Dalwigk, Reinhard der Ältere von
Wirken
Funktion
- Rotenburg an der Fulda, Amtmann, 1430-1431
Lebensorte
Rotenburg an der Fulda
Familie
Partner
- Hertingshausen, Agnes von, Tochter des Friedrich von Hertingshausen
- Knorre, Barbara, Tochter des Johannes Knorre, Schultheiß in Fritzlar
Verwandte
- Dalwigk, Agnes von <Tochter>
- Braunschweig, Agnes von <Schwester>, verheiratet mit Herzog Otto von Braunschweig
- Hertingshausen, Friedrich von <Neffe>, belegt 5.5.1431–15.3.1461, Pfandinhaber, Rat
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
(Der Ungeborene)1, Heimlicher Landgraf Ludwigs I. 1414 Juni 152, 1417 Mai 13; ist als solcher 1419 Januar 8 und 1426 April 14 an den hessisch-thüringischen Bündnisverträgen, die die Rückgewinnung der Landgraf Hermann II. verlorengegangenen Werrastädte einleitet, als Bürge und Siegler beteiligt4; ist im Januar 1423 in der Fehde des Landgrafen mit den Spiegel von Desenberg am erfolgreichen Treffen bei Wolfhagen beteiligt5. Im Kriege mit Mainz 1426 befehligt er den wichtigen Platz Gudensberg, seit Mitte Juli gemeinsam mit Thiele von Elben6. Reinhard gehört 1427 Dezember 28 zu den Vermittlern der Sühne Landgraf Ludwigs zwischen seiner Schwester Agnes und deren Mann Herzog Otto von Braunschweig7 und ist 1429 Dezember 17 einer der Unterhändler beim Verkauf der Herrschaft Schöneberg an Hessen8. 1432 November 23 ist er zugegen, als sich die Stadt Braunschweig von der Verratsklage ihres Herzogs Wilhelm in Gegenwart Markgraf Johanns von Brandenburg und Landgraf Ludwigs I. von Hessen und ihrer Räte reinigt9. Rat 1428 Januar 2710, nimmt kurz darauf mit Landgraf Ludwig am Frankfurter Kurfürstentag teil11. Amtmann in Rotenburg 1430 Mai 1012, 1431 August 513. Wird 1431 Mai 5 als Vormund seines Neffen Friedrich von Hertingshausen14 erzbischöflich mainzischer Amtmann auf der Weidelsburg bei Naumburg15. 1431 September 18 gehört er zu den Vermittlern der Heiratsabrede zwischen der Herzogin Anna von Sachsen und Landgraf Ludwig von Hessen, die zum Rückfall der Werrastädte an Hessen führte16. 1434 April 18 ist er Bürge der Einung zwischen Landgraf Ludwigs Schwester Agnes mit ihrem Manne Herzog Otto von Braunschweig über ihre Wohnung17. Amtmann zu Wolfhagen 1434 Januar 2718, 1436 Juni 519 und Unterhändler der an diesem Tage geschlossenen Einung Erzbischof Dietrichs von Köln mit Landgraf Ludwig von Hessen, die Reinhard besiegelt20; zugleich Stuhlherr des Freigerichts Freienhagen21. Amtmann auf Schartenberg 1437 Dezember 1922 und noch 1441 Mai 1723. 1437 Augut 17 lassen Reinhard von Dalwigk und Friedrich von Hertingshausen dem Landgraf Ludwig das Schloß Weidelsburg auf, desgl. ein Kapital von 2700 fl. auf der Stadt Zierenberg sowie zahlreiche Besitzungen in den Dörfern der Umgebung und erhalten sie als Lehen zurück. Dagegen verzichten beide auf andere, von Landgraf Hermann den Brüdern Hans und Hermann von Haldessen verschriebenen Rechte in genannten Dörfern und der Stadt Grebenstein, die Friedrich von seiner Mutter geerbt hatte. Sie erklären sich mit dem Verlust ihrer Lehen einverstanden, wenn sie den Landgrafen befehden sollten24. Dazu ist es wegen der hier aufscheinenden Besitzdifferenzen und der unruhestiftenden und selbstbewußten Verhaltensweise, die Reinhard und Friedrich als Herren der Weidelsburg an den Tag legten, dann doch gekommen. Dieser Konflikt führte zur Solidarisierung einer Anzahl von Adelsgenossen gegen den Fürsten und weitete sich zu der sogen. Bundesherrenfehde aus, in der der Landgraf mit Hilfe des Mainzer Erzbischofs und der Waldecker Grafen gegen Reinhard und Friedrich und die mit ihnen verbündeten Adligen vorging25. Reinhard wurde 1448 unterworfen26, eines großen Teiles seines Besitzes beraubt und entmachtet; doch dauerte es noch bis 1452, bis die völlige Befriedung der aufständischen Ritterschaft erreicht war27. Reinhard ist 1456 Oktober 5 wieder im Dienst Landgraf Ludwigs nachweisbar28 und wieder Amtmann zu Wolfhagen 145829, 1459 Juli 1330. Ganz kurz darauf ist er gestorben31.
