Dalberg, Adolf von

Dalberg, Adolf von
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Dalberg, Adolph%Freiherr von
Dalberg, Anton Adolf von
Dalberg, Anton Adolph von
Dalberg, Anton Adolf Freiherr von
Dalberg, Anton Adolph Freiherr von
Fulda, Abt Adolf von Dalberg
Fulda, Abt Adolph von Dalberg
Zella (Rhön), Propst Adolf von Dalberg
Zella (Rhön), Propst Adolph von Dalberg
Wirken
Werdegang
- 29.5.1678 Geburt in Speyer und römisch-katholische Taufe
- 1694 Kleriker in Mainz
- wenig später Beginn eines Studiums der Philosophie an der Universität Mainz
- 1697 Abschluss des Studiums mit der Promotion zum Bakkalaureus der Philosophie und Eintritt in das Benediktinerstift Fulda
- 1697-1698 Einjähriges Noviziat in Fulda
- 1698 Profess und Verwendung seines zweiten Vornamens Adolf als Ordensname
- bis 1699 Dalberg begann am Hausstudium der Benediktiner in Fulda seine theologischen und kanonistischen Studien.
- ab 1699 Fortsetzung dieser Studien an der Universität Löwen, wo ihn etwa der bekannte Kanonist Zeger Bernard van Espen unterrichtete
- 1701 Rückkehr nach Fulda
- 12.6.1702 Empfang der Priesterweihe im mainzischen Erfurt
- 1704 Aufnahme in das Fuldaer Stiftskapitel unter Abt Adalbert I. von Schleifras
- 1715: Dalberg wurde Propst im fuldischen Zella (Rhön)
- 1717-1719: Als solcher ließ er in Zella das erhaltene Propsteigebäude errichten und zeigte auch sonst seine hervorragenden Fähigkeiten in Verwaltungs- und Wirtschaftsfragen
- 8.4.1726: Nach dem frühen Tod des umstrittenen Abtes Konstantin von Buttlar wählte das Stiftskapitel bereits im ersten Wahlgang Dalberg mit allen Stimmen außer seiner eigenen zum Nachfolger. Noch am gleichen Tag unterschrieb er mit den Wählern die Regulativordnung, womit er den Kompetenzstreit zwischen Abt und Kapitel beendete
- 1.7.1726 Wahlbestätigung durch Papst Benedikt XIII., wofür Dalberg den Kapitular Stephan von Clodh zum Kölner Nuntius Gaetano de’Cavalieri geschickt hatte
- 8.9.1726: Abtsweihe Dalbergs durch den Erfurter Weihbischof unter Assistenz der Äbte von Marienmünster und Neustadt am Main
- 9.11.1726: Zur Neuordnung des Noviziats im Stift Fulda erließ Dalberg eingehende Instruktionen für den Novizenmeister. Auch verlängerte er das Studium der jungen Professen, indem er es an die Regelstudienzeit der künftigen Weltpriester anpasste
- 1726: Dalberg begründete in der Stiftskirche die bis heute üblichen Fastenpredigten.
- 1726: Auf Bitten Dalbergs gestand Papst Benedikt XIII. ihm unverzüglich einen Weihbischof zu, dessen Person vom Abt selbst vorgeschlagen werden sollte.
- 20.1.1727: Auf Vorschlag Dalbergs wurde sein Kapitular Stephan von Clodh vom Papst zum Titularbischof von Derbe und ersten Weihbischof in Fulda ernannt.
- 26.1.1728: Auf erneuten Vorschlag Dalbergs wurde der aufstrebende Kapitular Amand von Buseck durch Papst Benedikt XIII. zum Titularbischof von Themiscyra und zweiten Weihbischof in Fulda ernannt.
- 12.5.1728: Belehnung Abt Dalbergs mit den Regalien durch Kaiser Karl VI.
- 1728: Dalberg schickte nurmehr einen Professen zum unter seinen Vorgängern noch so beliebten Collegium Germanicum in Rom.
- 1727/29: Dalberg machte den späteren Fuldaer Bischof Adalbert II. von Walderdorff zum Superior des Benediktinerkonvents (1727) und zwei Jahre später parallel auch zu seinem Generalvikar (1729).
- 1729: Eine von Dalberg einberufene Diözesansynode gab mit ihren Statuten die Richtlinien für eine zeitgemäße Seelsorge.
