Hund, Otto der Jüngere
belegt seit
1483 belegt bis
28.9.1518 Beruf
Kammertürwächter, Rat, Hofgerichtsbeisitzer GND-Explorer
1395611750Familie
Partner
Reckerode, Anna von, Nichte des Hofmeisters und Landvogtes Konrad von Wallenstein
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Im Dienst Landgraf Wilhelms I. 14831, dann Landgraf Wilhelms II. 1492 November 212, 1493 Juni 183, 1494 Januar 54, 1495 Juni5. Wird 1500 Oktober 286 und 1502 Januar7 als sein Kammertürwächter (thorknecht) bezeichnet, dient 1501 im Hofgesinde mit 3 Pferden8. Amtmann auf dem Schönstein 1504 Oktober 189. 1506 Juni 13 überträgt ihm Landgraf Wilhelm I. das Schloß Schönstein mit der Densburg amtsweise auf Lebenszeit gegen 1000 fl., von denen er jedoch nur 400 fl. zu zahlen braucht. Er muß drei oder vier reisige Knechte halten; der Landgraf behält sich Folge, Bergwerke, Steuern und Öffnung vor10. Amtmann auf dem Schönstein 1507 Juli 1411, 1510 Juli 612, 1516 August 1613. Rat 1508 Februar 814, Beisitzer am Hofgericht zu Marburg 150915 bis 1513 Mai 2216. 1509 Oktober 5 gehört er zu der Abordnung der Stände, die der Landgräfin Anna Mitteilung von der Errichtung der Regentschaft durch die Stände macht17. Er schließt sich dann zwar der Treysaer Einung der Landgräfin Anna mit den Ständen von 1514 Februar 10 an18, kündigt sie aber nach Aufforderung der Regenten von 1514 Februar 1819 und begibt sich zu ihnen nach Kassel, wo er Ende März 1514 nach dem Abzug der Regenten bei dem jungen Landgraf Philipp zurückbleibt20. Der landständische Ausschuß verhandelt im Juli 1514 über ihn, da er der Landschaft seine eidliche Verpflichtung (wegen seines Amtes) aufgekündigt habe, beläßt ihn aber bis auf ferneren Bescheid im Amt, doch dringt die Landgräfin darauf, daß sie das Amt von Hund nach Belieben ablösen kann?21. Anfang 1515 gehört Otto Hund d. Ä. zu den Anhängern des gestürzten Regenten Kaspar von Berlepsch, die seine rechtsangemessene Behandlung verlangen22; zu ihnen zählt aber auch Otto Hund d. J.23, 1518 September 28 ist er Mitglied der Abordnung der Ritterschaft, die in Darmstadt vor Sickingen kapituliert hat, um der Landgräfin Anna und Landgraf Philipp in Gießen den Unterwerfungsvertrag zu erklären und zu begründen, den aber beide strikt ablehnen24. Unter Landgraf Philipp noch lange Jahre in wichtigen Positionen tätig. Seine Frau Anna von Reckerode war eine Nichte des Hofmeisters und Landvogtes Konrad von Wallenstein25.
Im Dienst Landgraf Wilhelms I. 14831, dann Landgraf Wilhelms II. 1492 November 212, 1493 Juni 183, 1494 Januar 54, 1495 Juni5. Wird 1500 Oktober 286 und 1502 Januar7 als sein Kammertürwächter (thorknecht) bezeichnet, dient 1501 im Hofgesinde mit 3 Pferden8. Amtmann auf dem Schönstein 1504 Oktober 189. 1506 Juni 13 überträgt ihm Landgraf Wilhelm I. das Schloß Schönstein mit der Densburg amtsweise auf Lebenszeit gegen 1000 fl., von denen er jedoch nur 400 fl. zu zahlen braucht. Er muß drei oder vier reisige Knechte halten; der Landgraf behält sich Folge, Bergwerke, Steuern und Öffnung vor10. Amtmann auf dem Schönstein 1507 Juli 1411, 1510 Juli 612, 1516 August 1613. Rat 1508 Februar 814, Beisitzer am Hofgericht zu Marburg 150915 bis 1513 Mai 2216. 1509 Oktober 5 gehört er zu der Abordnung der Stände, die der Landgräfin Anna Mitteilung von der Errichtung der Regentschaft durch die Stände macht17. Er schließt sich dann zwar der Treysaer Einung der Landgräfin Anna mit den Ständen von 1514 Februar 10 an18, kündigt sie aber nach Aufforderung der Regenten von 1514 Februar 1819 und begibt sich zu ihnen nach Kassel, wo er Ende März 1514 nach dem Abzug der Regenten bei dem jungen Landgraf Philipp zurückbleibt20. Der landständische Ausschuß verhandelt im Juli 1514 über ihn, da er der Landschaft seine eidliche Verpflichtung (wegen seines Amtes) aufgekündigt habe, beläßt ihn aber bis auf ferneren Bescheid im Amt, doch dringt die Landgräfin darauf, daß sie das Amt von Hund nach Belieben ablösen kann?21. Anfang 1515 gehört Otto Hund d. Ä. zu den Anhängern des gestürzten Regenten Kaspar von Berlepsch, die seine rechtsangemessene Behandlung verlangen22; zu ihnen zählt aber auch Otto Hund d. J.23, 1518 September 28 ist er Mitglied der Abordnung der Ritterschaft, die in Darmstadt vor Sickingen kapituliert hat, um der Landgräfin Anna und Landgraf Philipp in Gießen den Unterwerfungsvertrag zu erklären und zu begründen, den aber beide strikt ablehnen24. Unter Landgraf Philipp noch lange Jahre in wichtigen Positionen tätig. Seine Frau Anna von Reckerode war eine Nichte des Hofmeisters und Landvogtes Konrad von Wallenstein25.
