Wolff von Gudenberg zu Itter, Thiele VI.

 
belegt seit
10.12.1491
gestorben
1538
Beruf
Hofmeister, Amtmann, Rat, Verweser, Oberamtmann, Statthalter, Hofrat

Familie

Vater

Wolff von Gudenberg, Thiele V., † um 1480, belegt 23.5.1465, Rat, Amtmann, Bürge

Verwandte

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Sohn Thieles (V.)1, im Dienst Landgraf Wilhelms I. 1491 Dezember 102, dessen Hofmeister 1493 Oktober 143, 1495 April 84, alter Hofmeister Anfang 14985. Amtmann auf dem Schöneberg 1498 Mai 306. Rat Landgraf Wilhelms II. 1498 Mai 307, 1500 Februar 48, 15029. Amtmann zu Rüsselsheim 1502 Februar 2810, 1505 September 111. Verweser der Obergrafschaft Katzenelnbogen 150112, Oberamtmann daselbst noch 1507 Februar 2313, dann bestimmt Landgraf Wilhelm in einem Zusatz zu seinem Testament von 1506 August 11, daß Wolff die Oberamtmannschaft an Konrad von Mansbach abtreten, dafür aber mit einem entsprechenden Amt entschädigt werden soll!14. Zum zweitenmale Hofmeister Landgraf Wilhelms II. 1504 Juli 3115, wiederum als solcher belegt 1508 Oktober 3016, 1509 September 2117. Statthalter Landgraf Wilhelms II. 1507 Februar 2518 und dessen Rat 1508 Mai 1019. 1508 Januar 21 verpfändet ihm Landgraf Wilhelm das Schloß Schartenberg mit Zubehör für 4000 fl. in der Weise, daß die Thiele von den 4000 fl. zustehende Gülte aus den Schartenberger Gefällen bezahlt werden soll. Das übrige behält sich der Landgraf vor, doch darf Thiele die zugehörigen Äcker, Wiesen, Ländereien und Dienste nutzen, was nicht auf die Gülte angerechnet werden soll. Das Schloß bleibt dem Landgrafen geöffnet20. Beim Tode des Landgrafen gehört Thiele zu den Hofräten in Kassel21 und schon vorher zu den Vertrauten der Landgräfin Anna, der Gemahlin Landgraf Wilhelms II., seitdem diese auf Grund des zweiten Testamentes ihres Mannes von 1508 Januar 29 tatsächlich in Hessen regierte22, zumal Thiele vom Landgrafen testamentarisch zum Angehörigen der Kontrollkommission der von ihm eingesetzten Vormünder bestellt worden war23. Rat der Landgräfin Anna 1509 Juli 1924, Oktober 125 und während des Mühlhäuser Schiedstages im November/Dezember 150926. Als Annas Interessenvertreter muß er während der ständischen Regentschaft den Dienst quittieren und setzt sich deshalb 1510 Juni 5 mit Landhofmeister und Regenten wegen seiner noch rückständigen Forderungen auseinander. Er hat für seinen Hofdienst, seine Pferdeschäden und für seine Barauslagen an den † Landgrafen Wilhelm II. noch zu fordern: 330 fl. für 6 gerüstete Pferde, für ein Jahr 100 fl. Kostgeld und 100 fl. Dienstgeld, 40 fl. für Barauslagen für den Landgrafen, wie [der hessische Kammermeister] Georg Nußpicker weiß, 200 fl. für Barauslagen gleicher Art, wie Hans Goldschmidt, der damalige Kammerknecht, weiß, 8 fl. laut Quittung des Landgrafen und 52 fl. für ein Pferd, das auf dem Begräbnis des Landgrafen zu Marburg zu Schaden kam, 26 fl. für einen Schimmel, den er verdarb, als er den Tag zu Mühlhausen besuchte und schließlich den Ersatz für ein vom Kanzler Dr. jur. Johann Engelländer geliehenes Pferd, das ebenfalls verdarb. Dafür hat er 79 fl. in Abschlag seiner Forderungen erhalten, während er dem Landgrafen 45 und 5 fl. wegen etlicher Schafe schuldet. Thiele einigt sich mit den Regenten auf einen Betrag von 650 fl., der ihm in vier Jahresraten bezahlt werden soll27. Als Pfandinhaber des Schartenbergs ist er als dortiger Amtmann noch 1511 Oktober 5 bezeugt28. Kurz darauf ist er in die Dienste Herzog Erichs von Braunschweig-Calenberg getreten und ist als dessen Hofmeister und Rat bezeugt 151229, 1515 April 3030, 1517 Juni 1231. 1518 Februar 23 quittiert er über den Schartenberger Pfandbetrag von 4000 fl., mit denen Landgraf Philipp Amt und Schloß Schartenberg wieder von ihm einlöst32. Thiele tritt dann als Rat in die Dienste Landgraf Philipps zurück und verbleibt darin in wechselnden Positionen bis zu seinem Tode 153833.

