Waiblingen, Rudolf von
belegt seit
14.3.1494 gestorben
10.4.1533 Beruf
Amtmann, Kammermeister, Rat, Vormund, Statthalter, MarschallAndere Namen
Weitere Namen
Weiblingen, Rudolf%von
Wirken
Funktion
- Rotenburg an der Fulda, Amtmann, 1494
- Lißberg, Amtmann, 1501
Lebensorte
Rotenburg an der Fulda; Lißberg
Familie
Partner
Tann, Osanna von der, † 10.1.1535, begraben in Schwickartshausen, ⚭ 4.8.1500
Verwandte
- Waiblingen, Hieronimus von <Sohn>, † 3.8.1541
- Waiblingen, Daniel von <Sohn>
- Spiegel, Dorothea <Tochter>, verheiratet mit Konrad Spiegel
- Waiblingen, Christine von <Tochter>
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Junker, wird als Württemberger 1494 März 14 von der Landgrafen-Witwe Mechthild, geb. von Württemberg, als Amtmann zu Rotenburg verwendet1. Küchenmeister Landgraf Wilhelms II. 1494 Juli 262, 1500 Juli 313, 1502 Februar 264. Amtmann zu Lißberg 1501 März 155. Kammermeister vielleicht schon 1497 September 36, Rat 1500 September 157, Kammermeister und Rat 1501 Februar 28. In dieser wichtigen Stellung erscheint er in den folgenden Jahren außerordentlich häufig in den Quellen9. 1506 August 11 setzt ihn Landgraf Wilhelm II. als einen seiner Testamentsvollstrecker, Vormund und bevollmächtigten Statthalter ein. Er soll beim Todesfall in Felsberg oder Homberg Wohnung nehmen und zu den Vormündern gehören10, obwohl er nicht aus dem Fürstentum stamme, und wegen seiner Verdienste auch das Kammermeisteramt weiter verwalten11. Er fällt aber den Intrigen der Landgräfin Anna der Jüngeren gegen dieses Testament zum Opfer, wird vom Landgrafen wie die anderen Statthalter und Vormünder in Ungnade dieser Funktion entsetzt12 und daher im Testament des Landgrafen von 1508 Januar 29 nicht mehr genannt. Das Amt des Kammermeisters, zumindesten aber den Titel hat er jedoch beibehalten, so 1508 April 813, 1509 Dezember 1414. 1507 Dezember 17 löst er ein Kapital von 300 fl. von Heinz Steller an sich gegen 15 fl. Rente aus der Renterei Ziegenhain15. 1510 März 12 stellen ihm Landhofmeister und Regenten eine Obligation über 1200 fl. aus, die ihm der † Landgraf Wilhelm schuldig geblieben ist, gegen 60 fl. Rente aus den Niddaer Amtsgefällen16. Kammermeister der Regenten 1510 Juli 617 und noch 1513 August 218, die ihn im April 1512 mit zwei anderen Beauftragten auf den Trierer Reichstag zu Kaiser Maximilian entsenden, um dort die Regelung der Verhältnisse Landgraf Wilhelms I. zu bewerkstelligen19. Der Sturz der Regenten durch die Landgräfin Anna Anfang 1514 beendet auch seine Amtstätigkeit, worauf er in fuldische Dienste tritt und dort 1514 September 2 als Marschall begegnet20. Er bleibt jedoch in Verbindung mit Hessen21 und wird von der hessischen Ritterschaft 1518 Oktober 20 unter der Gruppe von 11 Adelsgenossen genannt, von denen Landgraf Philipp drei auswählen soll, uf s. f gn. personen zu warten22. Unter Landgraf Philipp erfährt er einen erneuten Aufstieg, wiederum als hessischer Kammermeister, was er von 1525 bis zu seinem Tode 1533 April 10 bleibt23. Er war der erste hessische Kammermeister und hat dieses Amt sogleich durch hervorragende Führung zu großer Bedeutung geführt. Er war gemäß der Eheberedung von 1500 August 4 verheiratet mit Osanna von der Tann24, die 1535 Januar 10 starb und in Schwickartshausen begraben liegt25.