(Der Ungeborene)1, Heimlicher Landgraf Ludwigs I. 1414 Juni 152, 1417 Mai 13; ist als solcher 1419 Januar 8 und 1426 April 14 an den hessisch-thüringischen Bündnisverträgen, die die Rückgewinnung der Landgraf Hermann II. verlorengegangenen Werrastädte einleitet, als Bürge und Siegler beteiligt4; ist im Januar 1423 in der Fehde des Landgrafen mit den Spiegel von Desenberg am erfolgreichen Treffen bei Wolfhagen beteiligt5. Im Kriege mit Mainz 1426 befehligt er den wichtigen Platz Gudensberg, seit Mitte Juli gemeinsam mit Thiele von Elben6. Reinhard gehört 1427 Dezember 28 zu den Vermittlern der Sühne Landgraf Ludwigs zwischen seiner Schwester Agnes und deren Mann Herzog Otto von Braunschweig7 und ist 1429 Dezember 17 einer der Unterhändler beim Verkauf der Herrschaft Schöneberg an Hessen8. 1432 November 23 ist er zugegen, als sich die Stadt Braunschweig von der Verratsklage ihres Herzogs Wilhelm in Gegenwart Markgraf Johanns von Brandenburg und Landgraf Ludwigs I. von Hessen und ihrer Räte reinigt9. Rat 1428 Januar 2710, nimmt kurz darauf mit Landgraf Ludwig am Frankfurter Kurfürstentag teil11. Amtmann in Rotenburg 1430 Mai 1012, 1431 August 513. Wird 1431 Mai 5 als Vormund seines Neffen Friedrich von Hertingshausen14 erzbischöflich mainzischer Amtmann auf der Weidelsburg bei Naumburg15. 1431 September 18 gehört er zu den Vermittlern der Heiratsabrede zwischen der Herzogin Anna von Sachsen und Landgraf Ludwig von Hessen, die zum Rückfall der Werrastädte an Hessen führte16. 1434 April 18 ist er Bürge der Einung zwischen Landgraf Ludwigs Schwester Agnes mit ihrem Manne Herzog Otto von Braunschweig über ihre Wohnung17. Amtmann zu Wolfhagen 1434 Januar 2718, 1436 Juni 519 und Unterhändler der an diesem Tage geschlossenen Einung Erzbischof Dietrichs von Köln mit Landgraf Ludwig von Hessen, die Reinhard besiegelt20; zugleich Stuhlherr des Freigerichts Freienhagen21. Amtmann auf Schartenberg 1437 Dezember 1922 und noch 1441 Mai 1723. 1437 Augut 17 lassen Reinhard von Dalwigk und Friedrich von Hertingshausen dem Landgraf Ludwig das Schloß Weidelsburg auf, desgl. ein Kapital von 2700 fl. auf der Stadt Zierenberg sowie zahlreiche Besitzungen in den Dörfern der Umgebung und erhalten sie als Lehen zurück. Dagegen verzichten beide auf andere, von Landgraf Hermann den Brüdern Hans und Hermann von Haldessen verschriebenen Rechte in genannten Dörfern und der Stadt Grebenstein, die Friedrich von seiner Mutter geerbt hatte. Sie erklären sich mit dem Verlust ihrer Lehen einverstanden, wenn sie den Landgrafen befehden sollten24. Dazu ist es wegen der hier aufscheinenden Besitzdifferenzen und der unruhestiftenden und selbstbewußten Verhaltensweise, die Reinhard und Friedrich als Herren der Weidelsburg an den Tag legten, dann doch gekommen. Dieser Konflikt führte zur Solidarisierung einer Anzahl von Adelsgenossen gegen den Fürsten und weitete sich zu der sogen. Bundesherrenfehde aus, in der der Landgraf mit Hilfe des Mainzer Erzbischofs und der Waldecker Grafen gegen Reinhard und Friedrich und die mit ihnen verbündeten Adligen vorging25. Reinhard wurde 1448 unterworfen26, eines großen Teiles seines Besitzes beraubt und entmachtet; doch dauerte es noch bis 1452, bis die völlige Befriedung der aufständischen Ritterschaft erreicht war27. Reinhard ist 1456 Oktober 5 wieder im Dienst Landgraf Ludwigs nachweisbar28 und wieder Amtmann zu Wolfhagen 145829, 1459 Juli 1330. Ganz kurz darauf ist er gestorben31.
