Melsheimer, Johann
belegt seit
1451 belegt bis
14.4.1490 Beruf
LandschreiberAndere Namen
Weitere Namen
Meilsheimer, Johann
Wirken
Lebensorte
Groß-Gerau; Darmstadt
Familie
Vater
Melsheimer, Peter
Partner
Grebenroth, Margarethe von, Tochter des Konrad von Grebenroth und der Agnes Bocklin
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
(Meils-), Sohn des Peter Melsheimer zu Groß-Gerau1, ist 1451 und 1453–1455 Landschreiber der Obergrafschaft zu Darmstadt2. Danach scheint er nicht mehr in einem unmittelbaren Dienstverhältnis zu Graf Philipp von Katzenelnbogen gestanden zu haben, mußte sich jedoch 1459 den Verpflichtungen unterwerfen, mit Frau, Kindern und Gütern in der Grafschaft wohnen zu bleiben und sich nicht vom Grafen wegzuwenden, diesem vielmehr jährlich noch einen Zins von 8 fl. und 5 Pfd. zu leisten3. Er war offenbar sehr vermögend, denn 1458 Dezember 8 kauft er von Graf Johann von Nassau eine Rente von 45 fl. aus den Zinsen der Stadt Wiesbaden für 900 fl., wofür ihn dieser zu seinem reisigen Diener mit einem Jahressold von 14 fl. und der Hofkleidung bestellt4. Ende des gleichen Jahres ist er in ein Verfahren vor dem Landgericht zu Groß-Gerau verwickelt5, woraus vielleicht seine Verpflichtung gegenüber Graf Philipp von Katzenelnbogen von 1459 herrührt6. 1464 übergibt ihm Erzbischof Adolf von Mainz die Hofstatt „Zum Spiegel“ in Mainz unter der Bedingung, den niedergebrannten Gebäudekomplex innerhalb der nächsten vier Jahre wieder aufzubauen und die darauf ruhenden Bodenzinse zu entrichten, was gleichfalls die Vermögenslage von Melsheimer beleuchtet. Dafür nimmt ihn der Erzbischof als Diener an, jedoch unbeeinträchtigt seiner Verpflichtungen gegenüber Graf Philipp von Katzenelnbogen7. Dieser gestattet 1477 Juni 1 der Agnes Bocklin, Witwe des Konrad von Grebenroth, den der Graf mit einem sehr einträglichen Darmstädter und Dornberger Burglehen ausgestattet hatte, daß sie ihre beiden Töchter Margarethe, verheiratet mit Johann Melsheimer, und Magdalena, verheiratet mit Hans von Sörgenloch d. J., gen. Gensfleisch, mit diesen Lehen aussteuert unter der Bedingung, daß Melsheimer und Gensfleisch die damit verbundenen Lehnspflichten übernehmen8. Das Siegel des Landschreibers zeigt 1454 August 10 einen Schild mit Wellenschrägbalken, beseitet von drei Rosen (2: 1); als Schildhalter figuriert ein Heiliger, der auf der Rechten einen Vogel, in der Linken einen Stab hält9. Das Schildbild ist inhaltlich identisch mit dem Siegel des Darmstädter Landschreibers Johann Melsheimer von 1485 Februar 1810, das jedoch keinen Schildhalter, dafür aber auf der rechten oberen Ecke des Schildes einen Vogel zeigt. Als Landschreiber noch erwähnt 1486 September 1211 und 1490 April 1412. 1485/86 hält er wiederholt mit anderen hessischen Beamten das Landgericht zu Oberramstadt und zu Erfelden ab13. Er wohnt 1481 in Groß-Gerau und hat dort das „Hohe Haus“ mit seinem Hofe (mit synem begryff) und Zubehör für 5 Pfd. Zins an den Landgrafen erbrechtlich inne (zu erbeschaft bestanden nach lude siner brief) und zahlte außerdem 8 fl. Beede14.
