Draxdorf, Jost von

 
belegt seit
1489
belegt bis
2.9.1519
Beruf
Hofgesinde, Amtmann, Rat, Hofmeister
GND-Explorer
1391382676

Familie

Partner

Leun gen. Mohr, Margarethe von

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Im Dienst Landgraf Wilhelms II. 1489/901, unter dessen Hofgesinde 1491/922, begleitet Landgraf Wilhelm II. und den Herzog von Mecklenburg, als sie im August 1495 vom König, das heißt vom Wormser Reichstag, wiederkommen3. Unter dem Hofgesinde Landgraf Wilhelms II. 1496 Juli 64, 1501 mit 4 Pferden5, 1502 März 316. Marschall 1505 August7, September 258, Hofmeister [1506] November 79. 1506 Januar 12 belehnt Landgraf Wilhelm II. Jost wegen seiner bisherigen Dienste und dafür, daß er ihm Veckerhagen auf der Weser wieder zugestellt hat, für sich und seine männlichen Leibeserben, die er mit Margarethe von Lünen zeugen wird, und wenn diese fehlen, auch ihre leiblichen Töchter, mit Schloß und Tal Ziegenberg in der Wetterau mit allem Zubehör einschließlich der dort fälligen Rodungszinsen und der beiden Mühlen in der Ziegenberger Mark, die für die Untersassen des Amtes Butzbach in Hohenweisel, Ostheim, Langenhain und Fauerbach und das Tal Ziegenberg allein zuständig sind. Er erhält ferner 4 ½ Achtel Hafer, 3 Hühner aus Wernborn und Pfaffenwiesbach, 46 ½ fl. und 2 Hlr. Beede aus Langenhain und 20 fl. von Fauerbach. Werden die Dörfler in der Bezahlung säumig, soll der Kellner zu Butzbach für Abhilfe sorgen. Der Landgraf behält sich das Geleit auf der Straße, den großen Wildbann (auf Hirsche und Schweine) mitsamt dem ganzen Walde vor, desgleichen die Landsteuer, die Bergwerke, den Guldenweinzoll, die zwei Teiche und die Öffnung des Schlosses Ziegenberg. Jost und Margarethe stehen der kleine Wildbann, Bauholz zum Schlosse, Brennholz nach Notdurft und die Eichel- und Eckermast für soviel Schweine zu, wie sie für ihre Haushaltung benötigen. Nach ihrem Tode haben die Landgrafen das Recht, Ziegenberg mit 2500 fl. wieder einzulösen unter der Verpflichtung der Erben Draxdorfs, dieses Geld wiederum im Fürstentum in Gütern anzulegen und diese als Mannlehen zu empfangen. Sollten nach dem Tode von Jost und Margarethe auch ihre Töchter ohne männliche Leibeserben versterben, fallen die Lehen an die Landgrafschaft zurück. Heiraten die Töchter, sollen deren Männer an ihrer Stelle die Lehen empfangen10. Amtmann zu Eppstein heißt Draxdorf 1506 Mai 411, 1508 Januar 1212. Wird von den Regenten seines Amtes entsetzt13 und nennt sich 1512 März 8: Jost von Draxdorf zu Ziegenberg14. 1514 Dezember 12 wird er als Amtmann zu Ziegenberg bezeichnet15. Er gehört zu den Anhängern der Landgräfin Anna gegen Landhofmeister und Regenten, die 1513 Dezember 22 die hessischen Stände zu einem Landtag nach Felsberg auf den 9. Januar 1514 einladen16, wird 1514 April in den landständischen Ausschuß als einer der Vertreter der oberhessischen Ritterschaft gewählt17. Nachdem er im gleichen Monat die Ober- und Niedergrafschaft Katzenelnbogen für die Landgräfin Anna hatte einnehmen helfen18, wird er kurz darauf (vor Juni 13)19 Oberamtmann der Niedergrafschaft mit dem Amtsitz Hohenstein20 und bleibt es bis zu seiner Ernennung zum Rat und Hofmeister 1519 September 221, Er starb vor 1529 Januar 322.

Nachweise

Fußnoten

  1. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (11/12 Bl. 191, 206).
  2. Siehe unter Hermann Trott.
  3. Rechn. I, Gudensberg (61/12 Bl. 12). Der Landgraf hatte auf dem Ritt zum König Gudensberg am 30. April passiert (ebd. Bl. 9v.)
  4. Rechn. I, Felsberg (46/19 Bl. 34v.).
  5. Kopiar 131a II Bl. 16v., 37 (hier nachgetragen).
  6. Best. 2 IV Auswärtige Beziehungen: Kurbrandenburg.
  7. Rechn. I, Rotenburg (92/6 Bl. 27).
  8. Rechn. I, Felsberg (47/9 Bl. 41): Als solcher hat er unter Landgraf Wilhelm II. vor allem militärische Funktionen erfüllt, da er häufig Dienstreverse reisiger Knechte besiegelt, so schon 1503 Oktober 9.
  9. Rechn. I, Spangenberg (103/2 Bl. 14): eigenhändige Quittung [nur mit Tages-, ohne Jahresdatum, das sich aus der Rechnung ergibt] mit Unterschrift: Jobst von Traxdorf hofmeister.
  10. Kopiar 13 Nr. 194.
  11. Gundlach III S. 50 zitiert: Landaus Kollektaneen unter von Schrautenbach. – 1506 März 11 wird Draxdorfs Diener Henning genannt. (Rechn. I, Ziegenhain 121/3 Bl. 91v.).
  12. Knetsch, Nachrichten über einige unebenbürtige Kinder hessischer Fürsten (ZHG 40, 1907) S. 293 Anm. 4. – Vgl. auch Küch, Visitation (AHG NF 9, 1913) S. 155.
  13. Glagau, Landtagsakten S. 255 f. Der Landhofmeister Ludwig von Boyneburg antwortete auf diesen Vorwurf: Drachstorffs halben sei er in einer irrunge mit deme von Konnigesteine gestanden, wie er wisse, und sei ime sust ein ampt eingetan und 3000 gulden darauf vorschreiben; dorneben sei ime ein ander ambt befohlen wurden, welchs vor ein ander inngehabt, als er nu solch ambt ein jare vorwaldet, sei das wider von ime genomen und demjenigen, so es vorschreiben, wider eingetan, dan die regenten liessen sich bedunken, es sei ime gnade gnuk gescheen, das ime zuvorn 3000 gulden auf einem andern ampt vorschreiben sein. – Man kann sich Gunst und Mißgunst und den daraus resultierenden Verwaltungswirrwarr vorstellen!
  14. Best. 257, Fragmenta actorum des Hofgerichts Bd. XVII Nr. 3.
  15. Ebd. Bd. LXI. – Vgl. dazu Anm. 13.
  16. Glagau, Landtagsakten Nr. 64.
  17. Ebd. S. 347.
  18. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (11/10 Bl. 29v.). – Glagau, Landtagsakten Nrr. 127, 128.
  19. An diesem Tage teilt Landgräfin Anna diese Berufung Draxdorfs dem Rheinfelser Burggrafen Engelbrecht Krengel mit. (Gundlach zitiert: Polit. Archiv).
  20. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (14/2 Bel. zu 1516 Februar 22). Auch 1515 Mai 5 wird er Amtmann zu Hohenstein genannt (Best. 2 V Landesverwaltung: Dienersachen).
  21. Gundlach III S. 50.
  22. Ebd.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Draxdorf, Jost von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/19482_draxdorf-jost-von> (aufgerufen am 12.04.2026)

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