Ehemals Mainz, sog. Reichsklarakloster
Enthaltene Fenster
Katalogdaten
Beschreibung
Nachdem die Franziskaner sich schon im Jahr 1221 in Mainz niedergelassen und, mit Unterstützung Erzbischof Gerhards I., 1253 ein Kloster gegründet hatten, entstand bald darauf im nordöstlichen Teil der Stadt ein Haus für die Klarissen, den weiblichen Zweig des Ordens. Es wurde im Jahr 1272 von dem Mainzer Patrizier Humbert zum Widder († 1292) und dessen Frau Elisabeth († 1289) gestiftet, und noch vor 1300 scheinen Kirche und Kloster, die nicht nur von ihren Stiftern, sondern u.a. auch von den Grafen von Katzenelnbogen reich begabt wurden, weitgehend vollendet gewesen zu sein; die Kirche diente den Klostergründern wie auch Angehörigen derer von Katzenelnbogen, so Graf Diether V. († 1276) und Gräfin Adelheid († 1288), der Mutter des späteren Königs Adolf von Nassau (1291–1298), als Begräbnisstätte69 Nachdem das Kloster bereits im Jahr 1781 aufgehoben worden war, wurde die Klosterkirche profaniert (1792) und zu verschiedenen Zwecken genutzt, bis sie im Jahr 1906 vom Naturhistorischen Museum der Stadt Mainz bezogen wurde.
Dass die Baulichkeiten einstmals mit Glasmalereien ausgestattet waren, darf angesichts der Überlieferung für zeitnahe Gründungen wie das Klarissenkloster Klarenthal bei Wiesbaden70vermutet werden; bekannt ist lediglich, dass eine um 1400 verstorbene soror Elisabeth […] 5 (Pfd.) heller zu den fenstern gegeben hat (s. Reg. Nr. 37), womit wahrscheinlich gemalte Fenster gemeint waren. Verschiedene Fensterstiftungen des 17. Jh., die Heinrich Schrohe aufführt, weisen auf eine Barockisierung hin71, in deren Zuge mittelalterliche Glasmalereien entfernt worden sein könnten.
Bibliographie
Unpubliziert
Nachweise
Fußnoten
- Wagner/Schneider 1878, S. 213–222; Heinrich Schrohe, Geschichte des Reichklaraklosters in Mainz, Mainz 1904; Arens 1958, bes. S. [55f.] sowie S. 364, Nr. 672 (verlorene Stiftungsinschrift; vgl. S. 705f., Nr. 1602); Falck 1973, S. 33f.; zum Bau selbst s. Jäggi 2006, S. 75–78. – Zu den erwähnten Begräbnissen s. Arens 1958, S. 365, 366, Nr. 673, 675.. ↑
- Hess 1999, S. 339f., Fig. 235–237 ↑
- Schrohe 1904 (wie Anm. 69), S. 16, 46f. Um 1670 wurden die Fenster im Chor neu verglast. Sie enthielten Wappen des Mainzer Erzbischofs Johann Ph. von Schönborn (1605–1673, Ebf. seit 1647), dessen Koadjutors Lothar Fr. von Metternich-Burscheid (1617–1675, Koadjutor seit 1670), des Dompropstes Johann von Heppenheim, gen. von Saal (1605–1672) und des Kaufmanns, Rats und Rentmeisters Edmund Rokoch († 1675). ↑
Drucknachweis
Die mittelalterlichen Glasmalereien in Oppenheim, Rhein- und Südhessen / Uwe Gast unter Mitwirkung von Ivo Rauch (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. III, 1), Berlin 2011
Nachnutzung
Rechtehinweise
Katalogdaten: Corpus Vitrearum Deutschland / Freiburg i. Br.
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ehemals Mainz, sog. Reichsklarakloster“, in: Mittelalterliche Glasmalereien in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/mittelalterliche-glasmalereien-in-hessen/alle-objekte/132-10_ehemals-mainz-sog-reichsklarakloster> (aufgerufen am 17.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/cvmahessen/132-10
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