Mudersbach, Daniel II. von

 
belegt seit
13.11.1413
gestorben
24.4.1477
Beruf
Ritter, Lehnsmann, Amtmann, Rat

Familie

Vater

Mudersbach, Daniel I. von

Mutter

Bucher von Laurenburg, Grete, † vor dem 27.2.1443

Partner

Bubenheim, Jutta von, † 7.10.1461

Verwandte

  • , 6 Söhne
  • , 6 Töchter

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Ritter, Sohn Daniels I.1, der 1413 November 13 an einem Katzenelnbogener Weistum der Obergrafschaft (über Gräfenhausen) beteiligt2 und seit 1416 Mai 21 Lehnsmann Landgraf Ludwigs I. war3, dem er in den folgenden Jahren wiederholt dient4. Daniel I. läßt sich seit [1420] Juli 25 im Dienste Graf Johanns von Katzenelnbogen nachweisen und ist 1427 Februar 21 Amtmann des Katzenelnbogener Westerwaldgebietes5 mit dem Sitz in Driedorf6. Er ist mit der Burg vor dem Ort durch Landgraf Ludwig von Hessen und Graf Johann von Katzenelnbogen belehnt7 und hat von diesem außerdem noch zwei Höfe in Darmstadt und weiteren reichen Lehnsbesitz im Lahn- und Westerwaldgebiet8. 1445 August 14 überweist ihm Graf Philipp von Katzenelnbogen angesichts seiner Dienste für den Fall, daß er die Amtmannschaft zu Diez und Hadamar nicht länger ausüben will oder kann, die Hälfte des gräflichen Anteils an Driedorf und seinem Kirchspiel zur lebenslänglichen Nutzung, doch soll er solange es möglich ist, seine Amtmannschaft weiterführen9. Als Graf Philipp von Katzenelnbogen Anfang August und Ende September 1451 und zu Ostern 1452 in Hessen weilt, begleitet ihn Daniel10. 1455 Januar 26 verschreibt ihm Landgraf Ludwig von Hessen 200 fl. auf das Schloß Hermannstein, das er amtsweise innehaben soll11, Daniel wird 1443 April 30 Rat der Katzenelnbogener Grafen genannt12 und ist laufend an ihren wichtigsten politischen Verhandlungen (mit den Erzbischöfen von Köln und Trier, den Nassauer Grafen, den Landgrafen von Hessen, den Herren von Westerburg u. a.) maßgeblich beteiligt13, übt aber auch militärische Funktionen leitenden Ranges aus (im Krieg gegen die Armagnaken 143914, in der Mainzer Stiftsfehde 1461/63)15. Er war auch persönlich eng mit den Katzenelnbogener Grafen verbunden, insbesondere mit Graf Philipp d. Ä., den Daniel 1433 Oktober 24 auf seiner Palästinareise, auf der Daniel den Grafen begleitet16, auf dem Sinai zum Ritter schlägt17. Diese enge Verbindung lassen auch die wiederholten Teilnahmen Graf Philipps des Älteren an Hochzeiten der Kinder Daniels erkennen18, wie Daniel denn auch den schwierigen Vertrag zwischen Graf Philipp dem Älteren und dessen Sohn Philipp dem Jüngeren von 1449 Juni 18 zustandebringt19. Daniel war verheiratet mit Jutta von Bubenheim, die seit 1425 Juni 20 in Katzenelnbogener Rechnungen genannt wird20, und hatte mit ihr sechs Söhne21 und sechs Töchter22. Jutta starb 1461 Oktober 7, Daniel 1477 April 24, wie ihr künstlerisch bedeutsames Grabmal im Limburger Dom überliefert23.

