Wagner, Paul* Adolf Heinrich

 
geboren
3.4.1852 Reichenbach (Schlesien) heute Dzierżoniów (Polen)
gestorben
22.2.1941 Wiesbaden
Beruf
Archivar, Historiker, Landeshistoriker
Titel
Dr. phil.
Konfession
evangelisch
GND-Explorer
117103624

Wirken

Werdegang

  • ab 1864 Besuch der Humanistischen Gymnasien in Schweidnitz (heute Świdnica/Polen) und Breslau
  • ab 1870 Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Berlin
  • ab 1872 Studium (stud. phil.) an den Universitäten Bonn, Berlin und Halle
  • ab 1877 im staatlichen Archivdienst, zunächst in Königsberg
  • ab 1884 im Staatsarchiv Koblenz
  • ab 1891 Archivleiter in Aurich
  • 1897-1921 (Pensionierung) Archivdirektor in Wiesbaden
  • 1899-1908 und 1921-1932 Vorsitzender des Vereins für Nassauische Altertumskunde
  • 1902-1936 Vorsitzender der Historischen Kommission für Nassau
  • 1904 Geheimer Rat
  • ließ 1908/1909 einen modernen Magazinbau errichten und führte eine Neuordnung der Bestände durch

Netzwerk

Werke

  • Zahlreiche Veröffentlichungen zur ostfriesischen und nassauischen Geschichte, quellenkritische Neubelebung der nassauischen Landesgeschichtsforschung.

Lebensorte

Schweidnitz; Breslau; Berlin; Bonn; Halle an der Saale; Königsberg (Preußen); Koblenz

Familie

Vater

Wagner, Traugott Julius*, † 1860

Mutter

Hoffmann, Luise

Partner

Jensen, Dorothea Elisabeth Wilhelmine (Minna*), (⚭ Aurich 21.7.1896) * Glückstadt 6.3.1862, † Wiesbaden 9.2.1940, Tochter des Friedrich Heinrich Otto Jensen und der Auguste Dorothea Therese Lund

Leben

Aus der Biografie

Aus einer Familie von Landwirten und Handwerkern stammend, wurde Paul Wagner 1852 in Reichenbach in Schlesien geboren. Nach dem erfolgreichen Besuch der Gymnasien in Schweidnitz (heute Swidnica, Polen) und Breslau (heute Wroclaw, Polen), immatrikulierte er sich 1870 für ein Studium der Rechtswissenschaften an der Berliner Universität. Mit Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 wurde Wagner zum Kriegsdienst eingezogen, nahm nach Kriegsende das Jurastudium nicht wieder auf, sondern wechselte das Studienfach. Ab 1872 studierte er zunächst an der Universität Bonn später in Berlin Geschichte, wo er zu den Schülern von Heinrich von Sybel und Gustav Droysen zählte. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums promovierte Paul Wagner 1867 mit einer Arbeit über Bischof Eberhard II. von Bamberg an der Universität Halle und begann direkt im Anschluss eine Archivarsausbildung am preußischen Staatsarchiv in Königsberg. In den darauf folgenden 20 Jahren arbeitete Wagner Archivar in Königsberg, Aurich und Koblenz, bevor er am 1. April 1897 zum neuen Archivdirektor des Staatsarchivs Wiesbaden ernannt wurde. Unter seiner Ägide wurde unter anderem das Neubaumagazin errichtet und einige der neueren Sammlungen des Archivs begründet. Seine Tätigkeit als Direktor übte Wagner bis zu seiner Pensionierung 1921 aus.
Trotz seiner beruflichen Verpflichtungen ging Paul Wagner zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten nach. Von 1899 bis 1908 und noch einmal von 1921 bis 1932 hatte er das Amt des Vorsitzenden des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung inne. Neben dem Verein als Ganzes widmete er sich besonders der Wiesbadener Ortsgruppe, wo er unter anderem die Archivabende begründete. Zudem leitete Wagner von 1902 bis 1936 als Vorsitzender die Historische Kommission für Nassau, deren Schriftleitung er ebenfalls übernahm. Sein langjähriger Einsatz für diese beiden Institutionen führte dazu, dass ihn beide Vereine zum Ehrenvorsitzenden ernannten.
Seine langjährige Forschungsarbeit und seine umfangreichen Kenntnisse der nassauischen Landesgeschichte schlugen sich in zahlreichen Publikationen zur Geschichte des Hauses Nassau, der Herren von Eppstein sowie zur Geschichte der Stadt Wiesbaden nieder, wo er 1941 im Alter von 89 Jahren verstarb.
Oliver Teufer

Nachweise

Quellen

Literatur

Weblinks

Bildquelle

Nassauische Lebensbilder Band 6, hrsg. von Karl Wolf, 1961, nach S. 284.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Wagner, Paul* Adolf Heinrich“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/3934_wagner-paul-adolf-heinrich> (aufgerufen am 16.04.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/3934