Wirken
Lebensorte
Marburg
Familie
Verwandte
N.N., Johann <Sohn>
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Goldschmied zu Marburg, wird 1385 zusammen mit einem namentlich ungenannten Goldschmied1 auf der Silberkammer des Marburger Schlosses eine eigene Werkstätte mit neuer Esse, Blasebälgen und kupfernen Becken eingerichtet und zugleich eine größere Menge Quecksilber angeschafft (das zum Vergolden gebraucht wurde)2. Die Schmiede selbst erhalten Arbeitskleidung in Gestalt von Lederschurzen und zugleich das Hofgewand aus zweifach grünem Tuch, das sie als landgräflicher Diener ausweist. Es ist bemerkenswert, daß der Landgraf den böhmischen Königsboten bei ihrer gelegentlichen Anwesenheit in Marburg das gleiche Tuch zum Geschenk macht. Die beiden Meister fertigen damals u. a. dem Landgrafen einen silbernen Gürtel und der Landgräfin eine Krone an3. Heinrich ist identisch mit dem Silberkämmerer Heinrich der Landgräfin Margarethe, der 1387 November 25 genannt wird4, und mit dem 1398 erwähnten gleichnamigen Goldschmied, der in diesen Jahren für die Marburger Pfarrkirche eine Monstranz angefertigt hat und deswegen auf Befehl der Landgräfin Margarethe gegen den Willen des Rates von allen städtischen Steuern befreit wird und außerdem für seinen Sohn Johann noch eine jährliche Rente erhält5. Um die Wende des 14. zum 15. Jh. wird Heinrich zusammen mit Heinrich Holzheimer und Wenzel von den Gießen Baumeister (Vermögensverwalter) der Kirche6. Heinrich muß auch bedeutende Arbeiten für den Deutschen Orden ausgeführt haben, denn dieser gibt ihm von 1414 bis zu seinem Tode im Jahr 1430 das hohe Leibgedinge von 40 Pfd. Geld jährlich7; und da seine Frau seit 1424 außerdem noch eine eigene lebenslängliche Kornrente erhält8, liegt die Annahme nahe, daß sich die Landgräfin in gleicher Weise wie bei der Stadt auch beim Orden für den Meister eingesetzt hat9.
Goldschmied zu Marburg, wird 1385 zusammen mit einem namentlich ungenannten Goldschmied1 auf der Silberkammer des Marburger Schlosses eine eigene Werkstätte mit neuer Esse, Blasebälgen und kupfernen Becken eingerichtet und zugleich eine größere Menge Quecksilber angeschafft (das zum Vergolden gebraucht wurde)2. Die Schmiede selbst erhalten Arbeitskleidung in Gestalt von Lederschurzen und zugleich das Hofgewand aus zweifach grünem Tuch, das sie als landgräflicher Diener ausweist. Es ist bemerkenswert, daß der Landgraf den böhmischen Königsboten bei ihrer gelegentlichen Anwesenheit in Marburg das gleiche Tuch zum Geschenk macht. Die beiden Meister fertigen damals u. a. dem Landgrafen einen silbernen Gürtel und der Landgräfin eine Krone an3. Heinrich ist identisch mit dem Silberkämmerer Heinrich der Landgräfin Margarethe, der 1387 November 25 genannt wird4, und mit dem 1398 erwähnten gleichnamigen Goldschmied, der in diesen Jahren für die Marburger Pfarrkirche eine Monstranz angefertigt hat und deswegen auf Befehl der Landgräfin Margarethe gegen den Willen des Rates von allen städtischen Steuern befreit wird und außerdem für seinen Sohn Johann noch eine jährliche Rente erhält5. Um die Wende des 14. zum 15. Jh. wird Heinrich zusammen mit Heinrich Holzheimer und Wenzel von den Gießen Baumeister (Vermögensverwalter) der Kirche6. Heinrich muß auch bedeutende Arbeiten für den Deutschen Orden ausgeführt haben, denn dieser gibt ihm von 1414 bis zu seinem Tode im Jahr 1430 das hohe Leibgedinge von 40 Pfd. Geld jährlich7; und da seine Frau seit 1424 außerdem noch eine eigene lebenslängliche Kornrente erhält8, liegt die Annahme nahe, daß sich die Landgräfin in gleicher Weise wie bei der Stadt auch beim Orden für den Meister eingesetzt hat9.
Nachweise
Fußnoten
- Es handelt sich vielleicht um Gerlach (siehe Anm. 5). ↑
- Vgl. Demandt, Silberschatz S. 1 f. ↑
- Ebd. ↑
- Rechn. I, Marburg (72/20 Bl. 16). ↑
- Küch, Marburger Rechtsquellen Nr. 71. ↑
- Er hat sich um dieses Amt offenbar sehr verdient gemacht, wie ein 1410 angelegtes Register erweist, in dem die seit der Baumeistertätigkeit Heinrichs erworbenen Zinseinkünfte besonders verzeichnet sind. Hierin wird neben Heinrich noch ein Gerlach Goldschmied genannt. ↑
- Siehe Anm. 2. ↑
- Siehe Anm. 2. ↑
- Das Interesse der Landgräfin an edlem Gerät (und seinen Meistern) ersehen wir auch daraus, daß sie über einen eigenen Silberschatz verfügte, der der Wartung ihres Silberdieners Hermann anvertraut war (Demandt, Silberschatz S. 2). ↑
Quellen
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 321, Nr. 1103.
- Karl E. Demandt, Der spätmittelalterliche Silberschatz des hessischen Fürstenhauses, 1939 (Hessenland, Bd. 50)
- Küch, Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg, Bd. 1, Marburg 1918
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Heinrich“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/20599_heinrich> (aufgerufen am 13.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/20599