Ornamentfelder mit Hopfenranken (Marburg, Elisabethkirche)

 
Datierung
um 1300-1315
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Katalog

Von Daniel Parello

Abmessungen

H./B.: 1a: 87,5/81,5 cm; 1b: 87,5/82 cm; 2b: 89/82 cm; 3a: 87/81 cm; 3b: 87,5/82 cm; 4a: 90/82,5 cm; 4b: 89,5/83 cm; 5a: 89/83 cm; 5b: 89,5/83 cm; 6a: 83,5/83 cm; 6b: 83,5/83 cm.

Erhaltung

Die Felder der beiden unteren Zeilen weisen nur noch geringfügigen mittelalterlichen Glasbestand auf. Reste des äußeren farblosen Randstreifens sind in einigen wenigen Feldern bewahrt. Die schmalen gelben Rautenbänder wurden offenbar weitgehend erneuert. Dagegen sind die blauen und roten Farbgläser in ihrer Leuchtkraft kaum oder nur wenig beeinträchtigt. Der fleckige Eindruck der Blattgrisaillen geht auf das Konto der zur Lichtdämpfung aufgetragenen Lacküberzüge, die offenbar, wie die Kriegsbergungsaufnahmen belegen, bereits von Linnemann herrühren. Die Zeichnung selbst scheint gut auf dem Glasträger zu haften, sogar die haarfein aufgebrachten Blattnervaturen sind noch gut zu erkennen. Die Menge der Sprungbleie variiert felderweise.

Komposition, Farbigkeit, Ornament

Typus V. Die Kombination von farbigen Scherengittern und blattgefüllten Maßwerkgrisaillen entwickelte sich zu einem beliebten Motiv ornamentaler Verglasungen in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Muster ist strukturell von älteren Flechtbandverglasungen herzuleiten. Mit dem Schub zu größerem Naturalismus gehen Vergegenständlichung und Differenzierung der Formen einher; nun gelangten botanisch bestimmbare Pflanzen zur Abbildung, die mitunter mit Schmuckmotiven der gebauten Architektur, wozu auch eiserne Fensterverschlüsse zählen, verbunden wurden. In einer mittelrheinischen(?), um 1260/70 entstandenen Grisaillescheibe in Nürnberg sind die Vierpassgrisaillen wie ein schmiedeisernes Gitter mit Manschetten verklammert und zugleich mit einem farbig sich hiervon abhebenden Scherengitter versehen206. Vorformen solcher Ornamentik sind aus dem Zisterzienserinnenkloster Namedy bekannt. In Marburg kommt dem ungewöhnlich schlanken Scherengitter gar die Funktion eines Spaliers zu, an dem sich die Hopfengewächse emporwinden können. Eine verwandte Konzeption bietet die Ornamentverglasung der ehemaligen Zisterzienserkirche in Haina: Im Langhausfenster NORD XIII bildet das Scherengitter selbst die Blatttriebe für die dahinter befindlichen vegetabil ausgeformten Vierpassgrisaillen aus (s. Abb. 91).

Bildnachweis

Foto Marburg 22381–22392

Nachweise

Fußnoten

  1. Nürnberg, GNM; s. AK Köln 1998, S. 130f., Nr. 6 (Hartmut Scholz).

Drucknachweis

Die mittelalterlichen Glasmalereien in Marburg und Nordhessen / Daniel Parello unter Verwendung von Vorarbeiten von Daniel Hess (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. III, 3), Berlin 2008, 435 [= 1–6a/b. Ornamentfelder mit Hopfenranken]

Siehe auch

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Personen

Extern

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Nachnutzung

Rechtehinweise

Katalogdaten: Corpus Vitrearum Deutschland / Freiburg i. Br.
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Ornamentfelder mit Hopfenranken (Marburg, Elisabethkirche)“, in: Mittelalterliche Glasmalereien in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/mittelalterliche-glasmalereien-in-hessen/alle-eintraege/321-1-26-01_ornamentfelder-mit-hopfenranken-marburg-elisabethkirche> (aufgerufen am 10.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/cvmahessen/321-1-26-01

Ornamentfenster Chor N V. Marburg um 1300-1315.Ornamentfelder mit Hopfenranken: ES [= Erhaltungsschema] Chor N V, 4/5bOrnamentfelder mit Hopfenranken: ES [= Erhaltungsschema] Chor N V, 4/5bOrnamentfelder mit Hopfenranken: ES [= Erhaltungsschema] Chor N V, 4/5bOrnamentfelder mit Hopfenranken: ES [= Erhaltungsschema] Chor N II, 6bOrnamentfelder mit Hopfenranken: ES [= Erhaltungsschema] Chor N II, 6bOrnamentfelder mit Hopfenranken: ES [= Erhaltungsschema] Chor N V, 4/5bOrnamentfenster Chor N V. Marburg um 1300-1315. (Ausschnitt)