Krohn, Julius* Magnus
geboren
11.8.1881 Elmshorn gestorben
5.1.1955 Frankfurt am Main Beruf
Schaffner, Arbeiter, Betriebsratsvorsitzender, Verwaltungsangestellter, Kommunalpolitiker Konfession
unitarisch-freireligiösWirken
Werdegang
- Besuch der Volksschule in Elmshorn, anschließend in der Landwirtschaft tätig
- 1901-1904 Wehrdienst in Metz
- als Arbeiter in Frankfurt am Main tätig
- seit 1907 Schaffner bei der Straßenbahn in Frankfurt am Main
- 1912 Eintritt in die SPD
- 1911-1934 Mitglied im „Gesamt-Verband der öffentlichen Betriebe“
- 1914-1918 Militäreinsatz mit Unterbrechung nach Verwundung
- 1919 Wahl in die Betriebsvertretung
- 1922 erster Vorsitzender des Betriebsrats mit Freistellung vom Dienst
- Zweiter Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der städtischen Arbeiter, Mitglied in der Tarifkommission der Gewerkschaften
- ab 1925 Distriktleiter der Frankfurter SPD
- 1928-1933 Mitglied des Frankfurter Stadtparlaments (SPD), dort Mitglied im Organisationsausschuss und verschiedenen Deputationen
- März 1933 Wiederwahl zum Stadtverordneten nach Zwangsauflösung der Gemeindevertretungen in Preußen
- 23.6.1933 Niederlegung des Mandats
- nach eigenen Angaben 1933 einige Tage inhaftiert
- 3.1933 nach Neuwahl des Betriebsratsvorsitzenden Verlust der Position
- 1.4.1933 wieder Einsatz als Schaffner
- 9.5.1933 wegen seiner früheren politischen Einstellung aus dem Fahrdienst entfernt und als Wagenreiniger eingesetzt
- 22.9.1933 fristlose Entlassung aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
- finanzielle Notlage, langjähriges Verfahren um die Gewährung einer Unterstützung
- 1934 Eintritt in die „Deutsche Arbeitsfront“
- bis 1940 arbeitslos ohne Unterstützung
- 1940-1945 Beschäftigung als Helfer bei den Stadtwerken Frankfurt
- 22.8.1944 Verhaftung im Zusammenhang mit der „Aktion Gitter“
- 30.8.1944 Haftentlassung aus gesundheitlichen Gründen
- 4.1945 unter Ernennung zum Oberschaffner zur Straßenbahn zurückversetzt
- 19.10.1945 Ernennung zum Leiter der Personal-Hauptabteilung mit Übernahme in das Tarifangestelltenverhältnis
- 1946-1948 Mitglied des Frankfurter Stadtparlaments (SPD)
- 1949 Ruhestand wegen chronischer gesundheitlicher Beschwerden
- 1952 Entschädigung für erlittenen wirtschaftlichen Schaden
Funktion
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (SPD), 1928-1933
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (SPD), 1946-1948
Lebensorte
Elmshorn; Metz; Frankfurt am Main
Familie
Vater
Krohn, Heinrich Magnus, Händler
Mutter
Warncke, Anna Maria
Partner
Schüler, Elise, (⚭ Frankfurt am Main 30.6.1909) * Eitra (Kreis Hersfeld) 30.8.1884, Tochter des Adam Schüler, Fabrikarbeiter, und der Katharina Schott
Verwandte
- Krohn, Karoline <Tochter>, * Frankfurt am Main 7.1.1910
- Krohn, Max <Sohn>, * Frankfurt am Main 9.6.1911
- Krohn, Jakob <Sohn>, * Frankfurt am Main 16.4.1913
- Krohn, Adolf Ferdinand <Sohn>, * Frankfurt am Main 21.1.1915
- Krohn, Karl <Sohn>, * Frankfurt am Main 30.9.1916, † 6.12.1916
- Krohn, Georg Hermann <Sohn>, *Frankfurt am Main 12.9.1919, † 2.10.1919
Nachweise
Quellen
- Standesamt Frankfurt am Main II: Heiratsregister (Einträge 1–218) 2.1.1909–28.7.1909, Nr. 181
- HStAM Bestand 903 Nr. 11294 (Frankfurt V, Sterbenebenregister, 1955, Nr. 19/V)
Literatur
- Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates, Frankfurt am Main 2006, S. 201 ff.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Krohn, Julius* Magnus“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16791_krohn-julius-magnus> (aufgerufen am 14.04.2026)
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