Hl. Genovefa (Friedberg, Liebfrauenkirche)

 
Datierung
1476-1479
Fenster
Chorfenster I
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Katalog

Von Daniel Hess

Abmessungen

H. 73,5/72 cm, B. 47,5/48,5 cm.

Erhaltung

Mit Ausnahme weniger Ergänzungen in Gewand, im Nimbus und der Halspartie ist die Figur in ihrem Originalbestand erhalten. Damastgrund und Bekrönung mit Ausnahme weniger Reste hingegen vollständig erneuert. Neben einzelnen Sprungbleien partielle Ausbrüche in der Bemalung; sich ausbreitender Lochfraß im Nimbus außen. Reste von schollenförmig ausbrechenden Überzügen in blauen und weißen Gläsern; außen dünner, vereinheitlichender Überzug.

Ikonographie

Bei der bislang als Dorothea bezeichneten Heiligen handelt es sich auf Grund des Attributs der Kerze – hier eine sog. Tortsche – um die Hl. Genovefa, von der in der deutschen Kunst zahlreiche Darstellungen besonders im Südwesten Deutschlands überliefert sind36.

Komposition

Die Heilige steht nach links gewandt auf einer profilierten, dreiseitig gebrochenen Sockelplatte vor Damastgrund. Wie das Pendant in Bahn 8/9a war auch dieses Feld seitlich ursprünglich wohl nicht gerahmt; die Bekrönung setzt auf seitlich angefügten Blattkonsolen an (nach Feld 9a ergänzt).

Farbigkeit

Sehr zurückhaltende Farbigkeit: gelbes, damasziertes Untergewand und weißer Mantel mit rotem Futter; Tortsche, Haare, Nimbus und Konsolen gelb; Kerzenflamme rot. Sockel und Bekrönung weiß; blauer Damastgrund (erneuert).

Bildnachweis

CVMA A 10243, 10246

Nachweise

Fußnoten

  1. Die nicht weiter begründete Bezeichnung als Hl. Dorothea geht zurück auf Neundörfer (s. Bibl.), 1923, S. 11; deren Attribute sind jedoch ein Rosenzweig oder ein Blütenkorb etc. Neben Genovefa, deren Hauptattribut die Kerze ist, wird gelegentlich auch Agatha mit einer Kerze dargestellt; so etwa im Kupferstich L. 385 von Israhel van Meckenem (vgl. weiter Braun, 1943, S. 39f.).

Drucknachweis

Die mittelalterlichen Glasmalereien in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet / Daniel Hess (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. III, 2), Berlin 1999, 193 f. [= 8/9c. Hl. Genovefa]

Siehe auch

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Nachnutzung

Rechtehinweise

Katalogdaten: Corpus Vitrearum Deutschland / Freiburg i. Br.
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hl. Genovefa (Friedberg, Liebfrauenkirche)“, in: Mittelalterliche Glasmalereien in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/mittelalterliche-glasmalereien-in-hessen/alle-eintraege/208-1-01-07_hl-genovefa-friedberg-liebfrauenkirche> (aufgerufen am 19.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/cvmahessen/208-1-01-07

Hl. Genovefa: ES [= Erhaltungsschema] Chor I, 7-9a-c (Ausschnitt) [8/9c]