Junker, wird als Württemberger 1494 März 14 von der Landgrafen-Witwe Mechthild, geb. von Württemberg, als Amtmann zu Rotenburg verwendet1. Küchenmeister Landgraf Wilhelms II. 1494 Juli 262, 1500 Juli 313, 1502 Februar 264. Amtmann zu Lißberg 1501 März 155. Kammermeister vielleicht schon 1497 September 36, Rat 1500 September 157, Kammermeister und Rat 1501 Februar 28. In dieser wichtigen Stellung erscheint er in den folgenden Jahren außerordentlich häufig in den Quellen9. 1506 August 11 setzt ihn Landgraf Wilhelm II. als einen seiner Testamentsvollstrecker, Vormund und bevollmächtigten Statthalter ein. Er soll beim Todesfall in Felsberg oder Homberg Wohnung nehmen und zu den Vormündern gehören10, obwohl er nicht aus dem Fürstentum stamme, und wegen seiner Verdienste auch das Kammermeisteramt weiter verwalten11. Er fällt aber den Intrigen der Landgräfin Anna der Jüngeren gegen dieses Testament zum Opfer, wird vom Landgrafen wie die anderen Statthalter und Vormünder in Ungnade dieser Funktion entsetzt12 und daher im Testament des Landgrafen von 1508 Januar 29 nicht mehr genannt. Das Amt des Kammermeisters, zumindesten aber den Titel hat er jedoch beibehalten, so 1508 April 813, 1509 Dezember 1414. 1507 Dezember 17 löst er ein Kapital von 300 fl. von Heinz Steller an sich gegen 15 fl. Rente aus der Renterei Ziegenhain15. 1510 März 12 stellen ihm Landhofmeister und Regenten eine Obligation über 1200 fl. aus, die ihm der † Landgraf Wilhelm schuldig geblieben ist, gegen 60 fl. Rente aus den Niddaer Amtsgefällen16. Kammermeister der Regenten 1510 Juli 617 und noch 1513 August 218, die ihn im April 1512 mit zwei anderen Beauftragten auf den Trierer Reichstag zu Kaiser Maximilian entsenden, um dort die Regelung der Verhältnisse Landgraf Wilhelms I. zu bewerkstelligen19. Der Sturz der Regenten durch die Landgräfin Anna Anfang 1514 beendet auch seine Amtstätigkeit, worauf er in fuldische Dienste tritt und dort 1514 September 2 als Marschall begegnet20. Er bleibt jedoch in Verbindung mit Hessen21 und wird von der hessischen Ritterschaft 1518 Oktober 20 unter der Gruppe von 11 Adelsgenossen genannt, von denen Landgraf Philipp drei auswählen soll, uf s. f gn. personen zu warten22. Unter Landgraf Philipp erfährt er einen erneuten Aufstieg, wiederum als hessischer Kammermeister, was er von 1525 bis zu seinem Tode 1533 April 10 bleibt23. Er war der erste hessische Kammermeister und hat dieses Amt sogleich durch hervorragende Führung zu großer Bedeutung geführt. Er war gemäß der Eheberedung von 1500 August 4 verheiratet mit Osanna von der Tann24, die 1535 Januar 10 starb und in Schwickartshausen begraben liegt25.
Nachweise
Fußnoten
- Rechn. I, Rotenburg (91/6 Bl. 8). – Zum 1. Mai geht ein Bote nach Kassel des amptmans halben syner dahinkumpft (ebd. Bl. 14v.). – Landgräfin Mechthild, die zu den ausgezeichnetsten hessischen Fürstinnen des 15. Jahrhunderts gehört (sie hat sich u. a. intensiv um die Klosterreform bemüht), hat ihre Beziehungen zu ihrer Heimat Schwaben auch sonst gepflegt. Sie verdiente eine biographische Darstellung. ↑
- Rechn. I, Gudensberg (61/10 Bl. 12): 19 gense ... gesant zu Cassel myme gn. h. von geheiße des kuchenmeisters juncher Rudulfis. ↑
- Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12/6 Bel.). ↑
- Rechn. I, Grebenstein (56/6 Bl. 3): eigenhändige Unterschrift (kuchmeister) auf dem Rezeß des Grebensteiner Schultheißen. ↑
- Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12/6 Bel.). ↑
- Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12/4 Bel.): mit dem Titel kameister, verschrieben für kuchmeister? ↑
- Kopiar L 4 Bl. 218. ↑
- StadtA. Frankfurt, Reichssachen I, 6085 (Gundlach). ↑
- Vgl. den Index zum RR. – 1504 Dezember 26 wird sein Knabe Hans genannt (Rechn. I, Felsberg 47/8 Bl. 31), desgl. 1505 Juni 15 (ebd. Ziegenhain 121/2 Bl. 105). 1505 Juni 7 Johannes des Kammermeisters Schreiber (ebd. 121/2 Bl. 104v.). 1506 Oktober 6 Heintze des Kammermeisters Diener (ebd. 121/3 Bl. 103): als er die zcolslossel bracht, 1506 händigt sein Knecht bzw. Diener dem Landgrafen größere Beträge aus (ebd. Kassel Kammerschreiber 11/2 Bl. 9). 1507 wird sein Knecht Hans genannt, als er 700 fl. dem Besserer zu Ulm überbringt (ebd. 11/7 Bl. 2); er ist nicht identisch mit Hans Friederich (siehe dort) und auch zu unterscheiden von Johann Widdersheim, des Kammermeisters Diener, der 1507 genannt wird (Rechn. I, Ziegenhain 121/4 Bl. 110v. und 114); er ist wahrscheinlich identisch mit Hans von Zwingenberg (siehe dort). ↑
