Schellmann, August Otto* Heinrich Oskar
Wirken
Werdegang
- 1903 jur. Promotion an der Universität Marburg
- 1903 Gerichtsreferendar
- 1909 Gerichtsassessor in Berlin
- 1911 Hilfsarbeiter beim Bezirksverband Kassel
- 1912 Landesassessor beim Bezirksverband Kassel
- März 1914 Landesrat beim Bezirksverband Kassel
- 1914 Kriegsverlust des linken Auges
- jahrzehntelang beim BV Kassel zuständig für
- Kultur u. div. Fürsorgebereiche (u. a. 1936 Dezernent für Kulturpflege, u. a. 1936 u. 1939 Dezernent für Jugendpflege sowie für Allg. Fürsorgeangelegenheiten, u. a. 1939 Dezernent für den Landesfürsorgeverband)
- 25.6.1927 Ehrensenator der Universität Marburg
- 1.5.1933 NSDAP-Beitritt (Mitglieds-Nr. 3.217.490)
- 1937/38 befördert in Landesratsstelle „von besonderer Bedeutung“
- 1937/38 erster Stellvertreter des Landeshauptmanns für den Bezirksverband
- Hessen
- 1.9.1939 einberufen zur Wehrmacht als „Bahnhofskommandant des Hauptbahnhofs Kassel“
- 1941 Entlassung aus der Wehrmacht nach Unfall
- 1941 ständige Vertretung des abwesenden Landeshauptmanns Traupel in Kassel
- 12.9.1945 Entlassung auf Anordnung d. Militärregierung
- 1947 durch die Spruchkammer Kassel als „Entlasteter“ eingereiht
- 1.3.1947 reguläre Inruhestandversetzung
Funktion
- ständige Vertretung des abwesenden Landeshauptmanns Traupel in Kassel, 1941
Akademische Qualifikation
- 1903 Promotion zum Dr. jur. an der Universität Marburg
Lebensorte
Kassel; Berlin; Marburg
Statusgruppe
Ehrenmitglied
Familie
Vater
Schellmann, Theodor, Dr. jur.
Mutter
Schmid, Auguste
Partner
Pfeiffer, Johanna Natalie Fanny Marianna, (⚭ Kassel 9.10.1909) * Kassel 10.8.1888, Tochter des Richard Albert Pfeiffer und der Maria Fanny Moeli
Leben
Aus der Biografie
Dr. Otto Schellmann war Jurist, Landesrat und stellvertretender Landeshauptmann in Kassel. Schellmann war ab 1911 in der Bezirksverwaltung in Kassel tätig, ab 1914 als Landesrat mit den Tätigkeitsfeldern Fürsorgeverwaltung und Kulturpflege. 1933 trat er in die NSDAP ein. Seit 1941 war er ständiger Vertreter von Landeshauptmann und SS-Oberführer Wilhelm Traupel. Bei der Ausführung des NS-Euthanasieprogramms T4 nahm er keine führende, aber eine unklare Rolle ein. Von der Spruchkammer Kassel wurde er 1947 als „Entlasteter“ eingestuft.
Die Verleihung der Ehrensenatorenwürde erfolgte anlässlich der 400-Jahrfeier am 25.6.1927 für „unermüdliches Eintreten für die gesamten Interessen der Universität und insbesondere für die denkwürdige Jubiläumsstiftung“.
Der Senat der Philipps-Universität Marburg missbilligt das Wirken Schellmanns in der NS-Zeit. Eine abschließende Würdigung ist aber bei dem derzeitigen Wissensstand nicht möglich.
Philipps-Universität Marburg, Senatskommission Ehrungen, 2016
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 910 Nr. 5057 (Kassel I, Geburtsnebenregister, 1880, Nr. 1538)
- HStAM Bestand 910 Nr. 5242 (Kassel I, Heiratsnebenregister, 1909, Nr. 644)
- HStAM Bestand 910 Nr. 5762 (Kassel I, Sterbenebenregister, 1953, Nr. 1920)
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schellmann, August Otto* Heinrich Oskar“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/23959_schellmann-august-otto-heinrich-oskar> (aufgerufen am 10.04.2026)
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