Faust, Kunz

 
belegt seit
5.4.1462
belegt bis
8.1.1501
Beruf
Büchsenmeister
GND-Explorer
139224871X

Andere Namen

Weitere Namen

Soest, Kunz%von

Wirken

Lebensorte

Marburg

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Von Soest, wird 1462 April 5 als Kunz von Soest von Landgraf Ludwig II. zum Büchsenmeister gegen einen jährlichen Sold von 12 fl. angenommen1. Als ihm der Kasseler Kammerschreiber 1462 diesen Lohn auszahlt, nennt er ihn Curd Fust2. Er ist wohl auch identisch mit Kunz dem Büchsenmeister, dem der Kasseler Kammerschreiber zu Michaelis und Weihnachten 14643 und 14704 je 5 fl. Lohnabschlag zahlt und mit Kunz Büchsenmeister, der 1469 Januar 15 und 1471 August 196 im Dienst Landgraf Ludwigs bezeugt ist und 1472 November 30 ausdrücklich als Kurt der Büchsenmeister von Kassel genannt wird7. Nach dem Tode Ludwigs II. muß er in oberhessische Dienste getreten sein, denn 1485 November 11 quittiert Kunz Faust als Büchsenmeister zu Marburg dem dortigen Kammerschreiber über den Empfang seines halben Jahreslohnes von 12 fl.8. Demgemäß erscheint der Büchsenmeister Kunz schon in der Rechnung des Marburger Kanzlers Stein von 1473/769 und in den Rechnungen des Marburger Kammerschreibers 1477 März 410, 1478 Februar 811 und 1479 August12. Im März 1484 erhält er eine geldliche Zuwendung für das Einschießen der neuen Büchsen13. In den folgenden Jahren ist er im Dienst der oberhessischen Vormünder belegt 1486 November 1514 und 1487 Dezember 1215; dann dient er Landgraf Wilhelm III. 1492 Februar 2216, 1495 Januar 2317, 1496 August 718, 149719 als Büchsenmeister und wird als solcher auch noch von Landgraf Wilhelm II. übernommen, der ihm 1501 Januar 8 auf Grund seiner langjährigen Dienste eine hoch dotierte Bestallung auf Lebenszeit gibt. Er erhält danach je 12 fl. zum 25. Dezember und 25. Juli, zweimal jährlich Kleidung, jeweils 4 Ellen Londoner Tuch und 3 ½ Ellen Barchent, 3 MI. Korn zu Michaelis aus dem Renthof zu Kassel, 1 Fd. Bier je zur Hälfte am 11. November und 1. Mai, 2 gemästete Schweine zu Weihnachten, eine Kuh zu Michaelis, beides zu Kassel, einen Freitisch und einen freien Wohnsitz, ferner 4 Hämmel zum 16. Oktober, 2 Fd. Heu zum 24 Juni und 12 Fd. Holz zum 29. September Nach seinem Tode stehen seiner Frau alle Rückstände zu und für ihre Lebenszeit 2 MI. Korn, 1 gemästetes Schwein, 2 Hämmel und ½ Fd. Bier20.

Nachweise

Fußnoten

  1. Kopiar L 3 Bl. 209v.
  2. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (11/3 Bl. 2v.). Sonst heißt er – mit einer Ausnahme (Anm. 8) – immer nur einfach Kunz oder Kurt oder Konrad der Büchsenmeister.
  3. Ebd. 11/4 Bl. 20.
  4. Ebd. 11/5 Bl. 31v.
  5. Rechn. I, Spangenberg (97/14 Bl. 4v.). Hier handelt es sich nicht um den ständigen Büchsenmeister des Spangenberger Schlosses (der wöchentlich 7 Metzen Hafer erhielt), da er nur 2 Metzen bekam, als er die schraven (schermen?) Iud.
  6. Rechn. I, Grebenstein (53/5 Bl. 13v.).
  7. Rechn. I, Marburg Rentmeister (74/10 Bl. 8).
  8. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (4/4 Bel.). Vgl. zum gleichen Jahr auch ebd. 2/6 Bl. 59v., wo eine Dienergeld(ab)zahlung an Concze bussenmeister von 12 fl., die zum 1. Mai fällig war, verzeichnet ist, und ebd. 5/6 Bl. 44v., wo eine nunmehr 18 ½ fl. 2 ½ alb. betragende Abschlagszahlung auf den Jahreslohn notiert ist.
  9. Rechn. I Kasten 5 Nr. 1.
  10. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (2/1 Bl. 36): er erhält 6 fl. Lohnabschlag.
  11. Ebd. 2/2 Bl. 69: er erhält 2 fl. Abschlag auf sein Dienstgeld.
  12. Ebd. 5/4 Bl. 4, 5.
  13. Rechn. I, Marburg Rentmeister (75/4 Bl. 37v.). Bl. 37r. heißt es: 2 alb. meister Heinrich Kolen vor 3 nuw bussenstein zu hauwen, den nuwen Nithart damidde zu beschißen, der gen Hoensteine quam.
  14. Rechn. I, Driedorf (39/16 Bl. 20v.).
  15. Ebd. 39/17 Bl. 26: Meister Conrat buchsenmeister reyt nach Colne.
  16. Rechn. I, Butzbach (36/5c Bel.). Im September 1492 werden Ausgaben für ihn notiert, als er die Büchsen gießen sollte, die dann nach langwierigen Vorbereitungen am 6. November gegossen wurden (Rechn. I, Marburg Rentmeister 76/2 Bl. 37, 38).
  17. Rechn. I, Wetter (114/1 Bel.). Der Landgraf befiehlt dem Rentmeister zu Wetter, dem Büchsenmeister Kunz zu Marburg die zwei Wagen voll Kohlen zu verschaffen, die ihm der Landgraf jährlich zu geben pflegt.
  18. Rechn. I, Borken (34/25 Bl. 5): auf dem Ritt von Marburg nach Kassel. Von dort kehrt er vor dem 21. August wieder nach Marburg zurück (ebd.).
  19. Rechn. I, Marburg Hofmeister (10/10 Bl. 10v).
  20. Urkk., Samtarchiv Nachtr. 2, 59. – Kopiar 131 Nr. 3.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Faust, Kunz“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/19912_faust-kunz> (aufgerufen am 17.04.2026)

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