Lucanus, David

 
geboren
20.12.1528 Frankenberg (Eder)
gestorben
23.8.1590 Marburg
Beruf
Rat, Gesandter
Titel
Dr. jur. utr.
Konfession
evangelisch
GND-Explorer
141922052

Andere Namen

Weitere Namen

Lauck, David

Wirken

Werdegang

  • Schüler in Frankenberg und Wetter
  • 1546 Studium an der Universität Marburg
  • 1548 Magister artium
  • zunächst auf Empfehlung des in französischen Diensten stehenden ehemaligen hessischen Obersten Reifenberg, der mit dem französischen gesandten Dufresne Bischof von Bayonne nach Marburg gekommen war Geheimschreiber und Dolmetscher des französischen Gesandten am hessischen Hof in Marburg, Kriegszahlmeister und Pfennigmeister der in franzöischem Sold stehenden Truppen zu Marburg
  • besucht die Hochschulen in Paris und Bourges (auf Reifenbergs Kosten), 1557 in Bologna und Padua, promoviert zum Dr. jur. in Bourges 1559
  • Reisen nach Frankreich und Italien; Rat der landgräflichen Kanzlei (bestellt am 12.5.1568 ) und Hofgerichtsassessor zu Marburg
  • 1564 zog die fürstliche Kanzlei wegen der um sich greifenden Pestepedemie nach Frankenberg (bis 1565) um, so auch Dr. David Lauck
  • Gesandter an den Reichstagen zu Regensburg 1576 und Augsburg 1582, wo er die Reichstagsabschiede unterschreibt
  • Gesandter zum Kaiser in Wien 1577 und in Prag 1585
  • mehrfach diplomatisch tätig in Frankfurt, Darmstadt und Stuttgart und in der Kurmark
  • er erwarb in Frankenberg eine große Hofstatt, wobei ihn der Rat in Ansehen der vielen, gemeiner Stadt und Bürgerschaft erwiesenen ersprießlichen Dienste von allen Lasten und Abgaben befreite

Lebensorte

Frankenberg (Eder); Wetter; Marburg; Paris; Bourges (Frankreich); Bologna; Padua

Familie

Vater

Lauck (Luck), Johann (Henne) d.J., um 1497-nach 1578, Kaufmann, Ratsherr, Schöffe und Bürgermeister in Frankenberg

Mutter

Nettnagel gen. Hettagut, NA, genannt die Kunraderin

Partner

  • Breul, Ursula, † Marburg 2.12.1562, Heirat 1561, Witwe des Nicolaus Wallenstein, Rat und Kammersecretarius zu Marburg, Tochter des Valentin Breul, Rat und Vizekanzler in Marburg,
  • Buchsack gen. Heß [alias Möller], Catharina, † Marburg 11.6.1620, 1593 Witwe, ihre Kinder erhalten 1607 den „Pinsel“ bei Gisselberg als Erblehen, Tochter des Conrad Buchsack gen. Heß, Schultheiß

Verwandte

  • Lucanus, Johann <Sohn>, 1565-1618, 1577 in Marburg immatrikuliert, Kaiserlicher Obrist und Hofkriegsrat zu Wien (?), Generalbauintendant der ungarischen Grenzfestungen
  • Lucanus, Burkard <Sohn>, 1571-1612, 1582 Marburg Pädagogium, Dr. jur. und Magister, Präsident des Consistoriums und Kanzler des Herzogtums Sachsen-Altenburg
  • Herdenius, Catharina, geb. Lucanus <Tochter>, † 1650/1652, verheiratet Marburg 26.10.1601 mit Georg Herdenius, 1575-1650, Pfarrer in Echzell, Superintendent des Marburger Landes
  • Lucanus, Johann Ludwig <Sohn>, Magister, 1590 Collator der Buchsack'schen Stiftung, 1612 in Kassel, verheiratet mit Anna Beccia
  • Lucanus, Aegidius <Sohn>, 1574-1648, JUD, hessischer Kammerrat
  • Lyncker, Margaretha, geb. Lucanus <Tochter>, GND, verheiratet ca. 1601 mit Johann Daniel Lyncker, 1571-1629/1630, Rentmeister zu Homberg a. Ohm und 1618 Bürgermeister in Marburg
  • Lucanus, Philipp Ludwig <Sohn>, 1611 Marburg Pädagogium, verheiratet Darmstadt 15.1.1621 mit Anna Catharina verwitwete Schmitt

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Gundlach, Dienerbuch
David Lucanus (Lauck), Sohn des Bürgermeisters Johann Lauck d. Ä. in Frankenberg, geboren 1528 Dezember 30, auf den Schulen in Frankenberg und Wetter, dann auf der Universität in Marburg, wo er Magister artium wurde. Auf Empfehlung des in französischen Diensten stehenden ehemaligen hessischen Obersten Reifenberg, der mit dem französischen Gesandten Dufresne Bischof von Bayonne nach Marburg gekommen war, trat er in die Dienste des Letzteren als Geheimschreiber und Dolmetscher und wurde später von Reifenberg zum Kriegszahlmeister der in französischen Diensten stehenden deutschen Völker bestellt. Er studierte dann auf Reifenbergs Kosten in Paris und Bologna, wo er 1553 September 20 Baccalaureus und September 21 Licentiatus juris wurde, wurde 1555 Oktober 26 in Padua und 1557 in Bologna immatrikuliert und promovierte 1559 in Bourges zum Doktor beider Rechte1. 1564 August tritt er zuerst in der Kanzlei in Marburg auf2, wurde 1567 Mai 1 Landgraf Wilhelms IV. von Haus aus bestellter Diener und wurde 1568 Mai 12 von Landgraf Ludwig d. Ä. zum Rat und Diener bestellt3. Daß er zum Beisitzer des Hofgerichts ernannt worden sei, wie Knod will, ist nicht unwahrscheinlich, aber bisher nicht bewiesen. Er starb 1590 August 23 und wurde in Marburg begraben.

Nachweise

Fußnoten

  1. Alles Vorstehende entnommen aus Knod S. 319.
  2. Frankenberger Exerzitienbuch Bl. 78.
  3. Reversalbuch 138 Bl. 17 ff.; Besoldungsbuch Landgraf Ludwigs; Reversalbuch 141 Bl. 10 ff. Er war verheiratet I. mit Ursula, Tochter des Vizekanzlers Valentin Breul und Witwe des Kammerschreibers Claus Waldenstein (Strieder 2, 43 f.), gestorben 1562 Dezember 2 (Saur S. 500), II. mit Katharina Moller aus Frankenberg (Knod), die falsche Angabe Heldmanns ZHG 27, 264 ist danach zu berichtigen.

Quellen

  • HStAM Bestand 257 Nr. H 375: Johann Horle (Hörle) zu Wetter gegen Dr. David Lauck (Lucanus) zu Marburg wegen einer Wiese am Gießelberger (Gisselberger) Weg webei der Cappeler Mühle, 1584–1589
  • StadtA MR Bestand Urkunden Nr. 1597 Februar 1 b: Catharina, Witwe des hessischen Hofrats Doktor David Lauke, gibt ein Stück Garten von ihrem erbeigenen Acker vor Marburg an der Landstraße „jegen dem Bickenner ubber gelegen“ zu Lehen, 1.2.1597, 1 Siegel
  • Kurt Stahr, Marburger Sippenbuch Nr. 20859

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Lucanus, David“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/17348_lucanus-david> (aufgerufen am 13.04.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/17348