Gudenburg, Werner von

 
belegt seit
19.7.1359
belegt bis
4.2.1394
Beruf
Knappe, Burgmann, Amtmann, Landvogt
GND-Explorer
1393877192

Wirken

Lebensorte

Wolfhagen

Familie

Verwandte

Gudenburg, Heinrich (II.) von <Bruder>, belegt 22.2.1354–5.6.1367, Amtmann

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Bruder Heinrichs (II.)1, mit ihm gemeinsam Knappe und Burgmann zu Wolfhagen 1359 Juli 192. 1365 März 29 schuldet Landgraf Heinrich II. den Brüdern 93 Mark Silber, die sie für ihn bezahlt haben, und zwar 22 Mark an Friedrich von Padberg vom Neuen Haus, 40 Mark an Gottschalk und Johann von Wellede und 31 Mark den Giren vom Kalenberg; dazu kommt eine Schuld von 208 ½ Mark und 30 schweren Pfgen. für Amtsunkosten und Pferdeschäden, wofür ihnen der Landgraf entsprechende Renten auf die Stadt Wolfhagen anweist3. 1365 Juli 4 weist Landgraf Heinrich die Stadt Wolfhagen an, den gen. Brüdern Werner und Heinrich von Gudenburg jährlich zu Weihnachten 39 Mark – jede Mark zu 30 Schill. schwere Pfge. – solange zu zahlen, bis er den Brüdern 272 Mark Silber zu je 56 alten Tn. und 124 Mark Silber zu je 30 Schill. bezahlt hat. Auch soll sie denselben die 208 ½ Mark und 30 schwere Pfge. verbriefen und ihnen das Geld aus der Rente zu Wolfhagen verabfolgen, da er ihnen diesen Betrag von amtswegen und für Pferdeschäden schuldet4. 1365 August 9 bürgt demgemäß die Stadt Wolfhagen für 324 Mark (!), die Landgraf Heinrich den Brüdern schuldet5. 1365 November 12 erhöht der Landgraf den Schuldbetrag aus der Wolfhagener Beede um 7 ½ Mark zu 56 Pfge. hessischer Währung, die sie für ihn an die Brüder von Dorfelden bezahlt haben6 und 1369 März 30 verschreibt er denselben Brüdern 6 Mark zu je 30 schweren Pfgen. aus der Wolfhagener Rente, bis er ihnen 60 Mark bezahlt hat7. – 1367 Juni 5 setzt Landgraf Heinrich in seinem vierjährigen Bündnis mit den Grafen Otto und Heinrich von Waldeck Werner zum Schiedsmann ein8. 1370 Juli 26 rechnet der Landgraf mit Werner und Heinrich von Gudenburg über alle alten und neuen Ämter ab, die sie innehatten, und diejenigen, die Werner z. Zt. innehat, mit Ausnahme des Amtes Zierenberg, über das Werner noch nicht abgerechnet hat. Der Landgraf bleibt ihnen 347 Mark Silber schuldig, die sie von der Beede der Stadt Wolfhagen – nachdem sie zuvor die ihnen davon bereits früher verschriebenen 45 Mark Silber jährlich erhoben haben – nehmen sollen, bis die Schuld getilgt ist9. 1372 März 24 kommt es zu einer neuen Gesamtabrechnung des Landgrafen mit den Brüdern, einmal wegen der ihnen übertragenen Ämter Wolfhagen und Freienhagen, dann von iren tzů rydden zců Cassel, wegen der Schulden, Burglehen, Pferde, die sie für den Landgrafen gekauft oder im Amte eingebüßt haben, wegen des Bieres und der Frucht, die sie noch zu fordern haben – jedoch immer unter Ausschluß dessen, wofür sie schon entschädigt worden sind – und wegen der Verluste, die sie auf dem [Reinhards-]Walde erlitten haben, als sie die von der Brakenburg und die von Hedemünden niederwarfen. Danach schuldet ihnen der Landgraf 790 Pfd. hessische Pfge., die er ihnen auf Wolfhagen und Freienhagen anweist, wo sie aus der Beede, der Weizen- und Hafergülte und den Zehnten ihre Forderungen in den kommenden Jahren begleichen sollen10. Dazu weist der Landgraf den beiden Brüdern 1372 September 25 nochmals 174 Mark auf dieselben Gefälle an11. Werner wird 1368 September 4 als oberster Amtmann (offcialis generalis) des Landgrafen bezeichnet12, heißt 1369 Mai 9 Landvogt (landvoyd)13 und 1384 Dezember 6 Landrichter (lantrichter)14. 1371 Juni 18 bestimmen ihn die Landgrafen Heinrich und Hermann zum Schiedsmann in ihrer Einung mit den Grafen Heinrich und Adolf von Waldeck15 und noch 1394 Februar 4 quittieren die Brüder Heinrich und Werner über 45 Mark, die ihnen [schon vor 1367] auf die Stadt Wolfhagen verschrieben waren16.

