Georg-Büchner-Preis an Ernst Kreuder

 

Ereignis

Was geschah

Der Georg-Büchner-Preis, ursprünglich 1923 als Stiftungspreis des Volksstaates Hessen an aus Hessen stammende Persönlichkeiten der Kunst, Literatur, des Schauspiels oder der Musik verliehen, wurde 1951 zum Literaturpreis umfunktioniert und seitdem von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung an national bedeutende Dichter*innen und Schriftsteller*innen vergeben.1 Nachdem die Preisverleihung 1952 ausfiel, erhält in diesem Jahr Ernst Kreuder (1903–1972) den Georg-Büchner-Preis. Der in Darmstadt lebende Schriftsteller wird für sein literarisches Werk gewürdigt, „nicht weil er ein Hesse, sondern weil er ein Dichter ist“2, wie Kasimir Edschmid3 (1890–1966), Vizepräsident der Akademie für Sprache und Dichtung, in seiner Laudatio auf Ernst Kreuder äußert. Kreuder studierte in Frankfurt am Main, wo er in den 1920er Jahren für das Feuilleton der „Frankfurter Zeitung“ schrieb. Während des Nationalsozialismus verfasste er Kurzgeschichten, die in diversen Zeitungen veröffentlicht wurden und war Mitglied der Reichsschrifttumskammer, des im Sinne des Nationalsozialismus institutionalisierten und zwingenden Verbundes für deutsche Schriftsteller. Wegen dieser Tätigkeit wird Kreuders im Nachhinein geäußerte oppositionelle Haltung zum Nationalsozialismus und seine „innere Emigration“4 angezweifelt. Dennoch wurde er 1949 in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz aufgenommen und veröffentlichte diverse Romane und Erzählungen.5 Als Abschluss der jährlichen Herbsttagung der Deutschen Akademie für Dichtung und Sprache ehren die Vorstandsmitglieder nun auf der Mathildenhöhe in Darmstadt Ernst Kreuder, „den Erzähler und Publizisten, der mit Mut und Können für die Souveränität der Kunst einsteht und mit der Kraft der Phantasie und mit romantischer Anmut eine Wirklichkeit zu formen trachtet, welche unsere Epoche auf neue Weise verdeutlicht.“6
(NT)

Bezugsrahmen

Nachweise

Fußnoten

  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9.11.1953, S. 6: Die tiefere Wirklichkeit.
  2. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9.11.1953, S. 6: Die tiefere Wirklichkeit.
  3. Eigentlich Eduard Schmid, bei Kasimir Edschmid handelt es sich um ein Pseudonym, unter dem der Schriftsteller bekannt ist.
  4. Als „Innere Emigration“ bezeichnet man die Geisteshaltung von Künstlern und Schriftstellern und Intellektuellen, die dem NS-Regime gegenüber zwar oppositionell eingestellt waren, jedoch nicht aus Deutschland auswanderten. Häufig unterstanden sie während des Nationalsozialismus einem Berufsverbot.
  5. Wikipedia: Ernst Kreuder.
  6. Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung: Auszeichnungen: Georg-Büchner-Preis: Ernst Kreuder.

Literatur

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Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Georg-Büchner-Preis an Ernst Kreuder, 7. November 1953“, in: Hessen im 19. und 20. Jahrhundert <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/hessen-im-19-und-20-jahrhundert/alle-eintraege/5520_georg-buechner-preis-an-ernst-kreuder> (aufgerufen am 13.06.2026)

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