Maus, Georg* Heinrich Ludwig Gottfried

 
geboren
5.6.1888 Bottendorf Burgwald
gestorben
Februar 1945
Beruf
Religionslehrer, Widerstandskämpfer
Titel
Dr. phil.
Konfession
evangelisch-lutherisch
GND-Explorer
118823841

Wirken

Werdegang

  • 1898-1907 Gymnasium in Rinteln
  • 1907 Studium der Theologie in Marburg, Mitglied der Turnerschaft Schaumburgia
  • 1909 Wechsel an die Theologische Hochschule Bethel, Bielefeld
  • 1910-1911 Studium in Göttingen
  • 1912 Studium der Theologie, Philologie und Geschichte in Kiel
  • 1.10.1913 Militärdienst und anschließend 1914-1918 Soldat
  • Dezember 1920 Abschlussprüfung für das Lehramt an höheren Schulen in Kiel
  • Vorbereitungsdienst am Philippinum in Marburg
  • Dez. 1921 Pädagogische Abschlussprüfung
  • 1919 Studienassessor in Wetzlar
  • 1921 Leiter einer Privatschule in Braunfels (Nachfolger seiner Ehefrau), wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten Schließung der Schule
  • Gymnasiallehrer im Rheinland
  • Mitglied der Bekennenden Kirche, erste Sitzung des Bruderrats der BK in seiner Wohnung in Benrath
  • 1936 Lehrer in Benrath, Düsseldorf, Neuss, am Hindenburg-Realgymnasium in Wuppertal
  • Mitglied im NS-Lehrerbund (Austritt 1939)
  • nach Absetzung des Religionsunterricht in den Höheren Schulen Beginn von „Ersatzunterricht“, der amtlicherseits untersagt wurde
  • 1943 Zerstörung der Schule und seiner Wohnung durch Bombenangriff, Übersiedlung nach Idar-Oberstein
  • 1943 nach dem Angriff auf Wuppertal und einer öffentlichen Mahnrede durch Georg Maus von einem Gestapo-Mann schwer misshandelt und schwer verletzt, aber nicht angeklagt
  • 16.5.1944 nach fortgesetztem Bekenntnis im Religionsunterricht nach Verleumdung durch Schülerinnen in Koblenz verhaftet, vor dem Volksgerichtshof wegen seines „uneingeschränkten Bekenntnisses zur Feindesliebe, wie sie in der Bergpredigt gefordert“ werde, angeklagt
  • wegen Zersetzung der Wehrkraft zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt
  • nach Verwundung beim Koblenzer Luftangriff und krank Verlegung in das Gefängnislazarett Berlin-Moabit
  • vor dem Einmarsch der Sowjetarmee in Berlin 7.2.1945 Verladen in Transportzüge in das KZ Dachau verladen, auf dem Transport wegen Ernährungsmangel verendet und tot als Hungerleiche am 16.2.1945 in Hochstadt bei Lichtenfels ausgeladen
  • nach sechs Tagen Verwesung auf dem Bahnhof verscharrt

Familie

Vater

Maus, Melchior Anton, Pfarrer in Bottendorf

Mutter

Engelhard, Philippine Ulrike Henriette*

Partner

  • Nies, Elisabeth, † 1937, Heirat 3.8.1921, aus Mühlhausen im Elsaß, Leiterin einer Privatschule in Braunfels
  • Nies, Waltraud, Heirat 1937, aus Mühlhausen im Elsaß, Schwester der ersten Frau

Verwandte

  • Maus, Gerhard <Sohn>, 1922
  • Maus, Otfried <Sohn>, 1926
  • Maus, Sigfrid <Sohn>, 1928
  • Maus, Martha <Schwester>, 1890
  • Maus, Johannes <Bruder>, 1892
  • Maus, Leopold <Bruder>, 1897
  • Maus, Elisabeth <Schwester>, 1898

Nachweise

Literatur

  • G. Hammann, Georg Maus. Ein Glaubens- und Blutzeuge der evangelischen Kirche aus Bottendorf, Bottendorf 1975 (Bottendorfer Brief 36, März 1975)
  • Klaus Loscher und Udo Hahn, Ich habe nicht verleugnet. Georg Maus: Leben und Wirken eines Religionslehrers im Dritten Reich. Wuppertal 1987
  • Sigrid Lekebusch, „Auch Dr. Goebbels kann Jesu Gebot nicht aufheben.“ Der Leidensweg des Lehrers Georg Maus, in: Günther van Norden/Klaus Schmidt (Hg.), Sie schwammen gegen den Strom. Widersetzlichkeit und Verfolgung rheinischer Protestanten im „Dritten Reich“, 2. Auflage, Köln 2007, S. 144–147

Weblinks

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Maus, Georg* Heinrich Ludwig Gottfried“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/24083_maus-georg-heinrich-ludwig-gottfried> (aufgerufen am 16.04.2026)

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