(Meils-), Sohn des Peter Melsheimer zu Groß-Gerau1, ist 1451 und 1453–1455 Landschreiber der Obergrafschaft zu Darmstadt2. Danach scheint er nicht mehr in einem unmittelbaren Dienstverhältnis zu Graf Philipp von Katzenelnbogen gestanden zu haben, mußte sich jedoch 1459 den Verpflichtungen unterwerfen, mit Frau, Kindern und Gütern in der Grafschaft wohnen zu bleiben und sich nicht vom Grafen wegzuwenden, diesem vielmehr jährlich noch einen Zins von 8 fl. und 5 Pfd. zu leisten3. Er war offenbar sehr vermögend, denn 1458 Dezember 8 kauft er von Graf Johann von Nassau eine Rente von 45 fl. aus den Zinsen der Stadt Wiesbaden für 900 fl., wofür ihn dieser zu seinem reisigen Diener mit einem Jahressold von 14 fl. und der Hofkleidung bestellt4. Ende des gleichen Jahres ist er in ein Verfahren vor dem Landgericht zu Groß-Gerau verwickelt5, woraus vielleicht seine Verpflichtung gegenüber Graf Philipp von Katzenelnbogen von 1459 herrührt6. 1464 übergibt ihm Erzbischof Adolf von Mainz die Hofstatt „Zum Spiegel“ in Mainz unter der Bedingung, den niedergebrannten Gebäudekomplex innerhalb der nächsten vier Jahre wieder aufzubauen und die darauf ruhenden Bodenzinse zu entrichten, was gleichfalls die Vermögenslage von Melsheimer beleuchtet. Dafür nimmt ihn der Erzbischof als Diener an, jedoch unbeeinträchtigt seiner Verpflichtungen gegenüber Graf Philipp von Katzenelnbogen7. Dieser gestattet 1477 Juni 1 der Agnes Bocklin, Witwe des Konrad von Grebenroth, den der Graf mit einem sehr einträglichen Darmstädter und Dornberger Burglehen ausgestattet hatte, daß sie ihre beiden Töchter Margarethe, verheiratet mit Johann Melsheimer, und Magdalena, verheiratet mit Hans von Sörgenloch d. J., gen. Gensfleisch, mit diesen Lehen aussteuert unter der Bedingung, daß Melsheimer und Gensfleisch die damit verbundenen Lehnspflichten übernehmen8. Das Siegel des Landschreibers zeigt 1454 August 10 einen Schild mit Wellenschrägbalken, beseitet von drei Rosen (2: 1); als Schildhalter figuriert ein Heiliger, der auf der Rechten einen Vogel, in der Linken einen Stab hält9. Das Schildbild ist inhaltlich identisch mit dem Siegel des Darmstädter Landschreibers Johann Melsheimer von 1485 Februar 1810, das jedoch keinen Schildhalter, dafür aber auf der rechten oberen Ecke des Schildes einen Vogel zeigt. Als Landschreiber noch erwähnt 1486 September 1211 und 1490 April 1412. 1485/86 hält er wiederholt mit anderen hessischen Beamten das Landgericht zu Oberramstadt und zu Erfelden ab13. Er wohnt 1481 in Groß-Gerau und hat dort das „Hohe Haus“ mit seinem Hofe (mit synem begryff) und Zubehör für 5 Pfd. Zins an den Landgrafen erbrechtlich inne (zu erbeschaft bestanden nach lude siner brief) und zahlte außerdem 8 fl. Beede14.
Nachweise
Fußnoten
- Demandt, Katz. Regg. Nr. 6295/180. Er vertritt damals (1460 Februar 11) seinen abwesenden Sohn Johannes Melsheimer vor dem Landgericht zu Groß-Gerau. ↑
- Ebd. Nrr. 6094, 6096, 4834, 4851, 4870, 4890. ↑
- Ebd. Nr. 5074. Das sind dieselben Abgaben, die er noch 1481 für das „Hohe Haus“ in Groß-Gerau entrichtet (siehe unten zu Anm. 14). ↑
- Ebd. Nr. 5017. ↑
- Ebd. Nr. 6295/178, 180. ↑
- Siehe Anm. 3. ↑
- Ebd. Nr. 5300. ↑
- Ebd. Nr. 5925. ↑
- Ebd. Nr. 4870. ↑
- Urkk., Bestallungen (Reisige und Diener von Haus aus). Die Abweichung ist wohl so zu erklären, daß es sich um ein zweites, späteres Siegel handelt. Jedoch ist auch nicht auszuschließen, daß es sich um den gleichnamigen Sohn von Johann M. handelt, obwohl seine Tätigkeit an den Landgerichten der Obergrafschaft eher an einen älteren, erfahrenen Diener der Grafschaft Katzenelnbogen denken läßt. ↑
- Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (2/7 Bl. 11v.). ↑
- Rechn. I, Darmstadt Landschreiber (37a/3 Bel.). – Am 29. Mai 1490 legt er seine Schlußrechnung (Rechn. I, Ämterrezesse 9/48 Bl. 23). – Am 21. Juli folgt die Schlußabrechnung mit dem Kammerschreiber (Rechn. I, Marburg Kammerschreiber 5/24 Bl. 16). ↑
- Demandt, Katz. Regg. Nr. 6295/86, 89, 94, 105, 67, 133. ↑
- Rechn. I, Darmstadt Landschreiber (37/3 Bl. 4 und 3). Im gleichen Jahr 1481 kauft er zu Dornberg für 182 ½ fl. 8 alb. 400 MI. Korn, das Malter für 11 alb. (ebd. Bl. 57). ↑
Quellen
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 567 f., Nr. 2023
- Demandt, Regesten der Grafen von Katzenelnbogen 1060–1486, Bd. 3: Rechnungen, Besitzverzeichnisse, Steuerlisten und Gerichtsbücher 1295–1486, Wiesbaden 1956
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Band 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 172
Nachnutzung
Rechtehinweise
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Melsheimer, Johann“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21607_melsheimer-johann> (aufgerufen am 21.04.2026)
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