Stockheim, Johann Friedrich von

 
geboren
1568 Idstein
gestorben
5.4.1627 Germersheim
Beruf
Amtmann

Familie

Vater

Stockheim, Wilhelm von, 1539–1584, Amtmann

Mutter

Knebel von Katzenelnbogen, Katharina, † 1606

Partner

Hattstein, Catharina von, (⚭ 1591) 1575–1621, aus Camberg

Verwandte

Stockheim, Johann Burkhard von <Sohn>, einziges von zwölf Kindern, das das Erwachsenenalter erreicht

Leben

Aus der Biografie

Johann Friedrich von Stockheim entstammte einer niederadligen Familie, die über mehrere Generationen als Verwaltungsbeamte und Diplomaten in den Diensten der Grafen von Nassau und der Pfalzgrafen bei Rhein standen. Ihren Namen verdankte die Familie dem Stockheimer Obergericht, welches ihr 1398 durch Ruprecht von der Pfalz verliehen worden war. Er selbst wurde 1568 als Sohn Wilhelms von Stockheim (1539–1584) und dessen Frau Katharina Knebel von Katzenelnbogen (†1606) geboren. Sein Vater war Amtmann der Grafen von Nassau-Idstein und lebte mit seiner Familie in deren Residenzstadt Idstein, in der Johann Friedrich seine Kindheit verbrachte. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt, für die angestrebte Nachfolge im Amt seines Vaters war es jedoch notwendig, neben Lesen und Schreiben über juristische und administrative Kenntnisse zu verfügen. Das Erbe seiner Familie umfasste den sogenannten Stockheimer Hof mit 93 Morgen Land, zwölf Wiesenparzellen sowie 80 Schafen. Daneben umfassten die Besitztümer einen weiteren Hof sowie das Stockheimer Haus in Frauenstein.
Wie seine Vorfahren trat von Stockheim in die Dienste der Grafen von Nassau-Idstein. Die Familie, die als Dienstleute in verschiedenen Zweigen der walramischen Linie fungierten, verfügten über sehr gute Verbindungen zur Grafenfamilie. Die Reputation seines Vaters aber auch der Einfluss seines Onkels Karl von Stockheim (1500–1551), Oberamtmann der Grafschaft Nassau-Weilburg, ermöglichten ihm eine Karriere in der gräflichen Verwaltung. Ab 1590 diente Johann Friedrich von Stockheim, wie bereits sein Vorfahr Heinrich von Stockheim († 1381), als Amtmann der Grafen in Wiesbaden und bezog hier seinen Amtssitz im Nürnberger Hof. In dieser Stellung bezog er ein jährliches Gehalt von 102 Gulden und zusätzlich Naturalien wie Wein oder Holz. Im Jahre 1591 heiratete er Catharina von Hattstein (1575–1621), mit der er zwölf Kinder hatte, von denen jedoch nur der Älteste, Johann Burkhard, das Erwachsenenalter erreichte.
Nach 21 Jahren in den Diensten der Grafen von Nassau-Idstein bat Johann Friedrich von Stockheim 1611 um seine Entlassung, um, wohl wegen einer besseren Bezahlung, in die Dienste der Pfalzgrafen bei Rhein zu treten. Nach zwei Jahren bewilligten die Nassauer den Wechsel ihres Amtmannes in die Dienste Friedrichs V. von der Pfalz (1596–1632). 1613 übersiedelte er nach Germersheim, wo von Stockheim als Oberamtmann eingesetzt wurde. Diese Position behielt er, trotz seiner Nähe zu reformatorischen Kreisen, auch nach der Eroberung der Pfalzgrafschaft durch Maximilian I. von Bayern, bis zu seinem Tod 1627. Entgegen der Familientradition wurde er nicht in der Grablege der Dynastie in der Idsteiner Stiftskirche beigesetzt, sondern wurde in der Germersheimer Stadtkirche am 19. April beerdigt.
Oliver Teufer

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Stockheim, Johann Friedrich von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/19548_stockheim-johann-friedrich-von> (aufgerufen am 11.04.2026)

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