- Urkk., landgräfliche Testamente. ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 8 Anm. ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 14 ff., 19 f. ↑
- Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12a/2 Bel.). ↑
- Rechn. I, Spangenberg (103/13 Bel.). Hier kann es sich nur noch um den Titel gehandelt haben, da damals. bereits Georg Nußpicker Kammermeister war (siehe dort). ↑
- Urkk., Passiv-Schuldverschreibungen: von Waiblingen. Vgl. seine Quittung von 1517 April 14 (Rechn. I, Ziegenhain 122/8 Bel.). ↑
- Urkk., Passiv-Schuldverschreibungen: von Waiblingen. – Kopiar 16 Bl. 13 ff. – Vgl. seine Quittung von 1514 Januar 21 (Rechn. I, Kassel Kammerschreiber 13/1a Bel.). ↑
- Rechn. I, Ziegenhain (122/3 Bel.). ↑
- Rechn. I, Ziegenhain (122/6 Bel.). ↑
- Glagau, Landtagsakten Nr. 58. ↑
- Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (13/3b Bel.). – 1513 April 9 hatte Rudolf als hessischer Kammermeister Abt Johann von Fulda 525 fl. geliehen, die dieser zur Frankfurter Messe zurückzugeben versprach (Kopiar 438 Nr. 415). – Vorgänger im Fuldaer Marschallamt waren Hans von der Tann 1511 Februar 8 (ebd. Nr. 338) und Albrecht v. Trümbach, genannt 1510 März 1 (ebd. Nr. 302). ↑
- Das bedingte allein schon seine weitere Verbindung mit den gestürzten Regenten, denen er noch wiederholt beigestanden hat (vgl. Glagau, Landtagsakten). ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 532. ↑
- Gundlach III S. 290. ↑
- Urkk., Depositum von Dörnberg. – Vgl. auch Kopiar 13 Nr. 72: 1501 Februar 8 gestattet Landgraf Wilhelm II., daß Waiblingen seine Frau Osanna von der Tann auf seine Niddaer Lehen beleibzüchtigt: es sind Haus und Hof in Nidda, der Zehnte zu Schmitten und 12 fl. Gülte von Kloster Arnsburg. ↑
- Walbe, Die Kunstdenkmäler des Großherzogtums Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen (1890) S. 298 bringt die Inschrift ihres Grabsteins in der dortigen Kirche, in der auch Waiblingens Sohn Hieronimus ruht. Er starb am 3. August 1541 im Alter von 26 Jahren. Außerdem hatte Waiblingen noch einen Sohn Daniel und zwei Töchter: Dorothea (verheiratet mit Konrad Spiegel) und Christine (vgl. Gundlach III. s. 290). ↑
Quellen
- HStAM Bestand K Nr. 13
- HStAM Bestand K Nr. 16
- HStAM Bestand K Nr. 438
- HStAM Bestand L Nr. 4
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 11/2
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 11/7
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 12/4
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 12a/2
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 122/6
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 122/3
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 12/6
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 122/8
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 47/8
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 103/13
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 13/3b
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 13/1a
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 56/6
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 121/3
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 121/4
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 121/2
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 91/6
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 61/10
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 2, Marburg 1981, S. 906 f., Nr. 3189
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 290
- Glagau, Hessische Landtagsakten 1: 1508–1521, Marburg 1901
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
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„Waiblingen, Rudolf von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/23031_waiblingen-rudolf-von> (aufgerufen am 22.04.2026)
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https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/23031