Degenfeld, Philipp August Freiherr von

 
geboren
30.8.1687
gestorben
27.7.1750 Kassel
Beruf
Geheimer Rat, General-Lieutenant, Gesandter
GND-Explorer
1108580874

Wirken

Werdegang

  • Kurpfälzischer Kammerherr
  • Königlich Schwedischer und Fürstlich Hessen-Kasselischer Geheimer Rat, General-Lieutenant und Gesandter nach Schweden

Familie

Vater

Degenfeld, Maximilian Graf von, 1645-1697, Wirklicher Geheimer Rat und Gesandter

Mutter

Canstein, Margarethe Helena Freiin von, (⚭ Hannover 23.9.1686) * Hannover 17.3.1665, † Reinsberg 1.2.1746, Schwester des Karl Hildebrand Freiherr von Canstein, Gründer der Cansteinschen Bibelanstalt, sowie des Philipp Ludwig Freiherr von Canstein, gefallen bei Oudenarde 1708, Tochter des Raban Freiherr von Canstein, Kurbrandenburg Wirklicher Geheimer Rat, Ober-Hofmarschall, Kammer-Präsident und Direktor aller brandenburgischen Lande, und der Hedwig Sophie von Kracht

Leben

Aus der Biografie

In den Frankfurtischen Berichten von den Staats-, Kriegs- und Friedensangelegenheiten1 1750 heißt es: „Von Kassel wird erwähnt, daß am verwichenen 27. abgelaufenen Monats Julii der Reichs-Frei-Hochwohlgeborene Herr Philipp August, Freiherr von Degenfeld, Edler und Panier-Herr auf Hoheneybach, Durnau und Neuhausen, seiner Königl. Majestät in Schweden Hochfürstl. Hessischer gewesener Geheimder Rat, Generallieutnant von der Kavallerie und General Kriegskommissar daselbsten durch ein von dem vor zwei Monaten in Wiesbaden gehabten Schlagfluß erfolgtes Recidiv im 63. Jahr seines Alters zu allgemeiner Betrübnis das Zeitliche verlassen habe. Dessen erblichener Leichnam wurde den 31. in dasiger Ober-Neustädter französischer Kirche nach folgender von dem Königl. Herrn Statthalter genehmigter Ordnung zu seiner Ruhestätte gebracht. In der Kirche verfertigte man ein erhabenes, mit schwarzem Tuch bekleidetes Piedestal, worauf während der Parentation, welche der Konsistorialrat und Superintendent Herr Ungewitter mit gewöhnlicher Wohlredenheit ablas, die Freiherrl. Leiche gestellt wurde. Die Straßen wurden von dem Sterbhaus bis zur Kirche mit Sand bestreut und der Kondukt folgender Gestalt geführet: Erster Marschall, ein Registrator, welcher die Trauer Leute anwies und das sämtliche geistliche Ministerium deutscher und französischer Gemeinde führete. Der Sarg war von 14 Regierungsadvokaten getragen, auf beiden Seiten gingen vier Konstabler mit Gabeln, wie auch auf jeder Seite zwei Lakaien in ihrer ordinären Liwree, auf dem Sag lagen der Degen und die Sporen. Dritter Marschall Capitain Herr von Rau für den Leidtragenden und zwar den Herrn Grafen von Degenfeld-Schönburg, seiner Königl. Majestät in Preußen würklichen Geheimen Staats- und Kriegsminister, Generallieutnant der Kavallerie und des großen schwarzen Adler Ordens Ritter, als des Verstorbenen Herrn Bruder, welchen in Abwesenheit der Königl. Schwedische und Fürstliche Hessische Herr Generalmajor Freiherr Diede zum Fürstenstein2 repräsentierte. Vierter Marschall Major Herr von Dittfurth, welcher die Königl. Hochfürstlichen Herrn Deputierten führte. Fünfter Marschall Capitain Herr von Wilmowsky3, die Königlich Hochfürstlichen Geheimden Räte, Generalität, Hofmarschall, Ober-Schenk und Ober-Jägermeister nach ihrem Rang. Ferner: Ober-Appellations-Geheimer Kriegs- und Geheimer Kammer-Regierungs-Kriegs-Kammer und Berg-Räte. Der verblichene Herr Geheimde Rat hatte sich durch seine langwierige sowohl in civili als militari dem Königs- und Hochfürstlichen Haus geleistete treue und nützliche Dienste den Beifall des Hofes, Hochachtung und Liebe des Publici billig erworben und hinterlässet bei beiden das Andenken eines klugen, erfahrenen und redlichen Ministri. Das Herz des so feierlich Begrabenen wurde in Hoheneybach beigesetzt.“4

Nachweise

Fußnoten

  1. Verlegt bei Franz Varrentrapp in Frankfurt am Main, Erschienen sind elf Jahrgänge 1741 bis 1752.
  2. Dietrich Freiherr Diede zum Fürstenstein, 1698–1758, Hessen-Kasselischer General-Lieutenant, Gouverneur der Residenz und Festung Kassel.
  3. Gottlob Leberecht von Wilmowsky, 1699–1759, Hessen-Kassel. Kapitän, vgl. Karl-Heinz Hartmann, Schwermut – Schulden – Schicksalsschläge. Das tragische Ende der letzten Freifrau von Hatzfeld-Biebighausen, in: Frankenberger Heimatkalender 22. Jg., 2004, S. 85.
  4. Zitiert nach Walter Dörr, Degenfelder Buch, 1988, S. 5.

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Degenfeld, Philipp August Freiherr von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/9277_degenfeld-philipp-august-freiherr-von> (aufgerufen am 11.04.2026)

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