Bergholz, Erlolf von
geboren
um 1070 gestorben
11.10.1122 bei Worms (?) Beruf
Mönch, Abt Konfession
katholisch GND-Explorer
1164975307Andere Namen
Weitere Namen
Erlolf
Erlof
Murbach, Abt Erlolf von Bergholz
Fulda, Abt Erlolf von Bergholz
Wirken
Werdegang
- um 1070 Kindheit in einer Ministerialenfamilie des Klosters Murbach im Südelsass
- danach wohl schon früh Eintritt in die Abtei mit Besuch der Klosterschule
- sicher noch vor 1100: Mönchswerdung in seiner Heimatabtei Murbach
- um 1110: Aufstieg zum Abt von Murbach
- Sommer 1114: Berufung auf den Fuldaer Abtsstuhl durch Kaiser Heinrich V. in Mainz
- 30.8.1114: urkundlicher Erstbeleg als Fuldaer Abt
- 1114/15: Bonifatiusmünzen von Abt Erlolf mit FVLDA CIVITAS auf der Kreuzseite bezeugen den Aufstieg der südlich des Klosters entstandenen Marktsiedlung Fulda.
- 1116/17: Von Worms aus Begleitung Heinrichs V. auf dessen zweiten Italienzug, sodass Erlolf der Abtei 2½ Jahre fern blieb (darunter mehr als ein Jahr in Italien)
- Dies führte zu einer inneren und äußeren Krise durch eine Missstimmung im Konvent und durch Übergriffe des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. von Saarbrücken.
- 1118: Nach seiner Rückkehr ließ Abt Erlolf die Burgen Haselstein und Milseburg (Liedenküppel) in der Rhön befestigen, um seine landesherrliche Position zu stärken.
- Frühjahr 1122: Reise mit Bischof Bruno von Speyer nach Rom zu Papst Calixt II. als Vermittler im Investiturstreit mit dem Kaiser. Sie erreichten die päpstliche Entsendung dreier Kardinäle nach Deutschland zur Aushandlung der Schlichtungsbedingungen.
- Ab 8.9.1122: Unter Anwesenheit Erlolfs Reichstag in Worms mit letzten Verhandlungen des Kaisers und dreier Papstlegaten im Investiturstreit.
- 23.9.1122: Beurkundung des Wormser Konkordats zur Schlichtung des Investiturstreits, wobei Erlolf in der Kaiserurkunde als einziger Abt unter den am Abkommen beteiligten geistlichen und weltlichen Fürsten aufgeführt wurde.
- 11.10.1122: Tod Abt Erlolfs am Kaiserhof vermutlich noch bei Worms.
Funktion
- Murbach, Abt, um 1110-1114
- Fulda, Abt, 1114-1122
Lebensorte
Elsass; Murbach; Fulda; Worms; Italien
Nachweise
Quellen
- Codex Udalrici: in: Monumenta Bambergensia; bearb. von P. Jaffé; Bibliotheca rerum Germanicarum 5; 1869, Neudruck 1964 S. 1-469, hier S. 396
- Der Codex Eberhardi des Klosters Fulda: hrsg. und bearb. von Heinrich Meyer zu Ermgassen; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen; Band 58,1+2 (Edition), 58,3 (Index) u. 58,4 (Bilder); Marburg 1995/96, 2007 u. 2009, Band 1, S. 92 f. u. Band 2, S. 328 f.
- Ekkehard von Aura: Chronicon; edidit Georg Heinrich Pertz; Monumenta Germaniae Historica; Scriptores 6; Stuttgart 1844; S. 252 u. 260
Literatur
- Dominikus Heller, Die Gräber der Fuldaer Aebte; in: Ders.: Neue Studien zur Grabeskirche des heiligen Bonifatius; Kapitel VI; Fulda 1946, S. 54-66, hier S. 65
- Leinweber, Josef: Die Fuldaer Äbte und Bischöfe; Festgabe des Bistums Fulda für Bischof Eduard Schick zum Diamantenen Priesterjubiläum; Frankfurt am Main 1989#005386365, S. 43-50
- Roller, Otto Konrad: Eberhard von Fulda und seine Urkundenkopien; Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Hohen Philosophischen Fakultät der Universität Marburg; Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde; Neue Folge; Supplement 13; Marburg 1901, S. 35 u. Beilage I, S. 10 f. u. 66 f.
- Thomas Vogtherr, Die Reichsklöster Corvey, Fulda und Hersfeld; in: Die Salier und das Reich; Teil 2: Die Reichskirche in der Salierzeit; hrsg. von Stefan Weinfurter unter Mitarbeit von Frank Martin Siefarth; Sigmaringen 1991, S. 429-464, hier S. 459-461 u. 464
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Bergholz, Erlolf von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/9594_bergholz-erlolf-von> (aufgerufen am 10.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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