Nachweise

Fußnoten

  1. Siehe dort.
  2. Urkk., Depositum der Stadt Wolfhagen. In der Wolfhagener Burgmannschaft wird bereits 1335 Juli 13 ein Edelknecht Werner von Gudenburg genannt (Urkk., Kloster Hasungen). Außer ihm zählten damals dazu: Ritter Heinrich von Rödersen und die Edelknechte Burkhard von Twiste, Rudolf von Helfenberg und Wiegand Basilius – 1338 Oktober 27 besiegelt ein Werner von Gudenburg der Ältere, Sohn des † Werner von Gudenburg, eine Hasunger Urkunde ebd.).
  3. Urkk., Depositum der Stadt Wolfhagen. – Urkk., Gen.-Rep. Wolfhagen (Rotulus 1363–1372).
  4. Urkk., Depositum der Stadt Wolfhagen.
  5. Siehe Anm. 3.
  6. Siehe Anm. 4.
  7. Ebd.
  8. Urkk., Waldecker Urkk. Nr. 11289.
  9. Siehe Anm. 3.
  10. Gundlach III S. 81 zitiert: Samtarchiv Nachtr., Grafen von Ziegenhain.
  11. Siehe Anm. 8.
  12. Siehe 10.
  13. Gundlach zitiert Schminckes Diplomatarium Bd. 4 Bl. 9 ff. Werner urkundet in Gudensberg.
  14. Küch, Landgraf Hermann II (ZHG 29, 1894) S. 47 Nr. 1: Uf sent Nyclaus tag quam myns junghern lantrichter Werner von Borken mit ses perden. – von Borken ist als Ortsname aufzufassen, nicht als Personenname, parallel zu der Stelle ebd. S. 48 Nr. 9 zu Januar 13: uff den achtczedin tag des abindis quam myn jungher von Grunenberg. Zwar gab es damals auch einen Werner von Borken, der jedoch vor diesem Termin im landgräflichen Dienst nirgends nachweisbar ist, was bei einer so hohen Amtsstellung als ausgeschlossen gelten muß. Er wird erstmals 1387 Dezember 20 genannt, als Landgraf Hermann den Brüdern Werner, Berthold, Konrad und Heinrich von Borken, denen er 100 Mark schuldet, und Dietmar von Gleimenhain, dem er 55 Mark schuldet, die Dörfer Wabern, Zennern und Dens (?Czenes) verpfändet (Urkk., Passiv-Schuldverschreibungen: von Gleimenhain), nachdem sich die genannten vier Brüder am gleichen Tage mit dem Landsgafen wegen aller Schuld- und Schadensersatzforderungen verglichen hatten (Urkk., Quittungen).1396 Juni 11 quittieren die drei Brüder von Borken (ohne Werner) dem Landgrafen über 100 fl. nach Vermittlung durch die Ritter Eckebrecht von Grifte und Wiegand von Gilsa (ebd.).
  15. Kopiar 1 Nr. 21.
  16. Urkk., Depositum der Stadt Wolfhagen. Die Angabe bei Landau, Ritterburgen IV S. 249, daß Werner 1372 oder 1373 gestorben sei, trifft also nicht zu. Sie erklärt sich wohl daraus, daß 1374 Mai 13 Abt und Konvent des Klosters Hasungen von der Exkommunikation gelöst werden, die über sie verhängt worden war, weil sie trotz Mahnung die Leiche des exkommunizierten Edelknechtes Werner von Gudenburg nicht wieder hatten ausgraben wollen (Urkk., Kloster Hasungen). Dieser Werner war offenbar der in Anm. 2 genannten Werner von Gudenburg der Ältere

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Gudenburg, Werner von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/20395_gudenburg-werner-von> (aufgerufen am 18.04.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/20395