Lautenschläger, Carl Ludwig

Lautenschläger, Carl Ludwig
Wirken
Werdegang
- 1908-1910 Studium der Pharmazie an der Hochschule Karlsruhe
- 1910 Staatsexamen
- 1913 Promotion zum Dr. Ing. an der Hochschule Karlsruhe
- 1914-1915 Soldat im Ersten Weltkrieg
- 1915 Entlassung aus dem Militärdienst
- 1919 Dr. med. nach einem Studiengang der Medizin in Heidelberg, Würzburg, Erlangen, Freiburg
- 1919 Habilitation für Pharmazie an der Technischen Hochschule Karlsruhe
- 1920 außerordentlicher Professor und Leiter der pharmazeutischen Abteilung des Chemischen Instituts Universität Greifswald
- 1920 Farbwerke Hoechst AG
- 1921 Lehrauftrag „Grenzgebiete zwischen pharmazeutischer Chemie und Biochemie“ Universität Frankfurt/Main
- 1922 Leiter der pharmazeutischen Forschung und des Wissenschaftlichen Büros ernannt Farbwerke Hoechst AG; Prokura
- 1922 Honorarprofessor Universität Frankfurt am Main
- 1931 stellvertretendes Vorstandsmitglied der I.G. Farbenindustrie AG
- 1938 ordentliches Vorstandsmitglied der I.G. Farbenindustrie AG
- 29.4.1938 Eintritt in die NSDAP rückwirkend zum 1.5.1937
- 1938 Werksleiter und Leiter der Betriebsgemeinschaft I. G. Mittelrhein
- 12.7.1941 Ehrensenator der Universität Marburg
- 1946 Verhaftung durch die US-amerikanische Militärregierung
- 1948 Freispruch nach Anklage im Nürnberger Prozess gegen die I.G. Farben. Anklagepunkte waren: 1. Planung, Vorbereitung und Führung von Angriffskriegen und Einfällen in andere Länder „. Raub und Plünderung, 3. Versklavung und Tötung der Zivilbevölkerung, von Kriegsgefangenen und KZ-Insassen, 4. Mitgliedschaft in der SS und 5. Verschwörung zur Begehung von Verbrechen
Werke
Lebensorte
Karlsruhe; Heidelberg; Würzburg
Statusgruppe
Ehrenmitglied
Familie
Vater
Lautenschläger, Ludwig, GND, 1857–1909, Architekt, Sohn des Ludwig Lautenschläger, 1828–1896, Stadtrechner in Karlsruhe, und der Sophie Eisen
Mutter
Schober, Pauline Friederike Caroline, 1864-1940
Partner
Lautenschläger, Elisabeth, *1906
Leben
Aus der Biografie
Dr. ing. Dr. med. Carl-Ludwig Lautenschläger (27.02.1888-06.12.1962) war stellvertretendes Vorstandsmitglied der I.G. Farben. Als stellvertretendes Vorstandsmitglied der I.G. Farben und Leiter des Werks Hoechst sowie Verantwortlicher für die Entwicklung und Produktion von Impfstoffen und Schädlingsbekämpfungsmitteln hatte Lautenschläger Kenntnis davon, dass Häftlinge im Konzentrationslager Buchenwald von SS-Ärzten mit dem Fleckflieberbazillus infiziert wurden, um Medikamente der I.G. Farben klinisch zu erproben, und daran starben. Eine individuelle Schuld konnte Lautenschläger in den Nürnberger Prozessen jedoch nicht nachgewiesen werden.
Für seine Verdienste um die Förderung der Chemie und Pharmakologie, insbesondere die Herstellung von Adrenalin erhielt er am 12.7.1941 die Ehrensenatorenwürde.
Der Senat der Philipps-Universität Marburg missbilligt die Ehrung und verurteilt das menschenverachtende Wirken Lautenschlägers in der NS-Zeit auf das schärfste.
Philipps-Universität Marburg, Senatskommission Ehrungen, 2016
Nachweise
Quellen
Literatur
- Neue deutsche Biographie, Bd. 13, Berlin 1982, S. 731 f. (Manfred Simon)
- Stephan H. Lindner, Hoechst - ein I.G.Farben Werk im Dritten Reich, 2. Auflage München, 2005, S. 97-114
Weblinks
Bildquelle
US Army photographers on behalf of the OUSCCPAC or its successor organisation, the OCCWC, Carl Lautenschläger, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons (beschnitten)
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lautenschläger, Carl Ludwig“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/23962_lautenschlaeger-carl-ludwig> (aufgerufen am 16.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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