Nachweise
Fußnoten
- Rechn. I, Kassel (68/6 Bl. 58). Er liegt damals von Fastnacht (Februar 11) bis zum 20. April krank (turnierverletzt?) in Kassel und wird auf landgräfliche Kosten unterhalten. ↑
- Rechn. I, Spangenberg (100/7 Bl. 51). Er gehört mit Hermann und Kaspar Meisenbug zu einer Reitertruppe von 18 Pferden. ↑
- Rechn. I, Spangenberg (100/5 Bl. 29). ↑
- Rechn. I, Bilstein (29/2 Bl. 26v.). ↑
- Rechn. I, Rotenburg (91/8 Bl. 23v.): er ordnet auf landgräflichen Befehl nach dem Tode der Landgräfin Mechthild, Witwe Landgraf Ludwigs II. an, der Jungfer Anna Hund, die wie eine Scheurenschloß zu den Hofdamen der Landgräfin gehört hatte, einen Hund von Rotenburg nach Kirchberg (also von der Residenz zu ihrem Heimatort) zu bringen. ↑
- Rechn. I, Felsberg (47/3 Bl. 30). ↑
- Rechn. I, Spangenberg (102/7 Bl. 43v.): 3 metzen [hafer] dem thorknecht Otten Hunden 2 pferde, als er m. gn. h. dem elter den gulden kopf bracht. ↑
- Kopiar 131a Bl. 16v., 24v., 36. – Rechn. I, Kassel (69/3 Bl. 96v.). – 1502 November 27 und 1503 November 10 händigt ihm der Kasseler Münzwardein 86 bzw. 50 fl. aus (Rechn. I, Kassel Münzmeister 21/25 Bel.). ↑
- Rechn. I, Rauschenberg (86/12 Bl. 8v.): juncker Otto, ambtman zcum Schonstein. ↑
- Kopiar 13 Nr. 265. – Urkk., Passiv-Schuldverschreibungen: Hund. ↑
- Rechn. I, Ziegenhain (121/4 Bl. 63v.): er sollte mit Landgraf Wilhelm II. ins Wildbad reiten. – Am 7. September dieses Jahres wird er ins hessische Geleit für die Frankfurter Herbstmesse entboten (ebd.). ↑
- Best. 257, Fragmenta actorum des Hofgerichts Bd. XXXIV, Nr. 25. ↑
- Franz, Haina II Nr. 1311. ↑
- Kopiar L 4 Bl. 239. ↑
- Rechn. I, Marburg (78/4 Bl. 109v.). ↑
- Hofgerichtsprotokoll (Gundlach). ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 45. ↑
- Ebd. S. 198. ↑
- Ebd. S. 211, 482. ↑
- Ebd. S. 328. ↑
- Ebd. 376. ↑
- Ebd. S. 431 ff. ↑
- Ebd. S. 432, in der Literatur ist jedoch weiterhin immer nur von Otto Hund ohne Zusatz die Rede (vgl. Gundlach III S. 113; Heinemeyer, Politisches Archiv Bd. IV, Register u. a.). Es ist mir daher nicht sicher, ob die Funktion, die Otto Hund unter Landgraf Philipp spielt, wirklich nur Otto d. Ä. oder nicht auch Otto d. J. oder beiden zukommt. ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 524 Anm. 1. Vgl. auch ebd. S. 532. Er gehört wie Johann von Hundelshausen u. a. zu den Vertretern der hessischen Ritterschaft. ↑
- Gundlach III S. 114 (nach Lennep II S. 354). ↑
Quellen
- HStAM Bestand K Nr. 13
- HStAM Bestand K Nr. 131 a I
- HStAM Bestand L Nr. 4
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 100/5
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 100/7
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 102/7
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 78/4
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 68/6
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 47/3
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 86/12
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 69/3
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 29/2
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 121/4
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 21/25
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 91/8
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 399, Nr. 1376.
- Franz (Bearb.), Kloster Haina. Regesten und Urkunden, Bd. 2: 1300–1560 (1648), Marburg 1970
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 113 f.
- Glagau, Hessische Landtagsakten 1: 1508–1521, Marburg 1901
Nachnutzung
Rechtehinweise
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hund, Otto der Jüngere“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/20894_hund-otto-der-juengere> (aufgerufen am 21.04.2026)
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