Messerschmitt, Wilhelm

Messerschmitt, Wilhelm
Andere Namen
Weitere Namen
Messerschmitt, Willy
Wirken
Werdegang
- schon als Schüler des Regierungsbaumeisters Friedrich Harth, Segelflugpionier
- 1917 Abitur und Kriegsdienst
- 1918-1923 Studium Ingenieurwissenschaften TH München
- als Student Gründung der Messerschmitt Flugzeugbau GmbH in Bamberg und 1913-1923 Entwicklung von „Harth-Messerschmitt-Segelflugzeugen“, des Sportflugzeugs „M 17“ und des Verkehrsflugzeugs „M 18“
- 1923 das Segelflugzeug „S 14“ gewinnt den Segelflug-Wettbewerb auf der Rhön
- seit Mitte 1925 Freundschaft mit dem Jagdflieger Theo Crorneiß, der Messerschmitt die unternehmerische Selbständigkeit bewahrt
- 1927 Verlegung des Unternehmens nach Augsburg
- seit 1926 Zusammenarbeit mit der Bayerischen Flugzeugwerk AG, Vorstandsmitglied und Chefkonstrukteur
- 1928 Konkurs der Bayerischen Flugzeugwerk AG und Umwandlung der Messerschmitt GmbH in die Messerschmitt AG
- Entwicklung und Produktion von Kampfflugzeugen der Wehrmacht, unter anderem der Me 209 und Me 262, dem ersten serienproduzierten Flugzeug mit Luftstrahltriebwerk
- seit 1929 finanzielle Unterstützung durch Lilly Stromeyer, geb. Freiin von Michel-Raulino
- 1933 Mitglied der NSDAP
- 1937 Professor, Wehrwirtschaftsführer, gemeinsam mit Ferdinand Porsch und Fritz Todt Preisträger des „Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft“
- 1941 „Pionier der Arbeit“ und Vizepräsident der Deutschen Akademie für Luftfahrtforschung
- 1942 Rücktritt vom Vorstand seines Unternehmens und einfacher Entwickler, aber keinerlei Distanz zur NS-Diktatur
- nach 1945 Konstrukteur von Fertighäusern, Bügeleisen, Nähmaschinen und Kabinenrollern
- 1951 Mitarbeiter der spanischen Luftfahrtindustrie CASA und Hispano Aviacion und der ägyptischen EGAO
- seit 1956 wieder Belieferung der deutschen Luftwaffe und der NATO mit Flugzeugen
- 1968 auf politischen Druck hin Fusion mit der Bölkow-Gruppe und wenig später auch mit der Luftfahrtabteilung von Blohm zum Unternehmen Messerschmitt-Bölkow-Blohm
- Konstruktion eines Senkrechtstarters, der nicht in die Produktion ging
- Pionier der Luftfahrt
Werke
- Probleme des Schnellflugs. München, 1940.
Familie
Vater
Messerschmitt, Ferdinand, GND, 1858–1916, seit 1906 Weinhandlungsbesitzer und Weinstubenbesitzer in Bamberg, Sohn des M. Johann Baptist Messerschmitt, 1820–1901, Weinhändler in Bamberg, und der Margaretha Dütsch, aus Zapfendorf
Mutter
Schaller, Anna Maria, 1867–1942, aus Zapfendorf, Tochter des Johann Schaller, Schneidermeister, und der Anna Maria Kötzner
Partner
Michel-Raulino, Lilly Freiin von, (⚭ München 17.12.1951) 1892–1973, verheiratet I. 1917 mit Otto Stromeyer, 1881–1943, aus Konstanz, Kunsthistoriker, geschieden München 1939, Tochter des Richard Freiherr von Michel-Raulino, 1864–1926, Doktor der Rechtswissenschaften, Zeitungsverleger, Fabrikant in Bamberg, Kommerzienrat, Bayerischer Adel und Freiherrenstand: 9.3.1913, und der Marguerita Ida (Lillie) Prier de Saone, 1868–1944, aus Seaforth, England
Verwandte
- Madelung, Elisabeth (Ello), geb. Messerschmitt <Schwester>, 1907–1990, verheiratet mit Georg Madelung, 1889–1972, Luftfahrttechniker
- Thüngen, Marie Freifrau von, geb. Freiin von Michel-Raulino <Schwägerin>, verheiratet I. 1917 mit Robert Renz, 1890–1962, Rittmeister a.D., verheiratet II. 1934 mit Karl Freiherr von Thüngen, † 1944 (von der Gestapo erschossen), General-Leutnant
- Stromeyer, Elisabeth, geb. Freiin von Michel-Raolino <Cousine der Ehefrau>, * 1901, verheiratet 1921 mit Manfred Stromeyer, 1888–1983, Segeltuchfabrikant in Konstanz, Bayerischer Kommerzienrat
Nachweise
Literatur
- Neue deutsche Biographie, Bd. 17, Berlin 1994, S. 221-223 (Gero Madelung)
- GHdA Freiherrliche Häuser, Bd. XV, 1989, S. 359
- Genealogisches Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels, Bd. 1, Neustadt an der Aisch 1950, S. 544
- Prof. Dr. Ing. E.h. Willy Messerschmitt 75 Jahre. Festschrift hrsg. von Mano Ziegler. München-Ottobrunn: MBB 1973
- Hans J. Ebert/Johann B. Kaiser/Klaus Peters, Willy Messerschmitt. Pionier der Luftfahrt und des Leichtbaues (Die deutsche Luftfahrt Bd. 17), Bonn 1992, 2. Aufl. Bonn, 2008
- Martin Pabst, Willy Messerschmitt. Zwölf Jahre Flugzeugbau im Führerstaat, Oberhaching, 2007
- Karl-Heinz Artmann, Rainer Pippig, Auf den Spuren der Familie Messerschmitt im Weltkulturerbe Bamberg, 2003
- Frank Vann: Willy Messerschmitt. First full biography of an areonautical genius, Sparkford 1993
- Stockhorst, Fünftausend Köpfe. Wer war was im Dritten Reich?, Velbert/Kettwig 1967, S. 292
Bildquelle
Bundesarchiv, Bild 146-1969-169-19 (via Wikimedia-Commons: Datei:Bundesarchiv Bild 146-1969-169-19, Willy Messerschmitt); CC-BY-SA
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Messerschmitt, Wilhelm“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/6024_messerschmitt-wilhelm> (aufgerufen am 10.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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