Eisenbach, Rörich II. von
Familie
Vater
Eisenbach, Rörich I. von, belegt 1367-1395, Erbmarschall
Partner
- Schenk von Erbach, Anna
- Schlitz, Grete von
Verwandte
- Eisenbach, Bernhard gen. Bere von <Bruder>
- Eisenbach, Johann III. <Vetter>
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Ritter, Sohn des Ritters Rörich von Eisenbach (I.), und sein Vetter Johann (III.)1 werden 1374 März 4 von den Landgrafen Heinrich II. und Hermann II. als Erbmarschälle angenommen mit allen Ehren und Rechten, die eines Fürsten Marschall zustehen; dazu erhalten sie das Haus Ulrichstein, wie es ihre Voreltern zum Marschallamt gehabt haben, jedoch ohne die Gerichte Bobenhausen und Wolfershain, die die Landgrafen behalten2. Daher erklärt Rörich am gleichen Tage zusammen mit seinem Vetter Johann (III.), Sohn des † Ritters Johann von Eisenbach (II.), daß die Urkunde, die die Landgrafen Heinrich und dessen Sohn Otto ihren Eltern über das Erbmarschallamt und das Haus Ulrichstein gegeben hätten, mit ihrer Zustimmung geändert worden sei und sie deshalb keine Forderungen stellten3, bekunden jedoch unter dem gleichen Datum, daß sie das Gericht Bobenhausen mit Wolfershain für 1600 fl. von den Landgrafen pfandweise wieder erhalten haben4. 1385 November 8 überträgt Landgraf Hermann den gen. Vettern Rörich und Johann die Ämter Grünberg, Alsfeld, Altenburg und Romrod amtsweise5, worauf diese am gleichen Tage bekunden, daß sie wegen aller Verluste und Schäden, die sie im Dienst Landgraf Hermanns erlitten haben, mit diesem ganz und gar gesühnt und mitsamt ihren Gesellen, die sie im landgräflichen Dienst geführt haben, bezahlt sind6. 1386 Februar 2 vermitteln die gen. Vettern die große Sühne zwischen Landgraf Hermann einer- und Wilhelm und Heinrich von Schlitz andererseits7. 1386 Mai 12 ist Rörich Bürge Landgraf Hermanns in dessen Waffenstillstand mit Markgraf Balthasar von Meißen8. 1391 September 29 tritt Rörich einem Adelsbündnis bei, das unter der Führung des Mainzer Landvogts Konrad Spiegel 1391 November 5 ein Schutzverhältnis mit Erzbischof Konrad von Mainz (gegen Landgraf Hermann von Hessen) eingeht9. Nachdem Rörich und sein Bruder Bernhard (Bere) 1398 auf ihren Widerstand gegen die widerrechtliche Überlassung von Ulrichstein an Landgraf Hermann durch Johann von Eisenbach (III.) verzichtet haben10, erhält Rörich 1398 März 8 von Landgraf Hermann wegen einer Forderung von 400 fl., die Rörich vom Landgrafen von der Hälfte seines (Rörichs) Gerichtes Bobenhausen zustehen, das ganze Gericht Bobenhausen mit Felda auf zwei Jahre amtsweise11. Landgraf Hermann verspricht ihm außerdem weitere 1000 fl.12, die noch Landgraf Ludwig I. nach seinem Regierungsantritt (1413) als Schuld anerkennt13. 1401 Dezember 26 bekundet Rörich, für alle ihm durch landgräfliche Amtleute und Helfer zugefügten Verluste entschädigt worden zu sein und vergleicht sich mit Landgraf Hermann wegen Salzschlirf, Ilbeshausen und anderer Dörfer im Vogelsberg14. Nach dem gänzlichen Verzicht der Brüder Rörich und Bernhard auf Ulrichstein 1399 Dezember 20 werden sie erneut mit dem Erbmarschallamt belehnt15. Als Erbmarschall ist Rörich nachweisbar bis zu seinem Verzicht zugunsten der Brüder Eckhard und Friedrich von Röhrenfurth 142216. Rörich starb 1428 als Letzter eines Geschlechtes17, das in der politischen Führungsschicht der Landgrafschaft Hessen im 14. Jahrhundert eine führende Position – öfter auch als Gegner der Landgrafen – innehatte. Nach dem Tod seiner ersten Frau Anna Schenk von Erbach um 1426 heiratet Rörich kurz vor seinem Tode nochmals (er hatte nur Töchter). Diese bald verwitwete Grete von Schlitz ehelichte dann Graf Adolf von Weilnau18.
