Schulmeyer, Heinrich
geboren
31.7.1901 Mörfelden gestorben
25.7.1988 Frankfurt am Main Beruf
Mechaniker, Kommunalpolitiker Konfession
evangelischAndere Namen
Weitere Namen
August (Deckname)
Wirken
Werdegang
- nach Besuch der Volksschule Ausbildung zum Mechaniker
- 1919 Mitglied der Gewerkschaft und der „Sozialistischen Arbeiterjugend“
- 1921-1928 Betriebsschlosser bei den Farbwerken Höchst, dort auch im Betriebsrat
- 1925 Eintritt in die KPD, Mitglied in der KPD-Bezirksverwaltung
- 1927 fristlose Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis
- bis 1933 Gelegenheitsarbeiten
- April 1929 Wahl in die KPD-Bezirksleitung Hessen-Frankfurt
- 1929 als Mitglied der „Dritten Arbeiter-Delegation“ für zwei Monate in Moskau und Leningrad
- 1929 nach erfolgloser Kandidatur für das Frankfurter Stadtparlament Bewerbung als Facharbeiter für die Sowjetunion
- weiterhin politische Aktivität für die KPD, propagandistisch für die Sowjetunion tätig
- März 1933 Wahl zum Abgeordneten des Frankfurter Stadtparlaments (KPD), wegen Verbot der KPD aber nicht mehr geladen und verpflichtet
- Mai/Juni 1933 Flucht in die Sowjetunion
- 1936 Ausschluss aus der KPD
- bis 1937 in der Nadelfabrik „Kim“ in Kunzewo bei Moskau tätig, dann bei der Genossenschaft „Pionier“ am Moskauer Flughafen
- 1937 Verhaftung wegen Spionageverdachts, nach fünf Monaten ohne Gerichtsverhandlung zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt
- Januar 1941 Ausweisung als „Reichsdeutscher“ bzw. „unerwünschter Ausländer“
- Haft in Lublin und verschiedenen deutschen Polizeigefängnissen, zuletzt in Frankfurt am Main
- Mai 1941 Entlassung wegen Abkehr von der alten politischen Einstellung
- Betriebsschlosser bei der Naxos-Union
- wiederholte Verhaftungen und Verhöre durch die Gestapo
- Zusammenarbeit mit der Gestapo durch Spitzeltätigkeit in Betrieb
- 1945 erneuter Eintritt in die KPD
- im Frankfurter Verkaufshaus der Robert Bosch GmbH beschäftigt
- 1946-1949 Spruchkammerverfahren, Einstufung als „Hauptschuldiger“, Verurteilung zu vier Jahren Arbeitslager
- Februar 1950 Haftentlassung nach Berufung
- 1952 Rückkehr zu seiner Frau, Umzug nach Heusenstamm
Funktion
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (KPD), 1933
Familie
Partner
Interwies, Anna Maria*, * Burgsinn 22.12.1902, † Gelnhausen 1.3.1976, Büglerin, Heirat Nied am Main 3.1.1924, Scheidung Frankfurt am Main 15.7.1934, erneute Heirat Frankfurt am Main 21.6.1941
Verwandte
- Schulmeyer, Ursula* Maria <Tochter>, * Frankfurt am Main-Höchst 11.3.1924
- Schulmeyer, Veronika Maria* <Tochter>, * Frankfurt am Main-Höchst 30.4.1925
Nachweise
Literatur
- Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates, Frankfurt am Main 2006, S. 329 ff.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schulmeyer, Heinrich“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16898_schulmeyer-heinrich> (aufgerufen am 13.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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