Vogler, Nikolaus
geboren
8.7.1876 Bornheim (heute Frankfurt am Main) gestorben
1.2.1942 Köppern Beruf
Malermeister, Weißbindermeister, Kommunalpolitiker Konfession
katholisch; dissidentisch; unitarisch-freireligiösWirken
Werdegang
- Besuch der Volksschule
- Malerlehre, anschließend Wanderschaft über die Schweiz nach Italien
- 1905 Gründung eines eigenen Maler- und Weißbindergeschäfts
- 1909 Meisterprüfung
- 1914-1918 Kriegsteilnahme
- 1924 Wahl zum Abgeordneten der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) in das Frankfurter Stadtparlament, dort Mitglied im Hochbau-Ausschuss, Ältestenausschuss, Hauptausschuss und verschiedenen Deputationen
- 1928 und 1929 Wiederwahl
- 1928-1933 Fraktionsvorsitzender der Wirtschaftspartei
- aktiver Einsatz für die wirtschaftlichen Interessen des Mittelstandes
- bekannt für seine Neigung zu verbaler und körperlicher Aggressivität im Parlament
- 1933 Erfolgreiche Kandidatur bei den preußischen Kommunalwahlen für das Frankfurter Stadtparlament auf der Liste „Haus- und Grundbesitz Groß-Frankfurt“
- Mitglied des Bauausschusses und der Baudeputation
- nach Auflösung seiner Partei weiter Mitglied des Parlaments, möglicherweise als fraktionsloser Stadtverordneter oder als Hospitant der NSDAP
- nach dem zum 1.1.1934 erlassenen neuen Gemeindeverfassungsgesetz keine Berufung in einen Fachausschuss für Abgeordnete ohne Angehörigkeit zur NSDAP, SA oder SS, daher Ende der Amtszeit am 31.12.1933
- 1935 Übergabe des Geschäfts an seinen Sohn Rolf, Verlegung nach Ginnheim
- 1939 Stilllegung des Geschäfts durch Kriegsteilnahme des Sohnes
- 1942 Tod infolge eines Schlaganfalls
- 1949 nach Rückkehr von Rolf Vogler aus russischer Kriegsgefangenschaft erneute Öffnung des Malerbetriebs, Bestand bis heute
Funktion
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (Reichspartei des deutschen Mittelstandes), 1924-1933
Lebensorte
Frankfurt am Main
Familie
Vater
Vogler, Anton, 1840-1893, Tagelöhner
Mutter
Wollstadt, Elisabeth, * Hattersheim 28.2.1848, † Frankfurt am Main 29.3.1909, Tochter des Adam Philipp Wollstadt, Händler, und der Christine Dorothea Klinger
Partner
Kirchgeßner, Margareta Katharina, (⚭ Frankfurt am Main 28.8.1906) * Gochsheim (Bayern) 17.10.1881, Tochter des Andreas Kirchgeßner, Fünfer, und der Elisabetha Grötsch
Verwandte
- Vogler, Hermann Nikolaus <Sohn>, * Frankfurt am Main 8.2.1907,
- Vogler, Rolf Gerald <Sohn>, * Frankfurt am Main 11.2.1908, † Frankfurt am Main 23.3.1968
- Vogler, Theo <Sohn>, * Frankfurt am Main 20.3.1910
Nachweise
Quellen
- Standesamt Frankfurt am Main V: Heiratsregister (Einträge 340–683) 12.5.1906–1.9.1906, Nr. 660
- HStAM Bestand 903 Nr. 10658 (Frankfurt V, Sterbenebenregister, 1909, Nr. 406)
- HStAM Bestand 908 Nr. 2087 (Köppern, Sterbenebenregister, 1942, Nr. 10)
Literatur
- Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates, Frankfurt am Main 2006, S. 351 ff.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Vogler, Nikolaus“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16978_vogler-nikolaus> (aufgerufen am 22.04.2026)
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