Liszt, Franz* Eduard Ritter von

Liszt, Franz* Eduard Ritter von
Wirken
Werdegang
- Besuch des Gymnasiums in Wien
- 1869-1873 Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Heidelberg und Wien
- Studienaufenthalt in Göttingen
- 6.6.1874 Promotion zum Dr. jur. an der Universität Wien
- 4.11.1875 Habilitation an der Universität Graz, Tätigkeit als Privatdozent
- 1.4.1879 ordentlicher Professor der Rechte an der Universität Gießen
- 1880 Mitbegründer der „Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft“
- 1.4.1882 ordentlicher Professor für Strafrecht, Strafprozess und Zivilprozess an der Universität Marburg, eingeführt am 29.4.1882
- 1889 zusammen mit Adolphe Prins und G. A. van Hamel Mitbegründer der Internationalen Kriminalistischen Vereinigung
- 1.10.1889 Versetzung an die Universität Halle mit Lehrverpflichtung für Rechtsphilosophie, Strafrecht, Strafprozess und Zivilprozess
- 1895 Ernennung zum Geheimen Justizrat
- 1.10.1899-1916 ordentlicher Professor für Strafrecht in Berlin und Direktor des Kriminalistischen Seminars
- Doktor der Rechte h.c. Czernowitz und Budapest
- 1908-1913 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis Potsdam 10 (Stadtkreis Charlottenburg) (Hospitant bei der Freisinnigen Volkspartei, dann bei der Fortschrittlichen Volkspartei)
- Januar 1912-November 1918 Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Liegnitz 3: Glogau (Fortschrittliche Volkspartei)
- 1912 Dr. rer. pol. h.c. der Universität Oslo
- 1916 Emeritierung
- 1919 erfolglose Kandidatur für die Deutsche Nationalversammlung (Wahlkreis 34 Hessen-Darmstadt; DDP; Listenplatz 7)
Funktion
- Marburg, Universität, Juristische Fakultät, Dekan, 1885
- Marburg, Universität, Rektor, 1887
- Preußen, Abgeordnetenhaus, Mitglied, 1908-1912
- Deutschland, Reichstag, Mitglied, 1912-1918
Studium
1869-1873 Studium an den Universitäten Wien, Heidelberg und Göttingen
Akademische Qualifikation
- 6.6.1874 Promotion zum Dr. jur. an der Universität Wien
- 1875 Habilitation an der Universität Graz @ mit einer Arbeit über Meineid und falsches Zeugnis
- Dr. jur. h.c. der Universität Czernowitz
- Dr. jur. h.c. der Universität Budapest
- Dr. jur. h.c. der Universität Oslo
Akademische Vita
- Graz, Universität /// Privatdozent / 1875-1879
- Gießen, Universität / Juristische Fakultät // ordentlicher Professor / 1879-1882
- Marburg, Universität / Juristische Fakultät / Strafrecht, Strafprozess und Zivilprozess / ordentlicher Professor / 1882-1889
- Halle an der Saale, Universität / Juristische Fakultät / Rechtsphilosophie, Strafrecht, Strafprozess und Zivilprozess / ordentlicher Professor / 1889-1899
- Berlin, Universität / Juristische Fakultät / Strafrecht / ordentlicher Professor / 1899-1916
Akademische Ämter
1885 Dekan der Juristischen Fakultät an der Universität Marburg
1887 Rektor der Universität Marburg
1888-1889 Direktor des Kriminalistischen Seminars der Universität Marburg
Werke
- Der Zweckgedanke im Strafrecht (1882/83)
- Das deutsche Reichsstrafrecht (1881)
- Das Strafrecht der Staaten Europas (1884)
- Das Völkerrecht. Systematisch dargestellt (1898)
- Ein mitteleuropäischer Staatenverband als nächstes Ziel der deutschen auswärtigen Politik (1914)
- Vom Staatenverband zur Völkergemeinschaft. Ein Beitrag zur Neuorientierung der Staatenpolitik und des Völkerrechts (1917)
Lebensorte
Berlin; Gießen; Göttingen; Graz; Halle an der Saale; Heidelberg; Marburg; Wien
Familie
Vater
Liszt, Eduard Ritter von, * Margarethen am Moos 31.1.1817, † Wien 8.2.1879, Dr. jur., Generalprokurator beim Obersten Gerichts- und Kassationshof in Wien, Übertragung des Ritterstandes seines Neffen Wien: 4.5.1867, verheiratet II. Wien 24.1.1859 Henriette Wolf, * Neugedein 30.5.1825, † Wien 2.11.1920, Tochter des Rudolf Wolf, aus Basel, Offizier, und der Elisabeth Zech, aus Bregenz, Sohn des Georg Liszt, 1755-1844, Schulmeister, später Beamter des Fürsten Esterházy in Pottendorf, und der Magdalen
Mutter
Pickart, Karoline, * Cilli 27.1.1827, † Wien 4.10.1854 an der Cholera, Heirat Wien 15.5.1850
Partner
Drotleff von Friedenfels, Rudolfine Freiin, * Wien 15.4.1855, † 1926, Heirat Wien 16.7.1877, Tochter des Rudolf Freiherr Drotleff von Friedenfels, K.K. Ministerialrat, und der Johanna Freiin von Hietzinger
Verwandte
- Liszt, Elsa <Tochter>, * Graz 19.6.1878
- Liszt, Greta <Tochter>, * Marburg, Hessen, 20.2.1883
- Saar, Marie Freifrau von, geb. von Liszt <Schwester>, 1853-1919, verheiratet 22.10.1877 mit Heinrich Freiherr von Saar, 1836-1884, K.K. Oberstleutnant
- Liszt, Hedwig <Schwester>, 1866–1941, Priorin des Klosters der unbeschuhten Karmelitinnen in Rödelmaier (Unterfranken)
- Liszt, Eduard <Bruder>, 1867-1922, Dr.jur., Bezirksrichter, Regierungsrat, Universitätsprofessor
- Liszt, Franz Ritter von <Vetter>,
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 902 Nr. 1058 (Seeheim, Sterbenebenregister, 1909–1924, Nr. 11/1919)
Literatur
- Neue deutsche Biographie, Bd. 14, Berlin 1985, S. 704 f. (Monika Frommel)
- Haunfelder, Die liberalen Abgeordneten des Deutschen Reichstags 1871–1918. Ein biographisches Handbuch, Münster 2004, S. 260 f.
- Biographisches Handbuch für das preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918, Düsseldorf 1988, Nr. 1376
- Wolfgang Huschke, Zur Herkunft Franz Liszts. Neue Forschungen über die Ahnen seiner Mutter. In: Genealogie Bd. XIV, 1965, S. 422-428
- Gundlach, Catalogus professorum academiae Marburgensis 1, Von 1527 bis 1910, Marburg 1927, Nr. 218
- Haupt/Lehnert, Chronik der Universität Gießen von 1607–1907, Gießen 1907, S. [77]
Weblinks
Bildquelle
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Liszt, Franz* Eduard Ritter von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/9164_liszt-franz-eduard-ritter-von> (aufgerufen am 14.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/9164