Wentzcke, Friedrich Wilhelm Heinrich Paul*

 
geboren
4.9.1879 Koblenz
gestorben
25.11.1960 Frankfurt am Main
Beruf
Archivar, Historiker, Professor
Titel
Prof. Dr. phil.
Konfession
evangelisch
GND-Explorer
117293865

Andere Namen

Pseudonym(e)

Coblenz, Hermann

Wirken

Werdegang

  • Protestantisches Gymnasium Straßburg
  • Gymnasium Rastatt
  • Einjährigen-Freiwilliger beim 1. Unterelsässischen Infanterie-Regiment Nr. 132
  • Studium der Geschichte, Germanistik, Geografie und Staatswissenschaften in Straßburg bei Harry Bresslau, und Berlin bei Friedrich Meinecke
  • Mitglied der Burschenschaft Alemannia Straßburg (später Hamburg), Ehrenmitglied der Burschenschaft Marchia in Köln bzw. Bonn, und der Germania Würzburg
  • Promotion zum Dr. phil. bei Friedrich Meinecke über den Publizisten Johann Frischmann (um 1612–1660)
  • 1905 Prüfung für das Höhere Lehramt
  • 1904 Mitarbeiter der Kommission zur Herausgabe elsässischer Geschichtsquellen
  • 1906-1912 im reichsländischen Archivdienst
  • 1908 Erstellung der Regesten der Bischöfe von Straßburg bis zum Jahr 1202
  • 1910 Geschichte der Stadt Schlettstadt
  • 1911 Kaiserlicher Archivar in Straßburg
  • 1911 im Vorstand der damaligen Burschenschaftlichen Historischen Kommission bzw. der späteren Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung, seit 1912 dort Geschäftsführer und 1930-1960 Vorsitzender
  • 1912 Direktor des Stadtarchivs Düsseldorf, 1925-1935 zusätzlich Leiter des Historischen Museums in Düsseldorf
  • 1914 Mitglied im Redaktionsausschuss und später Herausgeber des Düsseldorfer Jahrbuchs
  • Mitglied und Vorsitzender der Vereinigung Alter Burschenschafter, Ortsgruppe Düsseldorf
  • 1914-1918 Soldat im Ersten Weltkrieg, Major a.D., Eisernes Kreuz I und II
  • 1918 Gründer der Deutschen Volkspartei, Ortsgruppe Düsseldorf
  • Bekämpfer separatistischer Verbände im Rheinland, 1923 zur Verhaftung ausgeschrieben
  • 1925 Initiator der Rheinischen 1000-Jahr-Feiern
  • 1926 Mitglied der Deutschen Akademie München, 1937 deren Senator
  • 1928 Mitglied des Wissenschaftlichen Ausschusses zur Vorbereitung der Internationalen Presseausstellung „Pressa“
  • 1928 Vorsitzender des Düsseldorfer Geschichtsvereins
  • 1932 Honorarprofessor der Universität Köln
  • Mitgründer des Rotary-Clubs Düsseldorf
  • Vorsitzender der Rheinischen Arbeitsgemeinschaft für Grenzlandforschung und Heimatkunde
  • Vorstandsmitglied des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine
  • Vorstandsmitglied des Frankfurter Vereins für Geographie und Statistik, 1957 dessen Ehrenmitglied
  • 1935 wegen seiner Weigerung, in die NSDAP einzutreten, in den Ruhestand versetzt
  • 1935 Leiter des Instituts der Elsaß-Lothringer im Reich an der Universität Frankfurt am Main und Herausgeber des Elsaß-Lothringischen Jahrbuchs
  • Lehraufträge für Landesgeschichte mit Beschränkung auf Grenz- und Auslandsdeutschtum in Frankfurt am Main und Heidelberg, Honorarprofessor in Frankfurt am Main, 1944 Entzug der Lehrerlaubnis
  • 1940 Verlegung des Instituts nach Straßburg und Einrichtung der „Publikationsstelle West“
  • Juli bis November 1945 kommissarischer Leiter des Stadtarchivs Frankfurt am Main
  • Mitgründer der FDP Frankfurt am Main
  • 1949 als völlig unbelastet eingestuft und bis 1956 Lehrauftrag an der Universität Frankfurt am Main
  • Vorstandsmitglied der Vereinigung der Freunde und Förderer der Universität Frankfurt am Main
  • Mitglied im Verwaltungsrat des Goethe-Instituts
  • 1929 Silberne Leibniz-Medaille
  • 1959 Lacomblet-Medaille der Stadt Düsseldorf

Familie

Vater

Wentzcke, Friedrich Wilhelm Hermann, 1912 Proviantamts-Direktor a.D. in Straßburg, zuvor in Wesel und Verden

Mutter

Stecher, Maria Elise, * 12.6.1846, † 27.3.1928, begraben Hannover, Stadtfriedhof Stöcken

Partner

Fiedler, Elfriede Erna von, (⚭ Charlottenburg 20.1.1912) * Danzig 22.6.1888, Tochter des Friedrich August Ernst von Fiedler, Major a.D., und der Marie Beata Hett

Verwandte

Wentzcke, Hedwig Maria <Tochter>, 1912-1980

Nachweise

Quellen

  • Teilnachlass 1 im Stadtarchiv Düsseldorf
  • Teilnachlass 2 im Bundesarchiv, Freiburg
  • HStAM Bestand 903 Nr. 387 (Frankfurt, Sterbenebenregister, 1960, Nr. 6772)

Literatur

  • Frankfurter Biographie, Bd. 2, Frankfurt am Main 1996, S. 550 f. (Birgit Weyel)
  • Degener, Wer ist's, VIII. Ausgabe 1922, S. 1676
  • Wolfgang Klötzer, Paul Wentzcke†, in: HZ 192, 1961, S. 791-792
  • Wolfgang Klötzer, Paul Wentzcke. Drei Stufen deutschen Bewusstseins: Straßburg – Düsseldorf – Frankfurt a. M. (mit einem Schriftenverzeichnis). In: Kurt Stephenson, Alexander Scharff, Wolfgang Klötzer (Hrsg.): Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert. Bd. 4: In memoriam Paul Wentzcke. Heidelberg 1963, S. 9–64
  • Stephan Laux & Sven Woelke, Paul Wentzcke. In: Michael Fahlbusch, Ingo Haar (Hg.), Handbuch der völkischen Wissenschaften. Personen – Institutionen – Forschungsprogramme – Stiftungen. München 2008, S. 740–743
  • Harald Lönnecker, Die Burschenschafterlisten, „eines der wichtigsten Hilfsmittel für die Kenntnis der deutschen politischen und Geistesgeschichte“ – Zur Entstehung und Entwicklung einen Gesamtverzeichnisses deutscher Burschenschafter, in: Herold-Jahrbuch NF Bd. 14, 2009, S. 153-170
  • Hugo Weidenhaupt, In memoriam Paul Wentzcke, in: Düsseldorfer Jahrbuch 50, 1960, S. 226-227 (mit Bild)

Weblinks

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Wentzcke, Friedrich Wilhelm Heinrich Paul*“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/18560_wentzcke-friedrich-wilhelm-heinrich-paul> (aufgerufen am 18.04.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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