Weitershausen, Heinrich
belegt seit
10.7.1501 belegt bis
1514 Beruf
Jurist, Rat, Sekretär, Lizenziat GND-Explorer
1388765837Andere Namen
Weitere Namen
Weitershausen, Henrich
Witershusen, Henrich
Wirken
Werdegang
- 1501 und 1506 Sekretär Landgraf Wilhelms II.
- danach Studium, Lizentiat beider Rechte genannt
- 1511 Gesandter auf dem Reichstag in Augsburg
- 1511-1514 Assessor am Marburger Hofgericht
- 1514 Rat und Diener, vertrat auf dem entscheidenden Landtag zu Kassel im März 1514 die Regenten und ihre Partei, konnte sich nicht durchsetzen und verlor seine Stellung
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Sekretär Landgraf Wilhelms II. 1501 Juli 101 und noch 1506 Februar 242. 1506 Mai 9 entläßt ihn der Landgraf auf sein Ansuchen zum Studium und verspricht ihm währenddessen jährlich 20 fl. und die Hofkleidung zu geben. Nach Beendigung seines Studiums soll er sich dem Landgrafen oder dessen Erben vor jedem anderen zum Dienst anbieten, weshalb er während des Studiums keinen anderen Dienst annehmen darf3. Schon 1506 Mai 22 reitet er mit dem Registrator Johann Pluck von Kassel nach Marburg, wahrscheinlich auf dem Wege ins Studium4. 1511 Februar 3/4 wird er als Licentiat bezeichnet5; er war Licentiat beider Rechte6. 1511 fungiert er als hessischer Gesandter auf dem Reichstag zu Augsburg7 und ist von 1511 Juni 17 bis 1514 Oktober 14 als Assessor am Hofgericht zu Marburg tätig8. 1514 Januar 7 bestellen ihn Landhofmeister und Regenten zum Rat und Diener mit 2 Pferden. Er soll sich am Hofe aufhalten und in Kanzlei und Hofgericht gebrauchen lassen. Er erhält jährlich 100 fl. Sold in 4 Raten, Futter für 2 Pferde sowie Mahl, Nagel, Eisen, Heu und Stroh und für sich und seinen Knecht Winter- und Sommerhofkleidung. Sein Dienstjahr beginnt am 6. Januar9. Auf Grund dessen versteht es sich, daß Weitershausen in den Auseinandersetzungen zwischen der Landgräfin Anna der Jüngeren und der Regentschaft, die im Frühjahr 1514 zum Sturz der Regenten führen, die regentisch gesinnte Landschaft vertritt. Er versucht (offenbar auch mit vorübergehendem Erfolg), die Äbte von Haina und Spießkappel und den Pater der Karthause [Eppenberg] zu bewegen, von der Treysaer Einung der Landgräfin mit den hessischen Ständen von 1514 Februar 10 zurückzutreten10 und ist auf dem großen, entscheidenden Kasseler Landtag vom März 1514 der oft genannte, gewandte Wortführer der Regenten und ihrer Partei11, ohne sich jedoch gegenüber seinem Widerpart Balthasar Schrautenbach durchsetzen zu können. So beendet der Sturz der Regentschaft auch seine amtliche Tätigkeit in Hessen.
