Schickenberg, Johannes

 
geboren
[unbekannt] Spangenberg
gestorben
nach 1496
Beruf
Jurist, Kanzler
Titel
Dr. jur. utr.

Andere Namen

Weitere Namen

Schickeberg, Johannes

Wirken

Werdegang

  • Studium in Heidelberg Ostern 1444
  • 1465 Rechtsstudium in Köln, hier wohl auch Promotion
  • 13.3.1450 in landgräflichen Diensten als Schreiber
  • 1451-1456 Rentschreiber in Grebenstein
  • (unsicher 1458) ab 1459 Kanzler des Landgrafen Heinrich III.
  • 1476 Kasseler Kanoniker (St. Martin) und Rat
  • mehrfach als Schiedsmann tätig in Konfliktfällen zwischen kirchlichem und weltlichem Recht
  • 1479 am kaiserlichen Hof in Nürnberg
  • 1485-1487 Rat in der Kasseler Kanzlei
  • 10.7.1489 Dekan des Kasseler St. Martinsstifts
  • noch 1496 als Dechant in Kassel erwähnt
  • nach Stölzel (Gel. Richtertum, Bd. 1, S. 405 f.) war er „der erste nachweisbare Doctor legum unter den hessischen Canzlern und Räthen.“

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Aus Spangenberg, immatrikuliert in Heidelberg Ostern 14441, Schreiber 1450 März 132, Rentschreiber in Grebenstein 14513 bis 1456 Mai4. Kanzler Landgraf Heinrichs III. vielleicht schon 1458 Juni 165, 1459 August 296, sicher 1460 Mai 177 und noch 1463 Juli 78 und wahrscheinlich auch noch 1463 Dezember9, 1464 Juli 2610 und 1465 März 3011. 1465 ließ sich Schickeberg in Köln zum Rechtsstudium immatrikulieren12. 1466 zwischen Juli 25 und August 12 heißt er alter Kanzler13. 1468 zwischen März 19 und April 25 kommt er aus welschen Landen nach Marburg zurück14 und wird hier erstmals als Dr. bezeichnet15. 1476 Juni 22 erscheint er als Kasseler Kanoniker und landgräflicher Rat16. Im landgräflichen Dienst auch 1476 September 1717, 1478 Mai 2318, Im März 1479 ist er gekorener Schiedsmann in den Streitigkeiten zwischen dem Kapitel von St. Martin in Kassel und seinem Dekan Konrad Volkhard19. Im Juni d. J. wird er auf Erfordern des Kaisers vom Landgrafen mit Begleitung nach Nürnberg gesandt20, 1482 Juli 10 ist er Schiedsrichter in den Streitigkeiten zwischen Kloster und Dorf Germerode21; 1483 August 13/14 ist er zusammen mit Philipp v. Hundelshausen in Eschwege amtlich tätig22 und gehört im August 1485 der Kommission an, die mit Mainzer Beauftragten über strittige hessisch-mainzischen Grenzfragen im Raume Kirchhain verhandelt23. Als Rat in der Kasseler Kanzlei 1485 Juni 2324, 1486 Mai 625, 1487 Februar 326. Nach dem Tode des Dekans Konrad Volkhard wird Schickeberg 1489 Juli 10 zum Dekan des Kasseler St. Martinsstiftes gewählt27. Unter ihm werden die Streitigkeiten zwischen dem Kapitel und den Vikaren von St. Martin durch einen großen, statutenmäßig gefaßten Vergleich von 1496 März 23 beendet28. Als Dr. legum und Dechant in Kassel wird er noch 1496 März 23 genannt29.

Nachweise

Fußnoten

  1. Gundlach III S. 237 f. Er verweist darauf, daß zur gleichen Zeit ein Johannes Schingkeberg de Spangenberg in Erfurt immatrikuliert wurde, ferner in Erfurt zu Michaelis 1458 Johannes Schickenberg Erfordensis und 1476 Johannes Schigeberg de Spangenburg immatrikuliert worden sind.
  2. Schultze, Kasseler Klöster Nr. 1333.
  3. Rechn. I, Grebenstein (51/13 Bl. 2).
  4. Ebd. 52/2 Bl. 2.
  5. Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 97.
  6. Rechn. I, Felsberg (46/9 Bl. 4v.): her Johan Schigkeberg . . . mit 3 pherden.
  7. Küch a.a.O. II S. 123.
  8. Zimmermann, Zentralverwaltung S. 106.
  9. Gundlach a.a.O. nach der Ziegenhainer Rentereirechnung.
  10. Gundlach a.a.O. mit Bezug auf die Marburger Stadtrechnung.
  11. Küch a.a.O. II S. 178.
  12. Gundlach a.a.O. zitiert den Eintrag in die Kölner Matrikel: dominus Joh(annes) Schickenbergh de Cassel canonicus eiusdem loci.
  13. Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 205.
  14. Fbd. S. 222.
  15. 1494 heißt er Doctor in den heiligen und kaiserlichen Rechten (Stölzel, Richtertum 1 S. 405 f.). Sein Siegel zeigt im Siegelfeld den wachsenden Christus mit Kreuznimbus unbekleidet über einem Schild mit zwei abgekehrten Mondsicheln, dazwischen oben ein kleines Antoniuskreuz oder T. (Belegt zu 1478 September 14 in Rechn. I, Kassel Kammerschreiber 12/1 Bel.).
  16. Urkk., Schuldverschreibungen.
  17. Rechn. I, Driedorf (39/8 Bl. 10v.).
  18. Rechn. I, Grebenstein (54/5 Bl. 22).
  19. Schultze, Kasseler Klöster Nr. 1041.
  20. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12/2 Bel.) Es begleitet ihn Philipp v. Haune (Rechn. I, Vacha 111/18 Bl. 6v.) und Magister Karlin (ebd. 118/23 Bl. 3v.).
  21. Huyskens, Werraklöster Nr. 1280.
  22. Rechn. I, Eschwege (44/15 Bl. 11).
  23. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (2/6 Bl. 72v.): Der hessischen Kommission gehörten ferner an: Hermann Riedesel und sein Sohn, Reinhard von Boyneburg, Rabe von Herda, Hartmann Schleier, Hans und Kurt von Wallenstein.
  24. Schultze, Kasseler Klöster Nr. 1333.
  25. Ebd. Nr. 1052. Er wird hier von der Landgräfin Mechthild als der Hochgelehrte bezeichnet.
  26. Ebd. Nr. 1219.
  27. Ebd. Nr. 1059, 1060.
  28. Ebd. Nr. 1081. Im Laufe dieser Auseinandersetzungen wurde Schickeberg der Urkundenänderung, ja der Urkundenfälschung bezichtigt (ebd. Nrr. 1077, 1078). Vgl. auch Joh. Schultze, Eine Urkundenfälschung im Martinsstifte zu Kassel (ZHG 45, 1911).
  29. Schultze, Kasseler Klöster Nr. 1081. – Zu seiner Person vgl. auch Einführung Bd. 1 S. XIV f.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

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Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schickenberg, Johannes“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21026_schickenberg-johannes> (aufgerufen am 10.04.2026)

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