Gertrud, Meisterin in Altenberg

Gertrud, Meisterin in Altenberg
Andere Namen
Weitere Namen
Gertrud von Altenberg
Wirken
Werdegang
- kam 1228 mit Mutter und Geschwistern nach Marburg
- 1229 dem Prämonstratenser-Kloster Altenberg übergeben
- 1248-1297 Vorsteherin des Prämonstratenser-Klosters Altenberg
- Erbauung der Klosterkirche
- Errichtung einer dreiflügeligen Klosteranlage, eines Armen- und eines Krankenhauses
- Einführung des Fronleichnamsfestes
- 1348 Seligsprechung
- Grabmal (Tumba) in der ehemaligen Klosterkirche erhalten
- Psalterium und Kalendarium in der Schlossbibliothek Aschaffenburg
Lebensorte
Marburg; Altenberg bei Wetzlar
Familie
Vater
Mutter
Verwandte
- Thüringen, Hermann Landgraf von <Bruder>
- Brabant, Sophie Herzogin von <Schwester>
Leben
Aus der Biografie
Gertrud, die jüngste Tochter Landgraf Ludwigs IV. von Thüringen und der heiligen Elisabeth, kam nach dem Tod ihres Vaters 1228 mit Mutter und Geschwistern nach Marburg. 1229 wurde sie mit anderthalb Jahren dem Prämonstratenserinnenkloster Altenberg übergeben, dem sie von 1248 bis zu ihrem Tod als (dritte) Meisterin vorstand. Sie ließ mit ihrem Erbgut die Klosterkirche erbauen, errichtete die dreiflügelige Klosteranlage, ein Armen- und Krankenhaus und führte auch das Fronleichnamsfest ein.
Wegen ihrer Wundertätigkeit und Weissagungsgabe gerühmt wurde sie angeblich 1348 selig gesprochen. Die Nachricht über die Seligsprechung durch Papst Clemens VI. beruht jedoch auf einer neuzeitlichen, vom Kloster inszenierten Fälschung, um einen neuen Kult um Gertrud zu schaffen.
Ihr Grabmal ist in der ehemaligen Klosterkirche erhalten, ihr Psalterium und ihr Kalendarium in der Schlossbibliothek Aschaffenburg.
(Otto Renkhoff / Otto Volk)
Nachweise
Literatur
- Stefanie Seeberg, Textile Bildwerke im Kirchenraum. Leinenstickereien im Kontext mittelalterlicher Raumausstattungen aus dem Prämonstratenserinnenkloster Altenberg/Lahn, Petersberg [2014]
- Christian Schuffels, „beata Gerdrudis, filia sancte Elyzabet“. Gertrud, die Tochter der heiligen Elisabeth, und das Prämonstratenserinnenstift Altenberg an der Lahn, in: Blume/Werner (Hrsg.), Elisabeth von Thüringen – eine europäische Heilige. Aufsätze, Petersberg 2007, S. 229-244
- Christian Schuffels, Die Tochter Gertrud in Altenberg, in: Blume/Werner (Hrsg.), Elisabeth von Thüringen – eine europäische Heilige, Katalog, Petersberg 2007, S. 246 f.
- Renkhoff, Nassauische Biographie, 2. Aufl., Wiesbaden 1992, S. 228, Nr. 1283
- Alfons Zak, Die selige Gertrud von Altenberg, Kevelaer 1920
- Plac. Lefèvre. In: Analecta Praemonstratensia Bd. 27, 1951, S. 162-164
- Lexikon für Theologie und Kirche Bd. 4, 1960, S. 760
- Herbert Flender. In: Kloster Altenberg an der Lahn, 1977, S. 17-24;
- Ulrich Reuling, Grabmal der sel. Gertrud. In: Sankt Elisabeth. Fürstin, Dienerin, Heilige, 1981, S. 375-377;
- Kloster Altenberg und seine Umgebung. Historische Lesungen in der Klosterkirche Altenberg anläßlich der 1200-Jahr-Feier der Stadt Solms 31. Mai 1988, S. 5-9;
- Thomas Doepner, Das Prämonstratenserinnenkloster Altenberg im Hoch- und Spätmittelalter. Sozial- und frömmigkeitsgeschichtliche Untersuchungen, Marburg 1999, S. 202 f.
- Daniel Hess, Nassauische Grablege und Kultstätte für die selige Gertrud. Zur Ausstattung der Klosterkirche Altenberg/Lahn zwischen 1290 und 1350, in: Städel-Jahrbuch N.F. 15 1995 (1996), S. 35-52
Bildquelle
Bildarchiv Schuffels, Aufnahme: Christian Schuffels (2007)
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gertrud, Meisterin in Altenberg“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/2381_gertrud-meisterin-in-altenberg> (aufgerufen am 10.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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