Otto, Heinrich
Familie
Vater
Otto, Franz Xaver, Handwerksmeister
Mutter
Wick, Eleonore
Partner
- Schmidt, Auguste* Adolphine Karoline Maria Mina, (⚭ Wiesbaden 2.4.1889) * Wiesbaden, † Hadamar 17.8.1901, 39 Jahre alt, Tochter des Karl Theodor Schmidt, Weinhändler, und der Julia Cremer
- Isbert, Maria, (1914)
Leben
Aus der Biografie
Heinrich Otto entstammte einer alten Handwerkerfamilie und kam 1863 als jüngstes von sieben Kindern in Homburg vor der Höhe zur Welt. Seine guten schulischen Leistungen ermöglichten ihm den Besuch der Gymnasien in Dieburg und Eichstätt, wo er 1881 sein Abitur mit Bestnoten absolvierte. Nach Erwerb der Hochschulreife wollte Heinrich zunächst Priester werden, brach das Theologiestudium jedoch nach dem ersten Semester, welches er am Collegium Germanicum in Rom verbracht hatte, ab. Im Anschluss begann er ein Studium der Geschichte, Germanistik und Klassischen Philologie an den Universitäten Innsbruck, Straßburg, Bonn und Marburg, das er sich teilweise als Privatlehrer finanzierte.
Nach seinem Examen hegte er den Wunsch, als Lehrer zu arbeiten und wirkte als Hilfslehrer und später Referent in Wiesbaden. In dieser Zeit arbeitete er zeitgleich an seiner Promotion, die er 1893 mit einer Arbeit über die Beziehungen Rudolfs von Habsburg zu Papst Gregor X. erfolgreich abschloss. Eine von ihm im Anschluss angestrebte Habilitierung konnte jedoch nicht umgesetzt werden. Im Jahre 1898 trat er als Oberlehrer seinen Dienst am Fürst-Johann-Ludwig-Gymnasium in Hadamar an, wo er bis zu seiner Pensionierung tätig blieb. Seinenen Forschung konnte Otto wieder verstärkt nachgehen, als er von 1904 bis 1906 als Stipendiat am Preußischen Historischen Institut in Rom weilte. Hier entstand die Idee, ihm die Edierung des von Marsilius von Padua verfassten Defensor pacis zu übertragen, welcher im Rahmen der MGH erscheinen sollte. Seine schwache Gesundheit und die erschwerte Beschaffung des Quellenmaterials verhinderten jedoch die Umsetzung dieses Vorhabens. Trotzdem wurde ihm 1906 die Professorenwürde verliehen.
In seiner Wahlheimat Hadamar wirkte er als Mitbegründer der dortigen Ortsgruppe des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung mit. Zwischen 1911 und 1925 leitete Otto das Limburger Stadtarchiv, wo er unter anderem 1921 den Umzug des Archivs vom alten Hospital in die Räumlichkeiten des neuen Gymnasiums organisierte. Nach seiner Pensionierung 1925 zog er mit seiner Familie nach Wiesbaden. Von 1927 bis 1933 übernahm er die Schriftleitung der Nassauischen Annalen und Heimatblätter. Von 1935 bis 1939 war er Mitglied des Beirates der Historischen Kommission für Nassau. Sein wissenschaftliches Œuvre war sehr umfangreich und behandelte die Ruhestätten der Fürsten von Nassau-Hadamar, die Regesten der Erzbischöfe von Mainz sowie zahlreiche Aspekte der Limburger Stadtgeschichte.
Sein Privatleben wurde durch harte Schicksalsschläge geprägt, so verstarb seine erste Ehefrau Auguste Schmidt, die er 1889 geheiratet hatte, bereits 1901. Als weitere schwere Belastung erwies sich sein schlechter Gesundheitszustand, der sich ab 1923 in einer schweren Diabetes äußerte, an deren Folgen er 1943 verstarb.
Oliver Teufer
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 925, Nr. 2367 (Wiesbaden, Heiratsnebenregister, 1889, Nr. 109)
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Otto, Heinrich“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/17223_otto-heinrich> (aufgerufen am 15.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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