Ritter, Sohn des Ritters Rörich von Eisenbach (I.), und sein Vetter Johann (III.)1 werden 1374 März 4 von den Landgrafen Heinrich II. und Hermann II. als Erbmarschälle angenommen mit allen Ehren und Rechten, die eines Fürsten Marschall zustehen; dazu erhalten sie das Haus Ulrichstein, wie es ihre Voreltern zum Marschallamt gehabt haben, jedoch ohne die Gerichte Bobenhausen und Wolfershain, die die Landgrafen behalten2. Daher erklärt Rörich am gleichen Tage zusammen mit seinem Vetter Johann (III.), Sohn des † Ritters Johann von Eisenbach (II.), daß die Urkunde, die die Landgrafen Heinrich und dessen Sohn Otto ihren Eltern über das Erbmarschallamt und das Haus Ulrichstein gegeben hätten, mit ihrer Zustimmung geändert worden sei und sie deshalb keine Forderungen stellten3, bekunden jedoch unter dem gleichen Datum, daß sie das Gericht Bobenhausen mit Wolfershain für 1600 fl. von den Landgrafen pfandweise wieder erhalten haben4. 1385 November 8 überträgt Landgraf Hermann den gen. Vettern Rörich und Johann die Ämter Grünberg, Alsfeld, Altenburg und Romrod amtsweise5, worauf diese am gleichen Tage bekunden, daß sie wegen aller Verluste und Schäden, die sie im Dienst Landgraf Hermanns erlitten haben, mit diesem ganz und gar gesühnt und mitsamt ihren Gesellen, die sie im landgräflichen Dienst geführt haben, bezahlt sind6. 1386 Februar 2 vermitteln die gen. Vettern die große Sühne zwischen Landgraf Hermann einer- und Wilhelm und Heinrich von Schlitz andererseits7. 1386 Mai 12 ist Rörich Bürge Landgraf Hermanns in dessen Waffenstillstand mit Markgraf Balthasar von Meißen8. 1391 September 29 tritt Rörich einem Adelsbündnis bei, das unter der Führung des Mainzer Landvogts Konrad Spiegel 1391 November 5 ein Schutzverhältnis mit Erzbischof Konrad von Mainz (gegen Landgraf Hermann von Hessen) eingeht9. Nachdem Rörich und sein Bruder Bernhard (Bere) 1398 auf ihren Widerstand gegen die widerrechtliche Überlassung von Ulrichstein an Landgraf Hermann durch Johann von Eisenbach (III.) verzichtet haben10, erhält Rörich 1398 März 8 von Landgraf Hermann wegen einer Forderung von 400 fl., die Rörich vom Landgrafen von der Hälfte seines (Rörichs) Gerichtes Bobenhausen zustehen, das ganze Gericht Bobenhausen mit Felda auf zwei Jahre amtsweise11. Landgraf Hermann verspricht ihm außerdem weitere 1000 fl.12, die noch Landgraf Ludwig I. nach seinem Regierungsantritt (1413) als Schuld anerkennt13. 1401 Dezember 26 bekundet Rörich, für alle ihm durch landgräfliche Amtleute und Helfer zugefügten Verluste entschädigt worden zu sein und vergleicht sich mit Landgraf Hermann wegen Salzschlirf, Ilbeshausen und anderer Dörfer im Vogelsberg14. Nach dem gänzlichen Verzicht der Brüder Rörich und Bernhard auf Ulrichstein 1399 Dezember 20 werden sie erneut mit dem Erbmarschallamt belehnt15. Als Erbmarschall ist Rörich nachweisbar bis zu seinem Verzicht zugunsten der Brüder Eckhard und Friedrich von Röhrenfurth 142216. Rörich starb 1428 als Letzter eines Geschlechtes17, das in der politischen Führungsschicht der Landgrafschaft Hessen im 14. Jahrhundert eine führende Position – öfter auch als Gegner der Landgrafen – innehatte. Nach dem Tod seiner ersten Frau Anna Schenk von Erbach um 1426 heiratet Rörich kurz vor seinem Tode nochmals (er hatte nur Töchter). Diese bald verwitwete Grete von Schlitz ehelichte dann Graf Adolf von Weilnau18.
