Schellmann, August Otto* Heinrich Oskar

 
geboren
19.11.1880 Kassel
gestorben
2.10.1953 Kassel
Beruf
Jurist, Landesrat
Titel
Dr. jur.
GND-Explorer
1146982917

Wirken

Werdegang

  • 1903 jur. Promotion an der Universität Marburg
  • 1903 Gerichtsreferendar
  • 1909 Gerichtsassessor in Berlin
  • 1911 Hilfsarbeiter beim Bezirksverband Kassel
  • 1912 Landesassessor beim Bezirksverband Kassel
  • März 1914 Landesrat beim Bezirksverband Kassel
  • 1914 Kriegsverlust des linken Auges
  • jahrzehntelang beim BV Kassel zuständig für
  • Kultur u. div. Fürsorgebereiche (u. a. 1936 Dezernent für Kulturpflege, u. a. 1936 u. 1939 Dezernent für Jugendpflege sowie für Allg. Fürsorgeangelegenheiten, u. a. 1939 Dezernent für den Landesfürsorgeverband)
  • 25.6.1927 Ehrensenator der Universität Marburg
  • 1.5.1933 NSDAP-Beitritt (Mitglieds-Nr. 3.217.490)
  • 1937/38 befördert in Landesratsstelle „von besonderer Bedeutung“
  • 1937/38 erster Stellvertreter des Landeshauptmanns für den Bezirksverband
  • Hessen
  • 1.9.1939 einberufen zur Wehrmacht als „Bahnhofskommandant des Hauptbahnhofs Kassel“
  • 1941 Entlassung aus der Wehrmacht nach Unfall
  • 1941 ständige Vertretung des abwesenden Landeshauptmanns Traupel in Kassel
  • 12.9.1945 Entlassung auf Anordnung d. Militärregierung
  • 1947 durch die Spruchkammer Kassel als „Entlasteter“ eingereiht
  • 1.3.1947 reguläre Inruhestandversetzung

Funktion

  • ständige Vertretung des abwesenden Landeshauptmanns Traupel in Kassel, 1941

Akademische Qualifikation

  • 1903 Promotion zum Dr. jur. an der Universität Marburg

Lebensorte

Kassel; Berlin; Marburg

Statusgruppe

Ehrenmitglied

Familie

Vater

Schellmann, Theodor, Dr. jur.

Mutter

Schmid, Auguste

Partner

Pfeiffer, Johanna Natalie Fanny Marianna, (⚭ Kassel 9.10.1909) * Kassel 10.8.1888, Tochter des Richard Albert Pfeiffer und der Maria Fanny Moeli

Leben

Aus der Biografie

Dr. Otto Schellmann war Jurist, Landesrat und stellvertretender Landeshauptmann in Kassel. Schellmann war ab 1911 in der Bezirksverwaltung in Kassel tätig, ab 1914 als Landesrat mit den Tätigkeitsfeldern Fürsorgeverwaltung und Kulturpflege. 1933 trat er in die NSDAP ein. Seit 1941 war er ständiger Vertreter von Landeshauptmann und SS-Oberführer Wilhelm Traupel. Bei der Ausführung des NS-Euthanasieprogramms T4 nahm er keine führende, aber eine unklare Rolle ein. Von der Spruchkammer Kassel wurde er 1947 als „Entlasteter“ eingestuft.
Die Verleihung der Ehrensenatorenwürde erfolgte anlässlich der 400-Jahrfeier am 25.6.1927 für „unermüdliches Eintreten für die gesamten Interessen der Universität und insbesondere für die denkwürdige Jubiläumsstiftung“.
Der Senat der Philipps-Universität Marburg missbilligt das Wirken Schellmanns in der NS-Zeit. Eine abschließende Würdigung ist aber bei dem derzeitigen Wissensstand nicht möglich.
Philipps-Universität Marburg, Senatskommission Ehrungen, 2016

Nachweise

Quellen

Literatur

Weblinks

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schellmann, August Otto* Heinrich Oskar“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/23959_schellmann-august-otto-heinrich-oskar> (aufgerufen am 10.04.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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