweiten Hälfte des 15. Jh. nach und nach erneuert, wovon das Einnahme- und Ausgabebuch des Priors für die Jahre 1460–1504 beredt Zeugnis gibt90.

Einige Ausgaben betrafen die Erneuerung bzw. die Neuverglasung von Fenstern, so u.a. 1460 und 1461 die Fenster über der neuen Sakristei, in der neuen Kapitelstube, im Refektorium, usw. (s. Reg. Nr. 84). Handelte es sich dabei vermutlich um Blankverglasungen, so lässt die 1464 erfolgte Stiftung eines Rabanus von Monzingen(?) in Höhe von sieben Pfund (Heller) für ein Fenster im Kreuzgang ebenso auf verlorene Glasmalereien schließen wie die 1465 belegte Ausgabe von sieben Pfund (Heller) für ein letztes, vielleicht auch den Kreuzgang betreffendes Fenster, an dem die Glasermeister Johannes (†) und Kirstmann91 sowie der Maler Mat(t)h(ia)s (†) beteiligt waren, Letzterer mit einem Bild des Gekreuzigten (s. Reg. Nr. 84). Zwei kleine Ausgabeposten für den Transport von Fenstern aus Speyer (1494) und für gemalte Gläser (1501) könnten mit der damals aktuellen Neuausstattung der Klosterkirche in Verbindung gestanden haben (s. ebenfalls Reg. Nr. 84).

Während des Bauernkrieges 1525 ließ die Stadt Worms das Kloster aus militärischen Gründen räumen und von Bewaffneten besetzen, bis es im weiteren Verlauf des Krieges völlig zerstört wurde.

Bibliographie

Kranzbühler 1905, S. 103 (Erwähnung von Glaser- und Glasmalerarbeiten in den 1460er-Jahren); Weissenberger 1937, S. 75, 77 (Zusammenfassung der von Kranzbühler 1905 publizierten Quellen).

Nachweise

Fußnoten

  1. Kranzbühler 1905, S. 166–170, Anlage V. Zur Geschichte des Baues und seiner Ausstattung s. ebd., S. 102–104, und Weissenberger 1937, S. 63, 75–77. Zusammenfassend zuletzt Gerold Bönnen/Joachim Kemper, Das geistliche Worms: Stifte, Klöster, Pfarreien und Hospitäler bis zur Reformation, in Bönnen 2005, S. 631–734, hier S. 709f., 718, 720f
  2. Zu magister kirstman vgl. auch Hotz 1956, S. 310. Die dort vermutete Identität mit dem Maler Christmann in Heidelberg ist nicht zu belegen.

Drucknachweis

Die mittelalterlichen Glasmalereien in Oppenheim, Rhein- und Südhessen / Uwe Gast unter Mitwirkung von Ivo Rauch (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. III, 1), Berlin 2011

Nachnutzung

Rechtehinweise

Katalogdaten: Corpus Vitrearum Deutschland / Freiburg i. Br.

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Ehemals Worms, Augustiner Chorherrenstift Kirschgarten“, in: Mittelalterliche Glasmalereien in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/mittelalterliche-glasmalereien-in-hessen/alle-objekte/136-4_ehemals-worms-augustiner-chorherrenstift-kirschgarten> (aufgerufen am 12.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/cvmahessen/136-4