Rau zu Holzhausen, Adolf der Jüngere

 
belegt seit
1498
belegt bis
23.12.1540
Beruf
Amtmann, Rat

Wirken

Lebensorte

Gernsheim

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Gehört 1498 zu den vorgesehenen Turnierteilnehmern bei der Hochzeit Landgraf Wilhelms III. mit der Pfalzgräfin Elisabeth1, erhält 1508 Januar 4 von Landgraf Wilhelm II. als Amtmann zu Gernsheim und Rat eine Verschreibung über 50 fl. Dienstgeld, jährlich zu Weihnachten aus der Kammer fällig. Wenn ihm der Landgraf ein Lehen im Werte von 1000 fl. gibt, entfallen diese 50 fl.2. – 1508 Januar 7 bestellt ihn der Landgraf zum Amtmann mit 4 reisigen Pferden in Gernsheim gegen 5 fl. in Gold Fleischgeld für eine Person, der jedoch 11 sein sollen, 7 Fd. 4 Ohm Wein, für ihn 1 Fuder und für jede übrige Person 4 Ohm, 200 MI. Hafer für 4 Pferde, 88 MI. Korn, den kleinen Zehnten im Flecken Gernsheim, die beiden Gärten, die ihm der Hofmann ackern muß, 40 Hühner, 10 Gänse und die Hofkleidung, so wie es der dortige Amtmann Bat Horneck bis zu seinem Abzug erhalten hat; dazu für jedes reisige Pferd 1 fl. Hufbeschlaggeld und den Ersatz seines reisigen Schadens. Während seiner Amtszeit soll er das Schloß zu Gernsheim bewohnen und daselbst verköstigen: sich selbst mit 3 weiteren Personen (sich selbvyerdt), 4 Wächter, 2 Wagenknechte und eine Hausmagd. Mit dem Rauhfutter für die reisigen Pferde, den Kühen und den Schweinen soll es wie bei Batt Horneck gehalten werden. Rau kann das Gernsheimer Amt jederzeit zum Jahresende kündigen und soll dann eine neue Verschreibung auf Lebenszeit auf das Amt Schotten erhalten, wie sie der Hofmeister Konrad von Wallenstein auf Eschwege oder der Marschall Friedrich Trott auf Wildeck hat3. – Die Verschreibung des Amtes Schotten an Adolf Rau erfolgte am gleichen 7. Januar 1508, da er das Gernsheimer Amt nur auf ein, zwei oder drei Jahre zu versehen brauche. Hierfür werden seine Bezüge wie folgt bestimmt: jährlich 6 Kühe oder 12 fl., 8 fl. für Fastenspeise, 20 hessische Vt. Hopfen, 2 Vt. Salz, 50 MI. Korn, 110 Vt. Hafer, 24 Vt. Gerste, 2 Vt. Erbsen, 2 Vt. Rübsamen, alles hessisches Maß, 60 Fastnachtshühner, 60 Michaelishähne, 10 Gänse, 40 Schafkäse, 10 Hämmel, zweimal Hofkleidung jährlich (auf 4 Pferde), 12 Fd. Heu, Stroh und Spreu, 6 gemästete Schweine, für jedes Pferd 1 fl. Hufbeschlaggeld und Ersatz des reisigen Schadens. Er soll das Schloß in Schotten bewohnen und dort das Personal halten, das dorthin verordnet wird, gegebenenfalls unter Vermehrung seiner Amtsbezüge4. Als Amtmann in Gernsheim ist Rau bezeugt 1511 März 175, 1513 Oktober 66, 1514 Oktober 227, 1515 Juli 88. 1512 November 11 besiegelt er als einer der Vertreter der Ritterschaft die Urkunde, mit der die hessischen Stände den kaiserlich Kölner Schiedsspruch von 1512 September 15 zur Regelung der Verhältnisse Landgraf Wilhelms I. anerkennen9, und besiegelt in gleicher Funktion die Treysaer Einung der Landgräfin Anna von 1514 Februar 10 mit den hessischen Ständen (gegen die Regenten)10. Anfang April 1514 gewinnt er zusammen mit Wilhelm von Dörnberg, Jost von Draxdorf und Eberhard v. Heusenstamm die Ober- und Niedergrafschaft Katzenelnbogen für die Landgräfin Anna11. Als Amtmann in Schotten quittiert er 1516 Februar 29 über den Ersatz seiner Pferdeschäden in Höhe von 259 fl. (!)12. 1518 benennt ihn die hessische Ritterschaft unter den 24 Adelsgenossen, aus denen Landgraf Philipp 10 auswählen soll, die [als Vertreter der Ritterschaft] zu den [vom Fürsten bestimmten] reten gesetzt werden sollen13. Rau dient auch noch unter Landgraf Philipp und ist noch 1540 Dezember 23 Amtmann in Schotten14.

Nachweise

Fußnoten

  1. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (5/8 Bl. 3).
  2. Kopiar 131 Nr. 20. – Dieses Dienstgeld erhielt er noch 1516 Februar 29 (Rechn. I, Kassel Kammerschreiber 14/2 Bel.)
  3. Urkk., Samtarchiv Nachtr. 0,417 und Kopiar 131 Nr. 21. Außerdem hatte Landgraf Wilhelm der Frau Rau’s (Name nicht genannt) 200 fl. zugewandt, von denen ihr 170 fl. in bar und 30 fl. in Samt (16 Ellen) ausgehändigt werden. (Ebd. 13/1b zu 1514 Mai 23).
  4. Kopiar 131 Nr. 22.
  5. Best. 257, Fragmenta actorum des Hofgerichts Bd. XI Nr. 53.
  6. Best. 2 V Landesverwaltung: Dienersachen.
  7. Glagau, Landtagsakten S. 395.
  8. Gundlach III S. 198.
  9. Glagau, Landtagsakten S. 160 Anm.
  10. Ebd. S. 197.
  11. Ebd. S. 340.
  12. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (14/2 Bel.).
  13. Glagau, Landtagsakten S. 532.
  14. Gundlach III S. 198 f.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Rau zu Holzhausen, Adolf der Jüngere“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/22007_rau-zu-holzhausen-adolf-der-juengere> (aufgerufen am 16.04.2026)

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