Nachweise

Fußnoten

  1. Landau, Ritterburgen IV S. 268.
  2. Rechn. I, Melsungen (82/13 Bl. 14v.).
  3. Gundlach zitiert das Rezeßbuch der Marburger Kanzlei [= Kopiar 58].
  4. Urkk., Archiv der Familie von der Malsburg (Gundlach).
  5. Rechn. I, Gudensberg (61/14 Bl. 13): ... verczert der alde hobemeister Tile Wulff selbseste, als er die kirchobe besacht.
  6. Kopiar 59 I Nr. 65. Nach Buttlar, Stammtafeln soll er bereits 1492 waldeckischer Amtmann auf dem Schöneberg gewesen sein. Amtmann auf dem Schöneberg heißt er noch 1530 April 11 (Franz, Haina II Nr. 1434 Anm. 2). Vgl. auch Landau, Ritterburgen IV S. 230, 268.
  7. Ebd.
  8. Kopiar 59 I Nr. 50.
  9. Gundlach II Nr. 22.
  10. Gundlach III S. 303 f. zitiert: Samtarchiv.
  11. Gundlach: Von kurpfälzischer Adresse, Politisches Archiv, Kurpfalz (= Best. 2 IV Auswärtige Beziehungen: Kurpfalz).
  12. Kopiar 131a II Bl. 17v., 26, 38v.
  13. Rechn. I, Oberrosbach (86/8a Bel.).
  14. Glagau, Landtagsakten S. 6 Anm., doch wird Mansbach erst 1508 November 2 zum Oberamtmann der Obergrafschaft bestellt (siehe dort).
  15. Urkk., Samtarchiv Nachtr. 0,403.
  16. Gundlach zitiert das Rezeßbuch 1506–1508 (= Kopiar 59 II).
  17. Rechn. I, Kassel (69/4 Bl. 97). Vgl. auch ebd. Kassel Kammerschreiber (12a/8 Bel. zu 1508 Dezember 12).
  18. Rechn. I, Grebenstein (57/4 Bl. 26v.): m. gn. h. stethelter Tiele Wulf, Burghart von Kram.
  19. Urkk., Familien: von Dörnberg (Gundlach).
  20. Urkk., Passiv-Schuldverschreibungen: von Gudenberg.
  21. Rechn. I, Spangenberg (103/13 Bel. zu 1509 Juli 10).
  22. Glagau, Landtagsakten S. 2.
  23. Ebd. S. 5.
  24. Ebd. S. 24. Bei den damaligen Verhandlungen zwischen der Landgräfin Anna und ihren Räten und den sächsischen Räten und den hessischen Ständen heißt es einmal: und Theyl Wolff meuste ufhoren mit sein auslendischen worten (ebd. S. 30) und im Oktober 1519 heißt es von Verhandlungen in der gleichen Sache von ihm: Thyle Wolf, der alwege geret (ebd. S. 45).
  25. Glagau, Landtagsakten S. 42.
  26. Ebd. S. 60, 73. – Rechn. I, Lichtenau (72/2 Bl. 16, 17).
  27. Kopiar 16 Bl. 48 ff.
  28. Rechn. I, Grebenstein (57/7 Bl. 30v.).
  29. Landau, Ritterburgen IV a. a. O.
  30. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (11/11 Bl. 46v.): Er ist damals mit Herzog Erich von Braunschweig in Kassel, als sie mit myner gn. alten frauwen handelten.
  31. Gundlach zitiert aus ungeordneten Akten die Unterschrift: Brunswicksche hoffmester.
  32. Kopiar 20 Bl. 128v. – Am gleichen Tage bestätigt der Rat zu Fritzlar, daß der Marburger Rentschreiber Johannes Eschwege und der Borkener Schultheiß Ludwig Katzmann 3000 fl. in Gold zur Lösung des Schartenberges bei ihm bis auf Abruf hinterlegt haben (ebd. Bl. 129).
  33. Gundlach III S. 304.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Wolff von Gudenberg zu Itter, Thiele VI.“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/23284_wolff-von-gudenberg-zu-itter-thiele-vi> (aufgerufen am 22.04.2026)

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