Nachweise
Fußnoten
- Vgl. Landau, Ritterburgen I S. 336 ff., II S. 298 ff. ↑
- Kopiar 4 Nr. 292. ↑
- Kopiar 4 Nr. 78. ↑
- Eckhardt, Eschweger Rechtsquellen Nrr. 161, 171. ↑
- Küch, Landgraf Ludwig I. (ZHG 43, 1909) S. 163 Anm. 5. ↑
- Ebd. S. 165 Anm. 5. ↑
- Urkk., Samtarchiv Schubl. 52 Nr. 24. ↑
- Urkk., Verträge mit Schöneberg. ↑
- StadtA Braunschweig, Urkk. Nrr. 665, 666. ↑
- Becker, Die Riedesel II Nr. 423. ↑
- Urkk., Quittungen zu 1428 Juni 8. ↑
- Becker, Die Riedesel II Nr. 1626. ↑
- Küch, Landgraf Ludwig I. (ZHG 43, 1909) S. 180 Anm. 3. ↑
- Dieser war der letzte männliche Nachkomme jenes Friedrich von Hertingshausen, der 1401 Herzog Friedrich von Braunschweig bei Kleinenglis erschlagen hatte. Reinhard war in erster Ehe mit dessen Tochter Agnes verheiratet (vgl. ZHG Mitt. S. VIII f.), in zweiter Ehe mit Barbara Knorre (siehe Anm. 30), Tochter des Fritzlarer Schultheißen Johannes Knorre. (Vgl. J. Henseling, Die Familie Knorre in HFK 12, 1975 Sp. 421). ↑
- Urkk., Familien: von Hertingshausen. ↑
- StA Weimar, Samtarchiv Reg. D pag. 14 Nr. 20 b. ↑
- Becker, Die Riedesel II Nr. 503. ↑
- Urkk., Fehde- und Sühnebriefe. ↑
- Urkk., Samtarchiv Schubl. 49 Nr. 7. ↑
- StA Darmstadt, Hausarchiv. ↑
- Schröder-Petersen, Amt Wolfhagen S. 113. ↑
- Kopiar 3 Nr. 222. ↑
- Diemar, Köln und Hessen (MOHG NF 8, 1899) S. 24. ↑
- Urkk., Familien: von Hertingshausen. ↑
- Becker, Die Riedesel I S. 182 f. ↑
- Urkk., Gen.-Rep. Weidelsburg von 1448 März 3 und Juli 23. – Vgl. Demandt, Fritzlarer Rechtsquellen Nr. 475 mit Anm. ↑
- Landau, Ritterburgen I S. 339 ff. ↑
- Kopiar 3 Nr. 17. ↑
- Rechn. I, Wolfhagen (115/4 Bl. 55). ↑
- Urkk., Waldecker Urkk. Nr. 3407. An diesem Tage übermacht er seiner Frau Barbara Knorre und seiner Tochter Agnes seine Pfandbriefe über 2000 fl. und 950 fl. auf Naumburg und 4 MI. Korngülte daselbst sowie 2000 fl. von Friedrich von Pappenheim und 1300 fl. von denen von Pappenheim. ↑
- Rechn. I, Wolfhagen (115/4 Bl. 54, 55v.) und nicht erst 1461, wie Landau a. a. O. II S. 333 angibt. ↑
Quellen
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 127-129, Nr. 415
- Eckhardt, Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Eschwege, Bd. 1, Marburg 1959
- Demandt (Bearb.), Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Fritzlar im Mittelalter, Marburg 1939
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 41
- Diemar, Hessen und die Reichsstadt Köln im 15. Jahrhundert, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins NF 8 (1899), S. 1-186
- Landau, Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer, Bd. 1, Kassel 1832
- Becker, Die Riedesel zu Eisenbach, Bd. 2: Riedeselisches Urkundenbuch 1200 bis 1500, Offenbach am Main 1924
- Becker, Die Riedesel zu Eisenbach, Bd. 1: Vom ersten Auftreten des Namens bis zum Tod Hermanns III. Riedesel 1500, Offenbach am Main 1923
- Küch, Eine Quelle zur Geschichte des Landgrafen Ludwig I., in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 43 (1909), S. 145-277
Nachnutzung
Rechtehinweise
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Zitierweise
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