Mylius, Heinrich
Wirken
Werdegang
- Kaufmannslehre in Frankfurt
- 1788 Handlungsreise nach Italien, Niederlassung in Mailand
- Aufbau einer Filiale des väterlichen Unternehmens „Mylius & Aldebert“ (Handel mit Stoffen, speziell Seide)
- Bankier, Aufbau der eigenen Bank
- 1803 Mitglied der mailändischen Handelskammer
- Mitglied des mailänder Stadtrats (einziger Ausländer)
- Mäzen für denkbaren wohltätigen Einrichtungen in Mailand und Frankfurt am Main
- 1829 Erwerb einer Villa (Villa Vigoni) mit Park in Menaggio am Comer See und Ausbau zu einem Treffpunkt für Gelehrte, Schriftsteller, Politiker und Wissenschaftler
- gegen Ende seines Lebens erblindet
- starb im Erleben der Oper „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy
- 1834 zusammen mit seinen Freunden Eduard Rüppell und Marquard Georg Seufferheld Stiftung einer Goethe-Skultur des Mailänder Bildhauers Pompeo Marchesi für die Stadtbibliothek Frankfurt am Main
- stiftete Frankfurt insgesamt 148.000 Gulden für wohltätige und wissenschaftliche Zwecke, unter anderem dem Frankfurter Versorgungshaus, der Senkenbergischen naturforschenden Gesellschaft, der Kleinkinderbewahranstalt zur Stiftung der dritten Kleinkinderschule, der Niederländischen Gemeinde
Lebensorte
Frankfurt am Main; Mailand
Familie
Vater
Mylius, Johann Christoph, * Wien 8.8.1715, † Frankfurt am Main 15.3.1791, Bankier und Kaufmann
Mutter
Kraus, Dorothea, * Frankfurt am Main 20.3.1728, † Frankfurt am Main 1.8.1784, Heirat Frankfurt am Main 16.1.1745, Schwester des Georg Melchior Kraus, 1733–1806, Maler, Direktor der Frankfurter Zeichenschule
Partner
Schnauß, Friederike Christine, * Eisenach 15.9.1771, † Mailand 21.12.1851, begraben Loveno durch Dr. K. Taubner (Feldprediger der österreichischen Armee in Italien), Heirat Weimar 14.4.1799, Trauung durch Herder in der Hofkirche von Weimar, Hofdame von Anna Amalia von Braunschweig-Wolfenbüttel und gut bekannt mit Wieland, Herder, Schiller und Goethe, förderte das Karlsstift in Weimar, Inhaberin der Großen goldenen Verdienstmedaille des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, Tochter des Christian Friedrich Schnauß, 1722-1797, Hz. Sachsen-Weimar. Geheimer Rat, und der Charlotta Christiana Deußing, 1743-1789, Heirat Eisenach 3.2.1769
Verwandte
Mylius, Julius/Guilio <Sohn>, * Mailand 13.6.1800, † Genua (Triest?) 26.4.1830, starb kurz nach einem Sturz aus dem Boot im Comer See, auf dem Sterbebett verheiratet 1.4.1830 mit Luigia Vitali, * Mailand 13.6.1809, † Mailand 5.7.1884, sie verheiratet II. 17.7.1836 mit Ignazio Vigoni, nobile
Nachweise
Literatur
- Neue deutsche Biographie, Bd. 18, Berlin 1997, S. 668 f. (Hans Jaeger)
- Frankfurter Biographie, Bd. 2, Frankfurt am Main 1996, S. 80 (Reinhard Frost)
- Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Bd. 19, 1868, S. 495-497
- Magnus Ressel und Ellinor Schweighöfer (Hrsg.), Heinrich Mylius (1769 – 1854) und die deutsch-italienischen Verbindungen im Zeitalter der Revolution. Die Lombardei und das nordalpine Europa im frühen 19. Jahrhundert (Aurora – Schriften der Villa Vigoni, Band 8), Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2021
- Wolfgang Huschke, Ministerkollegen Goethes. Christian Friedrich Schnauß, in: Genealogie und Heraldik Bd. 1, 1949, S. 134-137
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Mylius, Heinrich“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/6144_mylius-heinrich> (aufgerufen am 14.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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