- 1729: Dalberg erbaute in Fulda neben der Stadtpfarrkirche das so genannte Kollegiathaus für die Alumnen des Priesterseminars und die Chorvikare an der Stadtpfarrkirche
- 1729-1733: Der Abt ließ das Heilig-Geist-Spital in der Vorstadt Löhrgraben als barocke Zweiflügelanlage mit zentraler Kirche erneuern und verband es mit einem Arbeitshaus
- Um 1730: Dalberg ließ sich bei Eichenzell anstelle eines Vorgängerbaus von Abt Adalbert I. von Schleifras eine bescheidene Sommerresidenz errichten, die nach ihm zunächst Adolphshof genannt wurde (später Adolphseck@heute Fasanerie)
- 1731 oder 1734: Dalberg entsandte den späteren Fuldaer Weihbischof Konstantin Schütz von Holzhausen zum Studium in die Abtei Saint-Germain-des-Prés in Paris.
- 1733: Dalberg legte das Fundament eines Emeritenfonds.
- 1734: Auf sein Geheiß führten Jesuiten in den 15 größten Pfarreien des Hochstifts eine Gebietsmission durch, die im Folgejahr in weiteren Pfarreien praktiziert werden sollte
- 1734: Im Rahmen der im 18. Jahrhundert forcierten Einlösungspolitik verpfändeter Rechte und Güter löste Dalberg das Amt Salmünster ein. Daneben klärte er die in dem von Adalbert I. eingelösten Amt Fischberg zunehmend auftretenden Probleme bei Mischehen.
- 1734: Als größte kulturelle Leistung eröffnete Dalberg auf Basis eines Papstprivilegs von 1732 eine Universität in Fulda. Allerdings wollte er sie anders als der Papst nicht nur jesuitisch, sondern auch benediktinisch ausrichten, was bald zu inneren Konflikten führte.
- Daneben ging auf den Abt noch die Gründung eines Orchesters in Fulda zurück
- 1734/35: Dalberg machte den von ihm ja geförderten Adalbert II. von Walderdorff zum Administrator der Propstei Blankenau (1734) und im Folgejahr auch zum Propst (1735).
- 1735: Im Rahmen von Dalbergs Bemühungen, zum Wohle der inneren Harmonie die Wünsche des Stiftskapitels zu erfüllen, gründete er die Propstei Sannerz
- 1736: Der Abt erließ für das Fuldaer Kollegiathaus eine neue Ordnung und stellte es durch eine ausreichende Dotation auf eine sichere wirtschaftliche Basis.
- 3.11.1737: Tod Dalbergs nach sechstägigem Krankenlager auf dem Schloss in Hammelburg
- November 1737: Überführung nach Fulda und Beisetzung in der Stiftskirche vor seinem bereits fertiggestellten Grabmal rechts vor dem Hochaltar.
Funktion
- Fulda, Stiftskapitel, Kapitular, 1704-1726
- Zella (Rhön), Propst, 1715-1726
- Fulda, Fürstabt, 1726-1737
Lebensorte
Speyer; Mainz; Fulda; Löwen (Belgien); Erfurt; Zella (Rhön); Fischberg; Blankenau; Sannerz; Fasanerie (Adolphseck); Hammelburg
Familie
Vater
Dalberg, Franz Eberhard von, Reichskammergerichtspräsident
Mutter
Dalberg, Anna Katharina Franziska von, geborene Dalberg, spätestens 1677 auch verheiratete von Dalberg
Nachweise
Literatur
- Fulda – das Stadtlexikon, Fulda [2019], S. 14 f. (Werner Kathrein)
- Knappe, Rudolf: s. v. „Schloß Fasanerie“; in: Die schönsten Schlösser und Burgen in Nord- und Osthessen. Ausflüge in die Vergangenheit, Gudensberg-Gleichen 1996, S. 84
- Josef Leinweber, Die Fuldaer Äbte und Bischöfe, Frankfurt am Main 1989, S. 146-151, 156-158, 163, 193 f.
- Reimer, Heinrich: s. v. „Adolphseck“ u. „Fasanerie“; in: Historisches Ortslexikon für Kurhessen, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Band 14, Unveränderter Neudruck der 1. Ausgabe Marburg 1926, Marburg 1974, S. 2 u. 136
Weblinks
Bildquelle
Emanuel Wohlhaubter (1722), Adolf von Dalberg 3, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons (beschnitten)
Siehe auch
Extern
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Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Dalberg, Adolf von, “, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/9767_dalberg-adolf-von> (aufgerufen am 16.03.2026)
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