Oppenheim, Zisterzienserinnenkloster Mariakron

 
Standort
Oppenheim
Anzahl Fenster
1
Anzahl Scheiben
1
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Katalogdaten

Beschreibung

Das Gründungsdatum des einst außerhalb der Stadt an der Straße nach Nierstein gelegenen Zisterzienserinnenklosters ist unbekannt. Erstmals erwähnt wird es 1265, als Erzbischof Werner von Eppstein dem Abt von Eberbach die geistliche Aufsicht über verschiedene Niederlassungen der Zisterzienserinnen, darunter auch Oppenheim, übertrug. Der Bau der Klosterkirche St. Anna, die sieben Altäre besaß, dürfte der bildlichen Überlieferung nach in der Zeit um 1300 erfolgt sein, wofür auch die Häufung von Bestattungen im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts spricht. Unter Kurfürst Friedrich III. wurde das reich dotierte Kloster aufgehoben (1565) und ging, nachdem es bereits im Dreißigjährigen Krieg beschädigt worden war, beim Brand Oppenheims 1689 zugrunde. Im 18./19. Jh. waren noch Reste seiner Baulichkeiten vorhanden, die heute weitgehend verschwunden sind80.

Laut der Überlieferung des Mainzer Vikars und Inschriftensammlers Georg Helwich befanden sich um 1614/15 in den Räumlichkeiten des ehem. Frauenklosters noch einige Denkmäler mit Inschriften, darunter auch zwei Glasgemälde von 1516, zwei Wappenscheiben, die von Mitgliedern des Ritterstifts St. Ferrutius in Bleidenstadt gestiftet worden waren (s. Reg. Nr. 81). Die von Helwich zuerst genannte Scheibe war eine Stiftung des Dekans und Kanonikers Philipp Hilchen von Lorch, eines Bruders der 1518 verstorbenen Oppenheimer Äbtissin Margarete81; die zweite Scheibe war von dem Kanoniker Johann von Elkershausen gen. Klüppel gestiftet worden.

Bibliographie

Scriba 1855, S. 324 (zitiert die Beschreibung Helwichs von 1614/15
); Düll 1984, S. 57f., Nr. 132f. (bespricht jene beiden von Helwich überlieferten, 1516 datierten Scheiben mit Stifterinschriften); Monsees 1997, S. 282, Anm. 5 zu Nr. 334, und S. 313, Anm. 5 zu Nr. 365 (Erwähnung der Stiftungen des Johann Klüppel von Elkershausen und des Philipp Hilchen von Lorch).

Nachweise

Fußnoten

  1. Wagner/Schneider 1878, S. 159–164; Wernher 1925, S. 130–132; Düll 1984, S. XXIf.; Ernst Coester, Zwei Cistercienserinnenkirchen mit dem Namen Mariäkron in Rechentshofen und Oppenheim, in: Cîteaux 38, 1987, S. 24–33, hier S. 31–33; Hanschke 22007, S. 233 Nr. 147f. mit Abb.
  2. Düll 1984, S. 59f., Nr. 136.

Drucknachweis

Die mittelalterlichen Glasmalereien in Oppenheim, Rhein- und Südhessen / Uwe Gast unter Mitwirkung von Ivo Rauch (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. III, 1), Berlin 2011

Nachnutzung

Rechtehinweise

Katalogdaten: Corpus Vitrearum Deutschland / Freiburg i. Br.

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Oppenheim, Zisterzienserinnenkloster Mariakron“, in: Mittelalterliche Glasmalereien in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/mittelalterliche-glasmalereien-in-hessen/alle-objekte/134-2_oppenheim-zisterzienserinnenkloster-mariakron> (aufgerufen am 15.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/cvmahessen/134-2