Nußpicker, Georg der Jüngere

 
geboren
vor 1500 Kassel
gestorben
8.7.1540 Hagenau (Elsass) heute Haguenau (Frankreich)
Beruf
Jurist, Vizekanzler
Konfession
evangelisch

Wirken

Werdegang

  • Studium seit Michaelis 1511 an der Universität Erfurt
  • 1518 Kanzleischreiber in Marburg, auch daselbst Hofgerichtsschreiber, 1522 Sekretär
  • 1524-1528 Sekretär an der Lahn und Hofgerichtssekretär
  • daneben seit 1525 auch Notar am Hofgericht
  • 1526 Kanoniker des Kasseler Martinstifts
  • 1529 Vizekanzler
  • verstarb als Gesandter auf dem Religionsgespräch in Hagenau

Lebensorte

Erfurt; Marburg; Kassel

Familie

Vater

Mutter

Korbach, Elisabeth, † 1569, Tochter des Dietmar Korbach, Bürger in Kassel

Partner

Müller, Ottilia, (⚭ 20.6.1528)

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Gundlach, Dienerbuch Jorg Nußpicker d. J. von Cassel1=Erfurter Matrikel 2, 273., jüngster Sohn des Kammermeisters Jorg Nußpicker d. Ä.2=Ms. Hass. 40 178 (Casseler Landesbibliothek). Er war verheiratet mit Ottilia Müller. Seine Tochter Gertrud siehe: Jost von Rehen und Wolfgang Heinzenberger., immatrikuliert Michaelis 1511 in Erfurt3=Erfurter Matrikel 2, 273., Kanzleischreiber in Marburg 1518 Dezember 304=Siehe Bd. 2 Nr. 46., 1523 Mai bei dem Landgrafen vor der Ebernburg5=Polit. Archiv I.; auch Hofgerichtsschreiber6=Zuerst als Protokollist des Hofgerichtsprotokolls von 1520/21 und noch 1522. Das von 1519/20 hatte von Wolf Horn geführt.; Secretarius 15227=Siehe Bd. 2 Nr. 36., Secretarius an der Lahn8=1523 September 4 wird er vom Rentmeister Hans Schrautenbach in Gießen auf einer Adresse als Kanzler an der Loyne bezeichnet, was auf einen Kanzleischreiber gar nicht, auf einen Secretarius an der Lahn dem Sinne nach sehr wohl passen würde. Am 15. Januar 1526 heißt er ausdrücklich Hofgerichtssecretarius. und Hofgerichtssecretarius seit 15249=Vgl. Bd. 1. und noch 1528 Oktober 1110=Polit. Archiv, Wittgenstein. Vielleicht war er noch 1529 Februar 3 Secretarius an der Lahn. Man kann dies daraus schließen, daß der Lic. Niclaus Moller gen. Meyer an diesem Tage aus Marburg (!) an Schrautenbach schreibt: Franzen von Sickingen restitution halben hab ich in Nußpickers abwesen ... sein substituten Sprengern anzeigen gethon: Polit. Archiv Nr. 232.. Von 1525 Februar 1511=Fragmenta actorum des Samthofgerichts, Bd. 58. bis 1528 Dezember 1912=Hofgerichtsakten, Nachträge. und noch länger ist er auch als Notarius am Hofgericht zu Hessen nachweisbar13=Am 29. Juni 1528 verlieh ihm der Landgraf das bis dahin den Alsfelder Augustinern gehörige Haus in der jetzigen Augustinergasse in Marburg (begl. Abschrift von 1699 in Akten des Geheimen Rats Nr. 4048), nachdem er sich am 20. Juni verheiratet hatte (Truppeneirechnung des Deutschen Ordens). Als von päpstlicher und kaiserlicher Gewalt offenbarer Notarius und Schreiber nahm er 1536 Februar 25 ein Instrument auf über die Errichtung von L. Philipps Testament: Samtarchiv, Schubl. 88 Nr. 2 a.. Kanoniker des Casseler Martinsstifts (ohne Residenz) 152614=Casseler Klöster Nr. 1190.. 1529 Juni 1715=Kopialbuch L 1 Bl. 103. läßt er sich zum ersten Male als hessischer Vizekanzler nachweisen. Vizekanzler blieb er bis zu seinem Tode. 1534 war er Kanzleichef auf dem württembergischen Zuge. Er starb, während er als hessischer Gesandter auf dem Religionsgespräch in Hagenau sich aufhielt, am 8. Juli 154016=Die übrigen hessischen Räte in Hagenau berichten am 12. Juli an den Landgrafen: Wir mugen auch e. f. g. mitleidend und betrubt in underthenigkeit nit pergen, das am vergangen donnerstage Kiliani, welcher da ist gewesen der acht tag Julii, nachmittag umb ein uhr, e. f. g. vicecanzler her Jorg Nuspicker, dem got gnad, von dieser welt erfordert und in got verscheiden ist. Polit. Archiv Nr. 543.. Neben seinem Amt als Vizekanzler war er aus babstlichen und kaiserlichen gewälden offenbar notarius und schreiber17=So nennt er sich in einem undatierten (aber sicher aus 1529 stammenden) Schriftstück (Polit. Archiv, Nassauischer Erbfolgestreit) und ebenso 1536 Februar 25 (Samtarchiv, Schubl. 88 Nr. 2 a)..

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Nußpicker, Georg der Jüngere, “, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/20337_nusspicker-georg-der-juengere> (aufgerufen am 29.11.2025)

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