Külsheimer, Leopold (1933) – Bad Wildungen

Grab Nr. 101  
19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
Lageplan
PDF-Datei

Äußere Merkmale

Material und Größe

Granit

Platzierung

stehend

Beschreibung

Querrechteckige Stele aus Granit mit oben abgeflachten Ecken auf einem Sockel. Die Vorderseite (Ostseite) zeigt oben einen Davidstern und darunter zunächst eine deutsche, dann eine hebräische Inschrift. Am Sockel lehnt eine kleine, querrechteckige Granittafel mit abgerundeten Ecken, die aus der Nachkriegszeit stammt und eine deutsche Gedenkinschrift für die ermordete Helene Külsheimer trägt.

Inschrift

Sprache der Vorderseite

deutsch, hebräisch

Text











פ"נ
איש טוב ונכבד
יהודה בר פינחס
מת בעש"ק כ"ז תמוז
תרצ"ג לפ"ק.
ת׳ נ׳ צ׳ ב׳ ה׳

Vorderseite

(Deutsche Inschrift:)

LEOPOLD KÜLSHEIMER
GEB. 14.7.1882, GEST. 21.7.1933.


(Übersetzung der hebräischen Inschrift darunter:)

Hier ruht
ein guter und ehrenwerter Mann,
Jehuda, Sohn des Pinchas.
Er starb am Rüsttag des heiligen Schabbat, 27. Tammus
693 nach der kleinen Zählung.
Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens.


(Deutsche Inschrift auf der Gedenktafel:)

Helene
Külsheimer
gest. im Jan. 1943
im K.Z. Theresienstadt.

Bemerkungen

Bearbeitung der hebräischen Inschrift unter Mitwirkung von Eva Flörsheim (Moss, Norwegen) und Richard Oppenheimer (Venice, Florida, USA).

Verstorbene

  1. Külsheimer, Leopold
    Geburtstag
    14.7.1882
    Sterbetag
    21.7.1933
    Geschlecht
    männlich
    Familienstand
    verheiratet
    Herkunftsort
    Basdorf
    Wohnort
    Bad Wildungen
    Sterbeort
    Bad Nauheim
    Beruf
    Kaufmann

Nachweise

Anmerkungen

Laut Grabstein:
Leopold Külsheimer (Jehuda, Sohn des Pinchas), geboren am 14.07.1882, gestorben am 21.07.1933.
Die Gedenktafel am Sockel des Steines erinnert an Helene Külsheimer, gestorben im Januar 1943 im KZ Theresienstadt.
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Weiterführende Angaben:
Leopold Külsheimer, Kaufmann, wohnhaft in Bad Wildungen;
geb. 14.07.1882 in Basdorf (heute Ortsteil der Gemeinde Vöhl);
Eltern: Benedix Külsheimer und Rosa geb. Maiberg, wohnhaft in Basdorf;
heiratete am 29.06.1911 standesamtlich in Gudensberg Ida (Gieda) geb. Hahn;
gest. 21.07.1933 in Bad Nauheim im Sanatorium des Dr. Sally Schoenewald.


Seine Ehefrau Ida (Gieda) geb. Hahn wurde am 07.08.1886 in Kirchberg (heute Stadtteil von Niedenstein, Schwalm-Eder-Kreis) geboren und war eine Tochter der Eheleute Lassar (Lasser) Hahn [Obervorschütz, Stein Nr. 367] und Betty (Betti) geb. Spier [Obervorschütz, Stein Nr. 368], die später in Gudensberg wohnten. Sie emigrierte 1939 nach Palästina.
Helene Külsheimer, an die durch die Gedenktafel erinnert wird, war eine unverheiratete Schwester von Leopold Külsheimer. Sie wurde am 15.02.1874 in Basdorf geboren, am 07.09.1942 von Kassel nach Theresienstadt deportiert und dort am 17.11.1942 ermordet. Der auf der Gedenktafel zu lesende Sterbemonat Januar 1943 ist somit unrichtig.


(Hessisches Staatsarchiv Marburg, Bestand 920, Nr. 2642; ebenda, Bestand 922, Nr. 11092; ebenda, Bestand 924, Nr. 1204; ebenda, Bestand 926, Nr. 60; https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de906398 und https://www.synagoge-voehl.de/images/pdf/lk/wil/Klsheimer_Ida.pdf, beide Links zuletzt abgerufen am 11.08.2023; Mitteilung von Richard Oppenheimer, Venice, Florida, USA)

Bearbeitung

Andreas Schmidt (Wettenberg), 2023

Nachnutzung

Rechtehinweise

Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Külsheimer, Leopold (1933) – Bad Wildungen“, in: Jüdische Grabstätten <https://lagis.hessen.de/de/personen/juedische-grabstaetten/alle-eintraege/19908_kuelsheimer-leopold-1933-bad-wildungen> (aufgerufen am 29.11.2025)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/juf/19908