Sekretär Landgraf Wilhelms II. 1501 Juli 101 und noch 1506 Februar 242. 1506 Mai 9 entläßt ihn der Landgraf auf sein Ansuchen zum Studium und verspricht ihm währenddessen jährlich 20 fl. und die Hofkleidung zu geben. Nach Beendigung seines Studiums soll er sich dem Landgrafen oder dessen Erben vor jedem anderen zum Dienst anbieten, weshalb er während des Studiums keinen anderen Dienst annehmen darf3. Schon 1506 Mai 22 reitet er mit dem Registrator Johann Pluck von Kassel nach Marburg, wahrscheinlich auf dem Wege ins Studium4. 1511 Februar 3/4 wird er als Licentiat bezeichnet5; er war Licentiat beider Rechte6. 1511 fungiert er als hessischer Gesandter auf dem Reichstag zu Augsburg7 und ist von 1511 Juni 17 bis 1514 Oktober 14 als Assessor am Hofgericht zu Marburg tätig8. 1514 Januar 7 bestellen ihn Landhofmeister und Regenten zum Rat und Diener mit 2 Pferden. Er soll sich am Hofe aufhalten und in Kanzlei und Hofgericht gebrauchen lassen. Er erhält jährlich 100 fl. Sold in 4 Raten, Futter für 2 Pferde sowie Mahl, Nagel, Eisen, Heu und Stroh und für sich und seinen Knecht Winter- und Sommerhofkleidung. Sein Dienstjahr beginnt am 6. Januar9. Auf Grund dessen versteht es sich, daß Weitershausen in den Auseinandersetzungen zwischen der Landgräfin Anna der Jüngeren und der Regentschaft, die im Frühjahr 1514 zum Sturz der Regenten führen, die regentisch gesinnte Landschaft vertritt. Er versucht (offenbar auch mit vorübergehendem Erfolg), die Äbte von Haina und Spießkappel und den Pater der Karthause [Eppenberg] zu bewegen, von der Treysaer Einung der Landgräfin mit den hessischen Ständen von 1514 Februar 10 zurückzutreten10 und ist auf dem großen, entscheidenden Kasseler Landtag vom März 1514 der oft genannte, gewandte Wortführer der Regenten und ihrer Partei11, ohne sich jedoch gegenüber seinem Widerpart Balthasar Schrautenbach durchsetzen zu können. So beendet der Sturz der Regentschaft auch seine amtliche Tätigkeit in Hessen.
Nachweise
Fußnoten
- Best. 2 IV Auswärtige Beziehungen: Kurpfalz. Obgleich er sich hier in seiner Unterschrift als Sekretär bezeichnet, wird er 1502 April 26 auch einmal nur Kanzleischreiber genannt (Rechn. I, Felsberg 47/5 Bl. 12v.), was jedoch auf mangelnde Information des Rentschreibers zurückzuführen sein wird. ↑
- Rechn. I, Ziegenhain (121/3 Bl. 90v.): Heinrich Withershusen secretarien mit 2 pferden, eins vor dem karren; furt myns gn. h. register und hendele, solten gein Marpurg. Er leitet also einen Aktentransport von Kassel nach Marburg (zum Gebrauch am Hofgericht?). ↑
- Urkk., Samtarchiv Nachtr. 0,396. – Kopiar 130 Nr. 68. ↑
- Rechn. I, Ziegenhain (121/3 Bl. 96): er führt keinen Titel mehr. ↑
- Ebd. 122/4 Bel. ↑
- So 1514 Juli 17, als er über 50 fl. Abschlag auf seinen Jahressold quittiert (Rechn. I, Kassel Kammerschreiber 13/2b Bel.). ↑
- Best. 2 TV Auswärtige Beziehungen: Kaiser und Reich. – Rechn. I, Ziegenhain (121/8 Bl. 18). ↑
- Hofgerichtsprotokoll. Die Stadt Marburg verehrt ihm in diesen Jahren wiederholt eine Weinspende (Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 433, 450, 456). ↑
- Urkk., Samtarchiv Nachtr. 0,400. Hier ist sein Signet erhalten, das im Siegelfeld unter den Buchstaben E + H einen Schild mit (schmalen) Schräglinksbalken zeigt. Die adligen Herren von Weitershausen führten 3 Schräglinksbalken, so daß es sich bei Heinrich wahrscheinlich um einen (unebenbürtigen?) Abkömmling derselben handelt. – Die Bestallung auch in Kopiar 18 Nr. 49. ↑
- Glagau, Landtagsakten Nr. 102. ↑
- Ebd. Nr. 114. ↑
Quellen
Literatur
- Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 530.
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 2, Marburg 1981, S. 936, Nr. 3287
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 292 f.
- Glagau, Hessische Landtagsakten 1: 1508–1521, Marburg 1901
- Küch, Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg, Bd. 2, Marburg 1931
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Weitershausen, Heinrich“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21814_weitershausen-heinrich> (aufgerufen am 21.04.2026)
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