Kompenhans, Johann

 
belegt seit
30.10.1451
gestorben
vor 18.10.1497
Beruf
Türhüter, Vertrauter des Landgrafen, Rat, Amtmann

Andere Namen

Weitere Namen

Kompan, Hans der Jüngere

Familie

Vater

Kompe, Hans, Jägermeister in Katzenelnbogen 1451-1457

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Kompenhans, Johann1, auch Hans Kompan d. J. genannt2, erscheint 1451 Oktober 30 als Compenhenn, Knecht des [Marburger] Landvogtes3; im Dienst Landgraf Heinrichs III. 1459 Oktober4, 1462 Juli 135. Türhüter (thorknecht, doerwerter) Landgraf Heinrichs 1465 Februar 276 bis zu dessen Tode. Vertrauter des Landgrafen und dessen Testamentszeuge 1483 Januar 137. Als familiaris des Landgrafen und (neben Hans von Dörnberg) als mitverantwortlich an dem angeblichen Giftmordversuch an der Gräfin Anna von Katzenelnbogen 1474 bezeichnet8, weshalb er 1474 Dezember 12 einen Reinigungseid leistet9. Heimlicher und Getreuer Landgraf Heinrichs III. 1473 Juni 310; schlichtet zusammen mit dem Kanzler Johann Stein 1480 Dezember 6 Testamentsstreitigkeiten eines Alsfelder Bürgers mit den dortigen Augustinern11, 1481 hat er ein solches Vermögen zusammengebracht, daß er von der Marburger Deutschordensballei ein Leibgedinge von 50 fl. für 500 fl. oder 875 Ib. kaufen kann12. Tritt nach dem Tode Landgraf Heinrichs III. in die Dienste Landgraf Wilhelms II. Amtmann 148813, 1489 Juni 1114, in Spangenberg 1490 vor Juli 2515 und noch 1496 Juli 616. 1490 Juli 7 leistet er mit dem Rat Landgraf Wilhelms II. Johann von Schachten einen Tag zwischen denen von Hanstein und dem Propst von Germerode17. Rat Landgraf Wilhelms II. 1492 September 2518 und noch 1496 August 1119, Gestorben 1497 vor Oktober 1820.

Nachweise

Fußnoten

  1. So in Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (16/3 Bl. 10v.).
  2. Der Zusatz der Jüngere setzt voraus, daß es gleichzeitig einen Hans Kompe den Älteren gab. Als solcher ist ein landgräflicher Bote in Eschwege von 1450–1479 bezeugt (Rechn. I, Eschwege). 1483 und 1487 erhebt der Bilsteiner Rentmeister in Niederhohne 4 sch. von Compenhanse herolde von ½ hube am Flogelsberge (Rechn. I, Bilstein 28/4 Bl. 13v. und 28/7 Bl. 53). Nun führt aber Hans Kompan d. J. 1471 ein Siegel mit einem Rehbock (beschrieben bei Küch, Marburger Rechtsquellen I S. 512), so daß die Vermutung nicht von der Hand zu weisen ist, daß der Katzenelnbogener Jägermeister Hans Kompe (1451–1457) sein Vater gewesen ist (über diesen vgl. Demandt, Falknerei in NAN 57, 1937 S. 142). Zu erwähnen ist jedoch auch, daß schon 1402 als Helfer Landgraf Hermanns im Mainzer Kriege ein Pifferhenne gen. Kumpenhenne bezeugt ist (Falckenheiner, Gesch. Fritzlars S. 261).
  3. Rechn. I, Blankenstein (32/15 Bl. 4v.).
  4. Rechn. I, Felsberg (46/9 Bl. 19): ihn begleitet der Jägermeister Fritz.
  5. Ebd. 46/12 Bl. 19: er führt zwei Wagen, bespannt mit je 6 Pferden, mit dem einen eine Büchse, mit dem anderen Steinkugeln.
  6. Franz, Haina II Nr. 1048.
  7. Urkk., Landgräfliche Testamente und Urkk., Depositum von Dörnberg.
  8. Demandt, Katz. Regg. Nr. 5785.
  9. Ebd. Nr. 5805.
  10. Rechn. I, Driedorf (40/8 Bel.).
  11. Eckhardt, Oberhessische Klöster III Nr. 89.
  12. Best. 106b DO-Rechn. I, 1481 Bl. 38v. – Für seine einflußreiche Stellung ist charakteristisch, daß der Komthur des Marburger Deutschen Hauses, Ludwig von Nordeck, der Nichte von Kompenhans, als sie 1481 November 25 in Homberg heiratet, ein Geldgeschenk macht (ebd. Bl. 50v.).
  13. Rechn. I, Gudensberg (61/5 Bl. 10): ohne Ortsangabe.
  14. Ebd. 61/6 Bl. 10v. desgl.
  15. Ebd. 61/7 Bl. 11. Die Spangenberger Geldrechnung von 1491 (100/1) ist ausgestellt von Compenhans und dem Rentschreiber Hermann Reimbold. Amtmann daselbst heißt er ebd. 100/1 Bl. 18v. In Kopiar L 5 Bl. 199 wird er zu 1490 Oktober 11 der ersame Compenhans, Amtmann zu Spangenberg, genannt.
  16. Rechn. I, Spangenberg.
  17. Rechn. I, Witzenhausen (114/18 Bl. 7v.).
  18. Kopiar 6 Nr. 4/44.
  19. Rechn. I, Felsberg.
  20. An diesem Tag bezeugt der Marburger Rat eine von dem Verstorbenen, der ein diener geweist u. gn. h. seligen, eingerichtete Tuch- und Schuhspende und eine Mehrung der Gründonnerstagsspende für die Armen. Am 25. Juli 1497 lebte er nach der Marburger Stadtrechnung noch. – Als seine Testamentsvollstrecker werden 1499 März 3 Dr. Heinrich Ruland und der Deutschordenskomthur zu Felsberg Johann von Hohenfels genannt. Sie übergaben an diesem Tage dem Kloster Haina einen Wald, den Compenhans erworben hatte, als Seelgerätstiftung (Franz, Haina II Nr. 1214).

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Kompenhans, Johann“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21235_kompenhans-johann> (aufgerufen am 20.04.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/21235