Nachweise

Fußnoten

  1. Vgl. die Stammtafel bei W. Möller, Stammtafeln westdeutscher Adelsgeschlechter IV (1951) S. 92 Tf. LVI. Seine Frau war danach Grete Bucher von Laurenburg. 1443 Februar 27 teilt Daniel II. dem Grafen Johann von Katzenelnbogen den Tod seiner Mutter mit (Demandt, Katz. Regg. Nr. 4066).
  2. Ebd. Nr. 6342.
  3. Landgraf Ludwig belehnt ihn mit einem Viertel des Hofes zu Rodenroth (Roderade) im Dillkreis (Kopiar 4 Nr. 129).
  4. 1419 Juni 13 quittiert er Landgraf Ludwig für einen Hengst, den er im landgräflichen Dienst vor dem Eberstein verloren hatte. (Urkk., Quittungen). – 1423 Juli 1 quittiert er dem Landgrafen erneut über den Ersatz eines Hengstes (mit 65 fl.!), den er in seinem Dienst eingebüßt hatte (ebd. Daniel siegelt mit rotem Wachs!).
  5. Demandt, Katz. Regg. Nrr. 2932, 3166, 3299, 3333, 3482. – Vgl. auch Nr. 6061 bezüglich Hadamar und Nr. 4625 bezüglich Ellar.
  6. Ebd. Nr. 3527.
  7. Ebd. Nrr. 3828, 4182.
  8. Ebd. Nrr. 4004, 4182.
  9. Ebd. Nr. 4278.
  10. Rechn. I, Homberg/E. (67/3 Bl. 11v., 15v., 23).
  11. Kopiar 3 Nr. 32. Da Landgraf Ludwig am gleichen Tage auch Hans von Wallbrunn eine Zuwendung machte, waren diese Maßnahmen offensichtlich politisch motiviert, denn Daniel von Mudersbach in der Nieder- und Hans von Wallbrunn in der Obergrafschaft waren die damals maßgebenden Beamten der Grafschaft Katzenelnbogen und der Termin der beabsichtigten Eheschließung zwischen Landgraf Heinrich III. von Hessen und der Katzenelnbogener Erbtochter Anna rückte näher. Sie sollte Ende Januar 1457 stattfinden (Demandt, Katz. Regg. Nr. 4957), doch fand das Beilager erst Ende August/ Anfang September 1458 in Marburg statt. (Knetsch, Haus Brabant S. 57). Das Amt Hermannstein hatte nach Daniel II. Ludwig von Mudersbach 1466 inne, von dessen Witwe es der Marschall Johann Schenk zu Schweinsberg 1481 einlöste. (Weiß, Gerichtsverfassung S. 215)
  12. Demandt, Katz. Regg. Nr. 4079.
  13. Vgl. dazu die zahlreichen Nachweise in den Katz. Regg., Register unter Daniel II. von Mudersbach.
  14. Ebd. Nr. 6182.
  15. Ebd. Nr. 6276.
  16. K.E. Demandt, Die Orientfahrten der Katzenelnbogener Grafen (AHG NF 33, 1975).
  17. Demandt, Katz. Regg. Nr. 3637.
  18. So im Januar 1436 (ebd. Nrr. 6104/2, 6132) und Mitte Oktober 1453 (ebd. 6110/5, 6185, 6160).
  19. Ebd. Nr. 4590. Es handelt sich um die Ausstattung Philipps des Jüngeren mit Darmstadt als eigener Residenz.
  20. Ebd. Nr. 6127/6.
  21. Von ihnen diente Daniel II. dem Landgrafen Heinrich III. in der Einbecker Fehde 1479 (Rechn. I, Marburg Kammerschreiber 4/2 Bel. zu 1482 Juli 29). Er und Friedrich von Mudersbach begleiten im August 1479 Landgraf Heinrich III. bei der Einnahme der Grafschaft Katzenelnbogen mit 5 Pferden (Demandt, Katz. Regg. Nr. 6282/16). Dietrich und Friedrich begegnen im Dienst Landgraf Wilhelms III. 1489 (Rechn. I, Ellar 41/21 Bl. 4), 1490 August 26 und 1492 September 22 (Rechn. I, Driedorf 39/20 Bl. 6v. und 39/22 Bl. 12). Ferner ist ein Bernhard von Mudersbach 1482 Juli 8 und 1485 Juli 30 (ebd. 39/12 Bl. 18v. und 39/15 Bl. 6v.) im landgräflichen Dienst.
  22. Hierüber sowie über das Grabdenkmal, seine künstlerische Bedeutung und seine Ahnenwappen vgl. H. Gensicke, Die Ahnenwappen des Mudersbach-Grabsteines im Dom zu Limburg (mit Abb.) (Nassauische Annalen 70, 1959).
  23. Ebd.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Mudersbach, Daniel II. von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21684_mudersbach-daniel-ii-von> (aufgerufen am 11.04.2026)

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