Schutzbar, gen. Milchling

 
belegt seit
1346
gestorben
vor 5.12.1389
Beruf
Obermann, Amtmann, Schultheiß, Bürge, Hauptmann, Rat

Andere Namen

Weitere Namen

Schutzsper, Milchling

Familie

Partner

Hatzfeld, Kunigunde von

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Ritter1, ist 1346 Obermann im Vertrag Landgraf Heinrichs II. von Hessen mit Graf Otto von Nassau2. Milchling und seine Frau Kunigunde [von Hatzfeld]3, verpflichten sich 1360 Dezember 16, Landgraf Heinrich und dessen Sohn Otto das Drittel an Haus und Stadt Homberg/O. wieder einzuräumen, wenn sie ihnen die Pfandsumme von 2380 kleinen Goldgulden zurückgezahlt haben4. 1359 Mai 18 landgräflicher Amtmann zu Nordeck5. 1361 Mai 30 wird er im Bündnis der gen. Landgrafen mit Graf Johann von Nassau-Merenberg als Obermann eingesetzt6 und ist in dieser Funktion schon 1361 Juli 1 tätig7. Amtmann zu Marburg 1364 Juni 18, als Schultheiß daselbst bezeichnet 1365 Mai 289. 1365 Mai 30 ist er zusammen mit landgräflichem [Ober]Rentmeister Stephan [Pastor in Alsfeld] in landgräflichen Finanzsachen tätig10. 1367 Juli 23 bekundet er mit seiner Frau Kunigunde, daß Landgraf Heinrich die 308 ½ Schill. Tn., die er an verschiedene Personen ausbezahlt hat, auf die Pfandsumme des Schlosses Homberg geschlagen hat11. Ist 1367 März 11 erneut als Obermann bei der Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Landgraf Heinrich und Graf Johann von Nassau-Merenberg tätig12 und wird 1368 Dezember 24 als (ehemaliger) Amtmann zu Marburg bezeichnet13. 1369 April 21 bürgt er zusammen mit anderen landgräflichen Dienern und Amtleuten für Graf Otto von Solms und Ritter Kuno von Dernbach für 1400 Schill. guter alter Königstn., die diese Ritter Hermann von Hertingshausen und seinem Sohn Friedrich in dessen Haus auf dem alten Haus Padberg wegen ihrer Gefangenschaft schulden14. 1370 Juli 27 bekundet Schutzbar, daß er mit Zustimmung der Landgrafen Heinrich und Hermann die Hälfte von Homberg/O. mit 3549 fl. von Ritter Johann Riedesel eingelöst hat15 und erklärt 1370 Juni 31, daß er für diesen Betrag den Landgrafen Heinrich und Hermann die Hälfte des gesamten Schlosses wieder einräumen wird16. 1370/71 landgräflicher Hauptmann im Sternerkrieg17 und Heimlicher Landgraf Hermanns 137118. 1371 November 21 versetzen ihm und seiner Frau Kunigunde beide Landgrafen die Schlösser Nordeck und Allendorf an der Lumda unter Verbesserung der dorthin fälligen Gülten für 1500 Pfd.19, 1372 August 6 ist er zusammen mit anderen landgräflichen Amtleuten und Dienern Bürge beider Landgrafen für die 3000 Schill. alter Königstn., für die diese vom Johanniterhaus Wiesenfeld das Haus Grebenau in der Wetterau mit Zustimmung von Konrad v. Braunsberg, Meister des Johanniterordens in deutschen Landen, gekauft haben20. 1389 Dezember 5 stiften die Kinder Schutzbars und seiner Frau Kunigunde für sich und ihre † Eltern ein Seelgerät in der Marburger Pfarrkirche aus ihrem Gut Germarshausen21.

Nachweise

Fußnoten

  1. Weiß, Gerichtsverfassung S. 123. Vgl. auch J. Henseling in HFK 10, 1971 Spalte 23 ff.
  2. Ebd.
  3. Ebd.
  4. Aus Urkk., Gen.-Rep. Homberg/O. an das StA. Darmstadt abgegeben.
  5. Siehe Anm. 1.
  6. Urkk., Verträge mit Nassau.
  7. Wenck, Hessische Geschichte II S. 410 Anm.
  8. Urkk., Familien: Wißgerber. Eine Urkunde der gleichen Familie besiegelt er schon 1364 März 2 (ebd.).
  9. Würdtwein, Dioec. Mag. IX S. 299 Nr. 197. – Er bezeugt hier zusammen mit dem landgräflichen Oberrentmeister Stephan die Entscheidung einer Güterstreitsache zwischen Grünberger Bürgern und dem Mainzer Stift St. Stephan.
  10. Urkk., Quittungen.
  11. Ebd.
  12. Siehe Anm. 6.
  13. Siehe Anm. 10.
  14. Baur, Hessische Urkunden I Nr. 1375.
  15. Becker, Die Riedesel II Nr. 178.
  16. Aus Urkk., Gen-Rep. Homberg/O. an das StA. Darmstadt abgegeben.
  17. Siehe Anm. 1.
  18. Siehe Anm. 1.
  19. Urkk., Gen.-Rep. Heskem. Nach dem Schuldenregister Landgraf Hermanns aus dem Sternerkrieg von 1377 Dezember 16 (Amtsbücher S/5) hatte er den Zehnten zu Mölln und Heskem für 1500 Pfd. Hlr. und 150 fl. jährlicher Gülte davon an Herrn Milchling Schutzbar verpfändet.
  20. Baur, Hessische Urkunden I Nr. 1058 Anm. 13
  21. Wyß, DO-UB III Nr. 1230. Die Messe soll mit Teppich und vier Kerzen gefeiert werden.

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schutzbar, gen. Milchling“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/22493_schutzbar-gen-milchling> (aufgerufen am 16.04.2026)

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