Wallenstein, Albert Graf von
Wirken
Werdegang
- 1237 erstmals erwähnt, 1263 als comes (Graf)
- 30.1.1260 Bürge im Vergleich Konrads von Elben mit dem Stift Fritzlar
- 10.9.1263 als Mitglied der Friedenskommission mit Mainz genannt
- 16.3.1265 von Landgraf Heinrich zum Schiedsmann der Landfriedenseinigung mit Paderborn berufen
- 1271 erstmals als Richter des Landes Hessen tätig
- 1273 „iudex provincialis terre Hassie“
- 1275 Landfriedensrichter in (Nieder-)Hessen
- Stifter des Zisterzienserklosters Nordshausen bei Kassel
Familie
Partner
Elben, Adelheid von, Tochter des Konrad von Elben
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Wallenstein, Graf Albert von1, steht 1260 Januar 30 an der Spitze der Bürgen des Vergleichs Konrads von Elben mit dem Stift Fritzlar2; wird von der Landgräfin Sophie und Landgraf Heinrich I. im Langsdorfer Frieden mit Mainz von 1263 September 10 als Mitglied einer Kommission eingesetzt, die die Lehnseigenschaft bestimmter Güter ergründen soll3. 1265 März 16 beruft ihn Landgraf Heinrich in seiner Landfriedenseinung mit Paderborn an die Spitze der hessischen Schiedsleute, die eventuelle Streitigkeiten zu schlichten haben4. 1271 Juni 29 entscheiden er und Giso von Gudensberg als Richter des Landes Hessen einen Streit des Klosters Haina mit einem Adligen5. 1273 Dezember 11 wird er ebenfalls iudex provincialis terre Hassie genannt6. 1275 April 1 ist er zusammen mit Widekind von Holzheim Landfriedensrichter in (Nieder)Hessen (executor pacis et treugarum per Hassiam)7. – Er war mit Adelheid, Tochter Konrads von Elben, verheiratet8, stiftete das Zisterziensernonnenkloster Nordshausen bei Kassel9 und ist 1284 oder 1285 gestorben10.
Wallenstein, Graf Albert von1, steht 1260 Januar 30 an der Spitze der Bürgen des Vergleichs Konrads von Elben mit dem Stift Fritzlar2; wird von der Landgräfin Sophie und Landgraf Heinrich I. im Langsdorfer Frieden mit Mainz von 1263 September 10 als Mitglied einer Kommission eingesetzt, die die Lehnseigenschaft bestimmter Güter ergründen soll3. 1265 März 16 beruft ihn Landgraf Heinrich in seiner Landfriedenseinung mit Paderborn an die Spitze der hessischen Schiedsleute, die eventuelle Streitigkeiten zu schlichten haben4. 1271 Juni 29 entscheiden er und Giso von Gudensberg als Richter des Landes Hessen einen Streit des Klosters Haina mit einem Adligen5. 1273 Dezember 11 wird er ebenfalls iudex provincialis terre Hassie genannt6. 1275 April 1 ist er zusammen mit Widekind von Holzheim Landfriedensrichter in (Nieder)Hessen (executor pacis et treugarum per Hassiam)7. – Er war mit Adelheid, Tochter Konrads von Elben, verheiratet8, stiftete das Zisterziensernonnenkloster Nordshausen bei Kassel9 und ist 1284 oder 1285 gestorben10.
Nachweise
Fußnoten
- S. Landau, Ritterburgen II S. 275 ff. und S. 382 f. Vgl. dazu Weber, Zur Geschichte der vormaligen Grafen von Schauenburg und Wallenstein (ZHG 13, 1871) insbesondere S. 361 (mit einer Berichtigung Landaus) und unten Anm. 8. ↑
- Ilgen-Vogel, Erbfolgekrieg (ZHG 21, 1883) Beil. Nr. 15. Über die politische Bedeutung dieser in den Kampf zwischen Mainz und Hessen gehörenden Auseinandersetzung zwischen deren Exponenten in Niederhessen, dem Stift Fritzlar und Konrad von Elben, vgl. Demandt, Der Besitz des Fritzlarer Petersstiftes im 13. Jahrhundert (Zeitschr. des Ver. f. hessische Geschichte 61, 1936 S. 117). ↑
- Grotefend-Rosenfeld LR Nr. 77. ↑
- Ebd. Nr. 95. Er nimmt also schon hier die Stellung eines Landfriedensrichters ein. ↑
- Franz, Haina I Nr. 574. Diese Urkunde ist in Felsberg ausgestellt. Ebenso sind zwei weitere, von ihm besiegelte Urkunden in Felsberg ausgestellt: 1266 Mai 28 (ebd. Nr. 471) und 1268 Juni 17 (ebd. Nr. 518). Das Siegel Alberts zeigt auf gerautetem Grund vier Pfähle. Umschrift † S(IGILLVM) ALBERTI COMITIS DE WALDENSTEIN. ↑
- Urkk., Stift Fritzlar. ↑
- Urkk., Stift Fritzlar. – Grotefend-Rosenfeld LR Nr. 184. ↑
- Vgl. Weber a. a. O. S. 361. 1268 März 24/ April 23 urkundet sie als: Ego Alheidis divina providentia uxor domini comitis de Waldenstein und nennt als ihren Vater Herrn Konrad von Elben (Urkk., Kloster Kappel). Dieser anspruchsvolle Titel läßt einen sicheren Rückschluß auf den hohen Rang Wallensteins zu, aber auch auf die Bedeutung der Stellung Konrads von Elben. ↑
- Dersch, Hessisches Klosterbuch S. 127. ↑
- So Weber a.a.O. S. 361 (nach Landau S. 382 f.) und G. Schenk zu Schweinsberg, Zur Genealogie der Grafen v. Schaumburg-Willofsbach-Wallenstein (ZHG 15, 1874) S. 285. ↑
Literatur
- Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 526
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 2, Marburg 1981, S. 919, Nr. 3215
- Franz (Bearb.), Kloster Haina. Regesten und Urkunden, Bd. 1: 1144–1300, Marburg 1962
- Demandt, Der Besitz des Fritzlarer Petersstiftes im 13. Jahrhundert, in: Zeitschrift für hessische Geschichte und Landeskunde 61 (1936), S. 35-118
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 286
- Grotefend/Rosenfeld, Regesten der Landgrafen von Hessen, Bd. 1: 1247–1328, Marburg 1929
- Ilgen/Vogel, Kritische Bearbeitung und Darstellung der Geschichte des thüringisch-hessischen Erbfolgekrieges : 1247-1264, in: Zeitschrift für hessische Geschichte und Landeskunde 10 (1883), S. 151-380
- Schenk zu Schweinsberg, Zur Genealogie der Grafen von Schaumburg-Willofsbach-Wallenstein, in: Zeitschrift für hessische Geschichte und Landeskunde 15 (1874), S. 285–287
- Weber, Kleiner Beitrag zur Geschichte der vormaligen Grafen von Schauenburg und Waldenstein, in: Zeitschrift für hessische Geschichte und Landeskunde 13 (1871), S. 351–363
- Landau, Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer, Bd. 2, Kassel 1833
Weblinks
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Wallenstein, Albert Graf von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21811_wallenstein-albert-graf-von> (aufgerufen am 15.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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