Ornamentfelder mit Wirbelrosetten (Marburg, Elisabethkirche)

Ornamentfenster Chor S V, 4-6b
Katalog
Von Daniel Parello
Abmessungen
H./B.: 2b, 3a/b, 4b, 5a/b je ca. 90/83 cm; 6a/b je 84/83 cm.
Erhaltung
Die Kopfscheibe 6a mit weitgehend erneuerten Randstreifen, ansonsten nur wenige Ergänzungen im Originalbestand; das innere blaue Rahmenband wurde offenbar in sämtlichen Feldern ausgewechselt.
Komposition, Farbigkeit, Ornament
Typus T. Konzeptionell verwandte Muster – Blattgrisaillen in Maßwerkelementen mit Steinschnittkante – begegnen bereits in den um 1276–1287 ausgeführten nördlichen Chorobergadenfenstern der Altenberger Zisterzienserklosterkirche und dort kurz darauf, wie in Marburg mit farbigen Einsprengseln, auch im prachtvollen Nordquerhausfenster nord XV207. Die mit Sicherheit aus den nördlichen Langhauskapellen der Oppenheimer Katharinenkirche stammenden Reste einer Grisailleverglasung um 1310/15 (Darmstadt, Hessisches Landesmuseum) bringen das Blattwirbelmotiv innerhalb von Vierpässen zur Darstellung208. Wirbelrosetten tauchen um 1320 auch im Chor der Hersfelder Stadtkirche auf (Vitaliskapelle nord II). Rotierende Blattkreise sind auch eine an Schlusssteinen häufig anzutreffende Schmuckform; in den östlichen Jochen des Langhauses und im Sakristeigewölbe der Marburger Elisabethkirche begegnen sie ebenso wie in der Zisterzienserkirche zu Haina209.
Bildnachweis
Foto Marburg 22487–22491, 22493f.
Nachweise
Fußnoten
- Zu den nördlichen Chorobergadenfenstern s. AK Köln 1998, S. 168–171, Nr. 20.2–5 (Hartmut Scholz); zum Nordquerhausfenster s. Lymant 1979, S. 89f., Abb. 36f.; neuerdings Hartmut Scholz in: Gast/Parello/Scholz 2008, S. 30–43. Eine typologische Vorform stellt vielleicht das um 1275/80 anzusetzende, heute verlorene Wirbelrosettenmuster in Sechspassformen der Erfurter Predigerkirche dar; Drachenberg/Maercker/Schmidt 1976, S. 106 (Anm.), Abb. 219. Zu einer dendrochronologisch gestützten Datierung des Baues s. Anette Pelizaeus, Die Predigerkirche in Erfurt. Studien zur gotischen Bettelordensarchitektur in Thüringen, Köln 2004. ↑
- Beeh-Lustenberger 1973, S. 90, Nr. 121, Taf. 12. Diese waren bisher irrtümlich in die Nebenchöre lokalisiert worden, können aber aufgrund ihrer Maße und ihrer stilistisch kaum vor 1300 möglichen Entstehung nur aus den Langhauskapellen stammen; s. Daniel Parello, Die Glasmalereien, in: Die Liebfrauenkirche in Oberwesel, hrsg. von Regine Dölling (Forschungsberichte zur Denkmalpflege 6), Worms 2002, S. 143–157, hier S. 147f. ↑
- Hamann/Wilhelm-Kästner, I, 1924, Abb. 22 (Marburg, Langhaus), Abb. 114 (Haina); Michler 1984, Abb. 136 (Marburg, Sakristei). Aus der Übereinstimmung der Schmuckformen von SÜD V mit den Schlusssteinen der Sakristei erschließt Michler eine Datierung um 1280 (S. 166). ↑
Drucknachweis
Die mittelalterlichen Glasmalereien in Marburg und Nordhessen / Daniel Parello unter Verwendung von Vorarbeiten von Daniel Hess (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. III, 3), Berlin 2008, 436 [= 2b, 3a/b, 4a/b,. Ornamentfelder mit Wirbelrosetten]
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Siehe auch
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Rechtehinweise
Katalogdaten: Corpus Vitrearum Deutschland / Freiburg i. Br.
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ornamentfelder mit Wirbelrosetten (Marburg, Elisabethkirche)“, in: Mittelalterliche Glasmalereien in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/mittelalterliche-glasmalereien-in-hessen/alle-eintraege/321-1-27-01_ornamentfelder-mit-wirbelrosetten-marburg-elisabethkirche> (aufgerufen am 11.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/cvmahessen/321-1-27-01

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