Nachweise
Fußnoten
- Da die Belehnung 1374 von den Vettern Rörich und Johann spricht, können nur Rörich II. und Johann III. gemeint sein, denn ihre Väter Rörich I. und Johann II. waren Brüder und daher nur ihre gleichnamigen Söhne Vettern. Außerdem wird Johann ausdrücklich Sohn des † Ritters Johann von Eisenbach genannt, der bis 1363 bezeugt ist. Die neuen Bestimmungen über die Verleihung des Erbmarschallamtes von 1374 trafen zudem damals nur für Rörich II. und Johann III. zu. (Vgl. dort Anm. 1). Sie setzen aber weiter voraus, daß nicht nur einer der Väter, sondern beide nicht mehr Amtsinhaber waren. Von Johann II. wissen wir, daß er 1374 nicht mehr lebte, von Rörich I. ist entweder das gleiche anzunehmen oder aber, daß er das Erbmarschallamt infolge seiner Beteiligung am Sternerkrieg verloren hatte. Es sind daher hier alle von Rörich überlieferten Nachrichten über seine Beziehungen zum Landgrafen zwischen 1375 und 1395 nicht mehr auf Rörich I., sondern auf Rörich II. bezogen worden. ↑
- Becker, Die Riedesel II Nr. 188. ↑
- Gen.-Rep. Ulrichstein. Über die Änderungen vgl. unter Johann v. E. III. Anm. 1. ↑
- Landau, Ritterburgen III S. 387. ↑
- Becker, Alsfelder Urkk. (MOHG NF 33, 1936 S. 149). ↑
- Urkk., Quittungen. ↑
- Urkk., Gen.-Rep. Schlitz. S. hier auch unter Wilhelm von Schlitz. ↑
- Codex Diplomat. Saxoniae IB 1 Nr. 177. ↑
- StA Würzburg MIB 12 fol. 87 ff. ↑
- Landau, Ritterburgen III S. 392. ↑
- Urkk., Gen.-Rep. Bobenhausen. ↑
- Siehe Anm. 10. ↑
- Kopiar 4 Nr. 293. Der Landgraf verspricht den Betrag bis 1415 September 29 zu bezahlen. ↑
- Kopiar 2 Nr. 23. ↑
- Landau, Ritterburgen III S. 393. ↑
- Becker, Die Riedesel I S. 126. ↑
- Küch, Landgraf Ludwig I. (ZHG 43, 1909) S. 175. – Kuchenbecker, Erbhofämter, Beweistümer Lit. FF. – Landau, Ritterburgen III S. 398. – Rörichs Schreiber Johann Hoffmann wird noch 1428 März 14 genannt (Becker, Die Riedesel II Nr. 424). ↑
- Grete wird 1433 November 5 als Gräfin zu Weilnau bezeichnet (Becker, Die Riedesel II Nr. 495). – Landau, Ritterburgen III S. 398 nennt ihren Mann. ↑
Quellen
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 174-176, Nr. 564
- Becker, Alsfelder Urkunden des Staatsarchivs zu Darmstadt, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins NF 33 (1936), S. 140-190, hier S. 149
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 54
- Becker, Die Riedesel zu Eisenbach, Bd. 2: Riedeselisches Urkundenbuch 1200 bis 1500, Offenbach am Main 1924
- Becker, Die Riedesel zu Eisenbach, Bd. 1: Vom ersten Auftreten des Namens bis zum Tod Hermanns III. Riedesel 1500, Offenbach am Main 1923
- Küch, Eine Quelle zur Geschichte des Landgrafen Ludwig I., in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 43 (1909), S. 145-277
- Landau, Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer, Bd. 3, Kassel 1836
- Johann Philipp Kuchenbecker, Gegründete Abhandlung von denen Erb-Hof-Aemtern der Landgrafschaft Hessen, Marburg 1744
Nachnutzung
Rechtehinweise
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Eisenbach, Rörich II. von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/19547_eisenbach-roerich-ii-von> (aufgerufen am 15.04.2026)
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